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Informieren über aktuelle Aspekte und Herausforderungen durch die Afrikanische Schweinepest (von links): der Leiter der unteren Jagdbehörde des Enzkreises, Clemens Rank, sowie Wimsheims Revierleiter Rolf Müller. Foto: Marx
Informieren über aktuelle Aspekte und Herausforderungen durch die Afrikanische Schweinepest (von links): der Leiter der unteren Jagdbehörde des Enzkreises, Clemens Rank, sowie Wimsheims Revierleiter Rolf Müller. Foto: Marx
13.06.2018

So soll verhindert werden, dass die Schweinepest im Enzkreis ausbricht

Pforzheim/Enzkreis. Die Afrikanische Schweinepest ist bis Polen und Tschechien vorgedrungen. Im Enzkreis hofft man, dass der rabenschwarze Tag - ein Ausbruch der Schweinepest in der Region - nie kommt. Doch für den Fall der Fälle ist man vorbereitet.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Enzkreis: Mit diesem Szenario beschäftigen sich die Experten seit vielen Monaten. Zwar ist die Krankheit für den Menschen ungefährlich, doch für Wild- und Hausschweine tödlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tiere im Stall eines landwirtschaftlichen Betriebes tatsächlich von der Seuche betroffen sind. Die Vorschriften sehen vor, dass in einem festgelegten Radius um einen bestätigten ASP-Standort herum präventiv alle Schweine zu töten sind. Würde etwa im Pforzheimer Hagenschieß ein totes Wildschwein gefunden und die Krankheit ASP bestätigt, träten Mechanismen in Kraft, die in ihrer massiven Folgewirkung nicht mehr zu stoppen wären. Schnell würde dann klar, dass nicht nur der Stadtkreis Pforzheim, sondern auch der Enzkreis und der Kreis Calw betroffen wären. Zwar nicht vollständig, aber anteilig. Und die im Aktionsgebiet befindlichen Schweinebetriebe müssten ihre Tiere keulen lassen. Clemens Rank, der Leiter der unteren Jagdbehörde des Enzkreises, weiß um die Gefahren und sieht sorgenvoll Richtung Tschechien und Polen. Bis dorthin hat sich ASP mittlerweile ausgebreitet.

[Dies war auch eines der Themen beim Pressetermin im Schweinestall von Landwirt Ulrich Hauser in Eisingen]

In Niedersachsen werden aktuell viele Maßnahmen gegen Wildschweine diskutiert. Gar wildschweinfrei wolle man einige Gebiete machen, heißt esdort. Das sei nicht durchführbar, meinen Rank und Wimsheims Revierförster Rolf Müller im Gespräch mit der Redaktion. Seit Mitte der 1980er-Jahre hätten sich die Wildschweinbestände in Baden-Württemberg verzehnfacht. Nun komme es darauf an, sie signifikant zu reduzieren. Eine vollständige regionale Eliminierung der Schwarzkittel sei mit den normalen Jagdmitteln gar nicht möglich und auch nicht erwünscht. Die von 2017 auf 2018 durchgeführten Drückjagden hätten in der Regel ein gutes Ergebnis gezeitigt. Und deshalb arbeite man bereits jetzt beispielsweise an der Organisation einer großen Drückjagd im Dezember dieses Jahres.

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