FotoderGraffiti-Entfernung
Ein Tag, nachdem die schlimmen Schmierereien an der Wendelinskapelle entdeckt wurden, sind sie wieder verschwunden. 
Antoniuskapelle Ersingen Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn 2_1
Die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben: Ersinger Pfarrer Thomas Ottmar Kuhn vor der verunstalteten Kapelle. 

Nach Nazi-Symbolen: Schmierereien an Kapelle in Ersingen beseitigt

Kämpfelbach-Ersingen. Die Schmierereien an der Ersinger Wendelinskapelle sind nicht mehr sichtbar. Unbekannte Täter hatten dort ihr Unwesen getrieben: Sie beschmierten die Kapelle von außen und demolierten die Inneneinrichtung.

Wie die Polizei mitteilt, hat ein Malerfachbetrieb am Freitagmorgen gleich die Schmierereien mit Grundierungsfarbe beseitigt. Mit dabei: die Vorsitzende des Bürgervereins Nordstadt e.V., Frau Heike Kuppinger, Polizeihauptkommissar Volker Weingardt vom "Haus des Jugendrechts Pforzheim" und Polizeioberkommissar Holger Schramm vom Polizeiposten Königsbach-Stein. Die abschließenden Malerarbeiten werden am Samstag unter Einsatz des Anti-Graffiti-Mobils durchgeführt.

Bislang gingen bei der Kriminalpolizei noch keine Hinweise auf den oder die Täter ein. Die Kripo bittet daher weiterhin um Hinweise, die beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter (0721) 939-5555 angenommen werden.

Irgendwann zwischen Mittwochnachmittag und Donnerstagmorgen hatte es die im Jahr 2000 erneuerte Wendelinskapelle getroffen, zwischen Sonntagabend und Montagfrüh die altehrwürdige Antoniuskapelle. Beide Kirchlein sind Anziehungspunkte für Menschen, die nach Stille suchen. Entsprechend viele Besucher hatten die hässliche Mischung von Symbolen aus der Nazi-Diktatur und Schmierereien mit sexuellem Inhalt gesehen.

Wendelinskapelle Ersingen 4
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Kapellen in Ersingen verwüstet

Sorge wegen politischer Parolen

Dass ein Teil der schwarzen Schmierereien einen rechtsradikalen politischen Hintergrund hat, macht die Tätersuche zum Fall für die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei. Die Beamten meldeten, dass sie von einem oder mehreren jugendlichen Tätern ausgehen. Die bisher noch Unbekannten haben noch einiges mehr auf dem Kerbholz. In der Wendelinskapelle sind 13 Glaseinsätze in den Fenstern zerstört worden. Und an der Grundschule waren Schmierereien aufgetaucht, die mit denen an den Kapellen vergleichbar sind.
Was auffällt: Manche der an die Wände geschmierten Nazi-Symbole sind fehlerhaft, Hakenkreuze zum Beispiel teilweise spiegelverkehrt. Das sei bei weitem nicht mehr als Jugendstreich zu beschönigen, sagt Pfarrer Kuhn.

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