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Das Projekt "A8-Enztalquerung" war zunächst mit 150 Millionen veranschlagt worden und wird nun 340 Millionen Euro kosten. 

Mehr als verdoppelt: Kosten des A8-Ausbaus im Enztal steigen auf 340 Millionen Euro

Niefern-Öschelbronn. Das Projekt der A8-Enztalquerung wird insgesamt 340 Millionen Euro kosten, anstatt der zunächst veranschlagten 150 Millionen. Das teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) am Donnerstagmittag in einem Bericht an die Presse mit.

Die Steigerung der Kosten sei demnach auf die "äußerst komplexen Zusammenhänge der einzelnen Bauphasen" im "engstem bebauten Umfeld" zurückzuführen und schlage sich insbesondere in den Bereichen Ingenieurbau, Erdbau einschließlich Wasserschutz und provisorische Verkehrsführungen während der Bauzeit nieder.

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Durch die Kostensteigerung verzögere sich laut RP auch die Ausschreibung des Hauptloses für Ende August 2020 bis Herbst.

"Das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Ministerien in Stuttgart und Bonn stehen in engem und intensivem Austausch zu den kritischen Punkten dieses Jahrhundertprojektes", heißt es in dem Bericht. Das finale Abstimmungsgespräch zwischen Bund und Land sei für September geplant. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens beim Bund wäre dann aus heutiger Sicht der Beginn der Ausschreibung möglich.

"Die A8 ist eine zentrale europäische Verkehrsachse. Sie ist - neben der Schiene - die verkehrspolitische Lebensader unserer regionalen Wirtschaft. Selbstverständlich stehe ich zum Ausbau. Die jetzt bekannt gewordene Kostensteigerung wundert mich. Ich werde dem umgehend nachgehen. Dass ich davon zufällig per Pressemitteilung erfahre, ist kein guter Stil. Auch das werde ich entsprechend adressieren."
SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast, die nach den neuesten Entwicklungen weitere Schritte einleiten möchte.
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"Man kann so langsam nur noch den Kopf über die Planungsleistungen des Landes schütteln: permanent verschiebt sich der Baubeginn und dann wird das Ganze mehr als doppelt so teuer wie veranschlagt! Wenn ich mir überlege, was die regionalen Bundes- und Landtagsabgeordneten von FDP, CDU und SPD vor 10 Jahren machen mussten, um eine komplett verkorkste Planung unter anderem durch eine 800 m lange Einhausung mit Kosten von „nur“ 26 Millionen Euro einigermaßen zustimmungsfähig zu machen, erscheint das im Rückblick wie Hohn."
FDP-Landtagsabgeordneter des Enzkreises Erik Schweickert, der das Ergebnis der aktuellen Kostenschätzung als Offenbarungseid für die Planungsleistungen des Landes wertet.
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"Der A8-Ausbau hat sich von ursprünglich 150 Millionen Euro auf nunmehr 340 Millionen um mehr als das Doppelte verteuert. Alleine das ist schon Ärgernis genug. Was mich persönlich aber noch mehr irritiert ist, dass ich mich vor Jahren so dafür verkämpft habe, einen besseren Lärmschutz für den Stadtteil Eutingen zu erreichen, der auch noch eine kostengünstigere Lösung dargestellt hätte, der Vorschlag damals aber aufgrund vermeintlichen Zeitdrucks von verschiedenen Akteuren vom Tisch gewischt wurde."
FDP-Landtagsabgeordneter für Pforzheim Hans-Ulrich Rülke, der nach eigenen Angaben durch die aktuellen Entwicklungen hochgradig verärgert ist.
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Aktuell laufen die Arbeiten an der Brücke neben der neuen Bahnüberführung zwischen Eutingen und Niefern-Vorort. Im Anschluss daran wird mit den Arbeiten an der Kreisstraßenbrücke auf der anderen Seite der Bahnlinie begonnen. Diese sollen im Sommer 2021 abgeschlossen werden. "Wir gehen derzeit davon aus, dass mit dem Bau des Hauptloses im Sommer 2021 begonnen werden kann", so das Regierungspräsidium.

Zum Hintergrund:

Das RP plant den sechsstreifigen Ausbau der A( zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und -Süd (Enztalquerung). Die Enztalquerung der A8 ist einer von noch zwei verbliebenen Abschnitten für den sechsstreifigen Ausbau der gesamten A8 in Baden-Württemberg. Die Maßnahme beinhaltet neben dem Ausbau der A8 auf einer Länge von rund 4,8 Kilometern den vierspurigen Ausbau der B10 im Bereich der Anschlussstelle Pforzheim-Ost, den Umbau der Anschlussstelle selbst mit leistungsfähigen Zufahrten, den Ersatzneubau mehrerer Kreuzungsbauwerke sowie der Enzbrücke, die Reduzierung der Steigung beziehungsweise des Gefälles, die Lärmschutzeinhausung auf 380 Metern und weiterer Lärmschutzwände und –wälle sowie die Abdichtung der Trasse und die Fassung und Reinigung des gesamten Oberflächenwassers.

Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Projektseite des Regierungspräsidiums Karlsruhe unter www.rp-karlsruhe.de im Beteiligungsportal Aktuelle Baumaßnahmen A8 Enztalquerung zu finden.