Bretten. Kurz nach Weihnachten haben Pia aus Bretten und ihre Familie die schreckliche Diagnose erhalten: schwere aplastische Anämie. Die Neunjährige benötigt dringend eine Stammzellspende, um weiter leben zu können.
Da die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ bislang erfolglos ist, setzen Pias Familie, Freunde und Bekannte alle Hebel in Bewegung, um zu unterstützen. Gemeinsam mit der DKMS organisieren sie eine Online-Registrierungsaktion. Wer helfen möchte, gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich über www.dkms.de/gemeinsamfuerpia ein Registrierungsset nach Hause bestellen und so vielleicht Leben retten.
Die Geschichte von Pia aus Bretten
Kurz vor Weihnachten entdeckte Pias Mutter beim Duschen blaue Flecken und Einblutungen an Pias Beinen. Sofort kam der Lehrerin ein schlimmer Verdacht. Am nächsten Tag ging sie mit ihrer Tochter zum Kinderarzt. Dieser überwies sie sogleich ins Krankenhaus. Nach mehreren Untersuchungen wurde zunächst ausgeschlossen, dass Pia an Leukämie erkrankt ist. Die Familie fühlte sich erleichtert.
Da die Werte aber weiter unklar waren, wurde erneut eine Knochenmarkpunktion durchgeführt. Dann kam das Ergebnis: Schwere aplastische Anämie. „Unser erster Gedanke war: Jetzt trifft unsere Familie so etwas. Das kann doch nicht sein“, berichten Pias Eltern. Die Familie entschied sich, in eine Spezialklinik nach Freiburg zu fahren. Hier fühlten sie sich in dieser schweren Situation sehr gut aufgehoben. Während der immunsuppressiven Therapie ging es Pia noch ganz gut. Sie bastelte und spielte viel. Die Eltern wechselten sich ab: Manchmal war der Vater da, um mit Pia zu spielen, dann wieder die Mutter. Auch Oma und Opa waren oft im Krankenzimmer zugeschaltet, und spielten gemeinsam „Montagsmaler“ per Video Call. Auch Pias jüngere Schwester, die in die erste Klasse geht, konnte so dabei sein. „Manchmal fühlt es sich dadurch relativ normal an“, so Pias Vater.


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Pia ist eigentlich ein sportliches, fröhliches Kind und meistens draußen anzufinden. Sie geht sehr, sehr gern in die Schule und spielt nachmittags oft mit Freundinnen. Und das ist es auch, was Pia sich jetzt am meisten wünscht: „Wieder mit den Freundinnen spielen, wieder in den Urlaub auf einen Reiterhof fahren, den Pferden zusehen.“ All das, was sich viele neunjährige Mädchen wünschen. Doch für Pia ist das leider im Moment nicht möglich.
So geht die Registrierung zur Stammzellenspende
Freunde und Nachbarn der Familie haben deshalb gemeinsam mit der DKMS eine Online-Registrierungsaktion ins Leben gerufen. Sie alle bitten: „Lasst euch registrieren für Pia und alle anderen Patienten. Vielleicht seid ihr die Rettung für Pia oder andere.“ Denn Blutkrebs macht keine Corona-Pause. Auch in diesen Tagen sind unzählige Patienten weltweit auf eine lebensrettende Stammzellspende angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt viele Menschen mitmachen und sich als potentielle Stammzellspender registrieren! Dabei kann jeder mithelfen und das eigene Netzwerk nutzen. „Wir sind froh und erleichtert, dass wir über diesen Weg, auch in dieser besonderen Situation, zur Registrierung aufrufen können“, so Lars Vollmer, einer der Initiatoren und ein guter Freund und Nachbar der Familie.
Diese Menschen können helfen
Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Pia und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über www.dkms.de/gemeinsamfuerpia die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen. Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jede:r nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender:innen, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut teilnehmen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.


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Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spendern für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.
Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme jeder Spenderin oder jedes Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. (DKMS-Spendenkonto, IBAN: DE86700400608987000286)
Über die DKMS
Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde 1991 in Deutschland von Dr. Peter Harf gegründet und verfolgt seitdem mit heute mehr als 1.000 Mitarbeiter weltweit das Ziel, möglichst vielen Menschen eine zweite Lebenschance zu geben. Dies ist ihr bis heute mit über 11 Millionen registrierten Lebensspender:innen durch die Vermittlung von Stammzellspenden mehr als 95.000 Mal gelungen. Damit ist sie weltweit führend in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Stammzelltransplantaten. Neben Deutschland ist die Organisation in den USA, Polen, UK, Chile und Afrika aktiv. In Indien hat sie gemeinsam mit dem Bangalore Medical Services Trust das Joint Venture DKMS-BMST gegründet.
Darüber hinaus engagiert sich die DKMS im Bereich Medizin und Wissenschaft mit ihrer eigenen Forschungseinheit, um die Überlebens- und Heilungschancen von Patienten immer weiter zu verbessern. In ihrem Hochleistungslabor, dem DKMS Life Science Lab, setzt sie weltweit Maßstäbe bei der Typisierung potenzieller Stammzellspender.

