Coronavirus - Impfung
Die neuen Zahlen des Gesundheitsministeriums zeigen: In Pforzheim geht es mit dem Impfen zwar voran, die Quote bleibt aber die schlechteste in Baden-Württemberg. 

Neue Impfzahlen liegen vor: Pforzheim holt auf, hat aber weiter die schlechteste Quote

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Anfang Mai hat das Sozialministerium zum ersten Mal Zahlen zu den bereits gegen das Coronavirus geimpften Personen in Baden-Württemberg veröffentlicht. Trauriges Schlusslicht in der Statistik der bereits zwei Mal Geimpften damals: der Stadtkreis Pforzheim, in welchem lediglich 4,2 Prozent der Einwohner ihre erste Dosis bekommen hatten.

Doch inzwischen scheint auch in der Goldstadt das Tempo beim Impfen angezogen worden zu sein. Aus den am Dienstag herausgegeben neuen Zahlen geht hervor, dass inzwischen 11,7 Prozent der Einwohner - und damit annähernd drei Mal so viele wie noch vor rund einem Monat - zwei Mal geimpft sind. Doch obwohl Pforzheim stark aufgeholt hat, bleibt der Stadtkreis im Landesvergleich weiterhin auf dem letzten Platz.

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Land veröffentlicht Impf-Zahlen: Pforzheim mit niedrigster Quote

Selbiges gilt auch für die Statistik der einmal Geimpften. Hier stieg die Quote zwar um fast 20 Prozentpunkte von 11,9 Prozent Anfang Mai auf nun 31,5 Prozent, doch auch dies ist nach wie vor der schlechteste Wert aller 44 Stadt- und Landkreise (Stand: 31. Mai).

In absoluten Zahlen haben in Pforzheim bislang 39.760 Menschen ihre Erst- und weitere 14.734 Personen ihre Zweitimpfung bekommen. Insgesamt zählt die Goldstadt 126.189 Einwohner (Stand: 30.12.2020).

Impfen schreitet auch im Enzkreis und Kreis Calw voran

Von den knapp 200.000 Enzkreis-Bewohnern sind inzwischen 83.332 Menschen (41,7 Prozent) ein Mal und weitere 30.280 (15,1 Prozent) zwei Mal gegen das Coronavirus geimpft. Noch vor einem Monat lag die Quote der vollständig Immunisierten bei 6,5 Prozent und bei den Erstimpfungen bei 22,5 Prozent.

Etwas niedrigere Werte verzeichnet der Kreis Calw. Dort stieg die Quote bei den ein Mal Geimpften um 30.667 Personen auf nun 38,2 Prozent der rund 160.000 Einwohner, vollständig geimpft sind dort nun 23.784 - ein Zuwachs von 9,2 Prozent im Vergleich zu Anfang Mai.

Impfquote

Die beste Quote bei den Erstimpfungen verzeichnet der Landkreis Emmendingen mit 51,2 Prozent. Bei den vollständig Geimpften schneidet der Stadtkreis Baden-Baden am besten ab. Dort sind 23,2 Prozent der 55.478 Einwohner bereits zwei Mal geimpft.

Nun auch Daten von Arztpraxen

Wie der Amtschef des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums, Dr. Uwe Lahl, am Dienstag mitteilte, sollen die Impquoten künftig einmal wöchentlich auf der Website des Sozialministeriums veröffentlicht werden.

"Die Impfkampagne kommt gut voran. Mittlerweile wurden in Baden-Württemberg schon mehr als 6,5 Millionen Impfungen durchgeführt. Über 4,5 Millionen Menschen haben eine Erstimpfung erhalten und fast zwei Millionen Menschen sind vollständig geimpft. Unser Anliegen ist es, Transparenz zu schaffen und die Impfstoffverteilung datenbasiert gerechter zu gestalten."

Dr. Uwe Lahl, Amtschef des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums

Im Vergleich zu den Anfang Mai veröffentlichten Zahlen beinhaltet die nun regelmäßige Auswertung künftig auch Daten von den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Daraus ergebe sich ein valideres Bild. Dennoch blieben Unschärfen. 

Künftige Impfstoff-Lieferungen auf Grundlage der neuen Zahlen

Diese würden auftreten, weil bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten nur die Postleitzahl der Praxis zur Verfügung stehe. "Die Ärztedichte ist im städtischen Raum in der Regel höher, dort sind oft auch Menschen aus dem Umland Patienten und lassen sich dort impfen", so der Amtschef. Dies allein erkläre aber nicht die teils großen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen.

Auch Bevölkerungszahl, Impfstoffmengen, die Frage, ob ein Zentrales Impfzentrum im Stadt- oder Landkreis liegt sowie die Entfernung zum nächsten Impfzentrum seienkeine Indikatoren, um die Unterschiede zu belegen. "Die Impfzentren arbeiten überall gut und effektiv, werden in den Kreisen mit niedrigen Impfquoten aber offenbar verstärkt von Menschen aus den Nachbarkreisen genutzt", so Lahl.

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Region

Corona-Update: Inzidenzwerte in der Region bleiben weiterhin stabil

Des Weiteren teilte der Amtschef mit, dass die künftigen Impfstoff-Lieferungen auf Grundlage der nun regelmäßig veröffentlichten Zahlen nachjustiert und größere Unwuchten möglichst verhindert werden sollen. Möglich also, dass so auch Pforzheim bei der Impfquote in den nächsten Wochen weiter an Boden gutmachen wird.

Mehrere Impf-Aktionen in der PZ-Region

In den vergangenen Wochen hatte es in der Goldstadt bereits mehrere efolgreiche Impfaktionen gegeben. Für Aufsehen bis nach Amerika sorgte dabei die Aktion auf dem Edeka-Parkplatz in Huchenfeld, über die sogar die Washington Post berichtete. Dort waren an einem Tag 885 Dosen Astrazeneca verimpft worden.

Bei einer der größten Impfaktionen in der Region sind erst am vergangenen Wochenende im CongressCentrum mehr als 1.000 Menschen gegen Corona geimpft worden.

Impfaktion Supermarkt Pforzheim
Pforzheim+

Sogar die Washington Post berichtet: Huchenfelder Impfaktion geht um die Welt

Darüber hinaus gab es immer wieder kleinere Aktionen wie zuletzt in der Pforzheimer Fatih-Moschee, aber auch in Calw, Dobel oder Kieselbronn.

Sven Sartison

Sven Sartison

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