761_0008_627104_DSC06417
Das Betriebswerk von Abellio in Pforzheim (im Hintergrund) soll bestehen bleiben, wenn es nach dem Plan der SWEG geht. 

Rettungsplan für den Regionalbahnverkehr: Auch das Betriebswerk Pforzheim gesichert

Pforzheim/Enzkreis. Die SWEG aus Lahr, ein Tochterunternehmen des Landes, strebt Kauf von der insolventen Abellio Rail Baden-Württemberg an. Klappt alles nach Plan, bleibt alles bleibt bestehen: Abellio-Personal, die Werkstatt in Pforzheim und der gewohnte Fahrplan. Das Konzept soll zwei Jahre bis zur Neuausschreibung überbrücken. 

Trotz der Abellio-Insolvenz soll der Regionalbahnverkehr in der Region ohne Brüche weiterlaufen. Das Land hat dafür mit Unterstützung von externen Experten und Juristen verschiedene Lösungswege durchleuchtet. Nun zeichnet sich nach ersten Gesprächen im Regierungskabinett und im Gläubigerausschuss folgender Rettungsplan ab: Das Lahrer Verkehrsunternehmen SWEG, zu 95 Prozent im Besitz des Landes, gibt ein Übernahme-Angebot für Abellio Rail Baden-Württemberg ab – also für den Zweig des in Schieflage geratenen Konzerns, der rund zehn Prozent des Schienenverkehrs im Land bedient. Darunter sind auch die Regionalbahnen zwischen Stuttgart und Pforzheim beziehungsweise Bad Wildbad und Karlsruhe sowie die RE-Züge zwischen Stuttgart, Mühlacker und Bretten/Bruchsal.

Präsentation des Regionaltriebzug "Talent 2"
Baden-Württemberg

Angeschlagener Bahnbetreiber Abellio Rail Baden-Württemberg könnte "zerlegt verkauft werden"

Klappt die Übernahme wie geplant und ohne Verzögerungen bis zum Jahresende, würde der Schienenverkehr im bisherigen Takt, mit dem bisherigen Personal und den gewohnten Fahrzeugen weitergehen, so Verkehrsminister Winfried Hermann. Zunächst für zwei Jahre – bis zur erneuten Ausschreibung der Linien. Unter Umständen würde sich nicht einmal der Name auf den Zügen ändern. Denn Abellio soll wiederum Tochterunternehmen der SWEG sein.

760_0900_131190_Bahnsteig_Kombi_Niefern_nach_Stuttgart_0.jpg
Region+

Neuer Kombi-Bahnhof in Niefern: Letzter Schliff fehlt noch

Hermann klingt bei der Erläuterung des Modells im Kreis von Pressevertretern erleichtert. Das Konzept verhindere nämlich das schlimmstmögliche Szenario: eine Zerschlagung des Insolvenzunternehmens mit am Ende verschiedenen Besitzern von Teilbereichen und ungewissen Folgen für den Verkehr. Bei weitem interessantester Übernahmekandidat war dabei laut dem Minister keineswegs der Schienenverkehr selbst – sondern das Betriebswerk in Pforzheim. Dem Land ist es aber wichtig, dass diese Werkstätte in der Hand des Verkehrsbetreibers bleibt.

Weitere Details lesen Sie im Laufe des Tages an dieser Stelle.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

Zur Autorenseite