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Bei einem Angriff mit einem Samuraischwert ist am Mittwochmorgen ein Polizist in Bad Herrenalb schwer verletzt worden. Symbolbild: PZ-Archiv/Seibel 

Psychisch auffälliger Mann greift Polizisten in Bad Herrenalb mit Samuraischwert an - Beamter muss notoperiert werden

Bad Herrenalb-Gaistal. Bei einem Angriff mit einem Samuraischwert ist am Mittwochmorgen ein Polizist in Bad Herrenalb schwer verletzt worden. Der Beamte hatte gemeinsam mit Kollegen einen 50-Jährigen im Weiler Gaistal festnehmen wollen, als dieser die Polizisten angriff.

Gegen 7 Uhr sollte der als gewalttätig bekannte Deutsche festgenommen und beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt werden. Ein Unterbringungsbefehl in eine psychiatrische Einrichtung lag den Beamten laut Polizei bereits vor. Grundlage sei ein ganzer Komplex von Delikten, teils gefährliche Körperverletzung, gewesen, den der Mann seit Mitte vergangenen Jahres begangen hatte.

Für die geplante Festnahme waren acht Polizisten des Calwer Reviers sowie eine Hundeführerin im Einsatz, da bisherige Erkenntnisse über den psychisch auffälligen Mann befürchten ließen, dass dieser sich der Polizei widersetzen könnte. Beim Versuch, die Wohnung zu betreten, schlug der 50-Jährige dann laut Polizei unvermittelt mit einem Samuraischwert auf die Beamten ein.

Ärzte müssen zweimal operieren

Einer der Polizisten wurde am Unterarm getroffen. Er erlitt tiefe und stark blutende Schnittverletzungen. Da er viel Blut verlor, musste er mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen und dort zweimal operiert werden. Laut Polizeipressesprecher Frank Otruba seien auch Gefäße und Nerven am Unterarm des Beamten verletzt worden. Ein weiterer Polizist erlitt Prellungen, ein anderer Kollege leichtere Schnittverletzungen.

Der Verurteilte muss für 14 Jahre ins Gefängnis. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Brennpunkte

14 Jahre Haft nach Mord mit Samuraischwert

Dass das auch noch schlimmer hätte ausgehen können, kann Otruba schon am Anfang der Ermittlungen sagen. Er spricht von einer Eingebung der Beamten, die sich beim Versuch, die Wohnung zu betreten, mit einem Schild geschützt hätten. Dieses sei zweimal von dem Samuraischwert getroffen und fast durchteilt worden.

Ohne dieses Schild hätte der Angriff noch fatalere Folgen haben können. Dann hätte das Schwert die Polizisten am Kopf treffen und ein „größeres Blutbad“ anrichten können.

Nicht nur einmal zugeschlagen

Der Mann wohnte laut Polizei alleine in der Wohnung. Er wurde noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt und in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Die Kripo in Calw ermittelt wegen des dringendes Verdachts der versuchten Tötung. Ob es sich um versuchten Mord handelt, könne noch nicht gesagt werden, so Otruba. Eines sei aber sicher: Der Verdächtige habe nicht nur einmal zugeschlagen.

Der Vorfall habe die Beamten sehr betroffen. Einige seien direkt danach nach Hause geschickt worden. Vor Ort waren laut Otruba auch psychosoziale Betreuungskräfte im Einsatz.

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Mit Material von pol