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Sternekoch Steffen Ruggaber schreibt mit dem „Lamm“ seine Erfolgsgeschichte fort und hat nun erneut eine Auszeichnung erhalten.  Foto: Brunner/privat 

Sterne-Restaurant „Lamm“ in Rosswag zum zweiten Mal mit Traubenadler Sommelier ausgezeichnet

Vaihingen-Rosswag. Es scheint fast so, als habe die Corona-Krise dem Rosswager Sterne-Restaurant „Lamm“ von Chefkoch Steffen Ruggaber nichts anhaben können. Denn in Sachen Auszeichnungen macht der Sternekoch da weiter, wo er vor der Pandemie aufgehört hat. Wurde der 44-Jährige 2019 vom Restaurantführer „Gusto“ noch als „Aufsteiger des Jahres“ gefeiert (die PZ berichtete), so erhielt das „Lamm“ nun vor Kurzem zum zweiten Mal in Folge vom Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und dem Magazin Meiningers Sommelier die Auszeichnung „Traubenadler Sommelier“. In der Endabrechnung der Preisverleihung landete das „Lamm“ auf dem zweiten Platz hinter dem Hotel-Restaurant „Zur Weinsteige“ in Stuttgart.

Beim diesjährigen Wettbewerb waren Sommeliers in ganz Deutschland dazu aufgerufen, sich mit einem Konzept zur Auswahl bester deutscher Rotweine von Spätburgunder bis Lemberger und Co. zu präsentieren. Und das kam geradezu einer Steilvorlage für Ruggaber und sein gesamtes Team um Ehefrau Sonja gleich, die für den Service und somit auch für die Weinkarte zuständig ist. Denn im „Lamm“ wird diesbezüglich seit Jahren Pionierarbeit betrieben, zumal ausschließlich deutsche Weine von der „Rosswager Halde“ bis zu anderen edlen Tropfen – bevorzugt aus Württemberg, Baden oder der Pfalz auf der Karte stehen. „Das kommt gut an und gerade im Rotweinbereich haben wir es schon sehr oft erreicht, dass unsere Gäste ihren Horizont in Bezug auf deutschen Wein erweitern und sogar in ihre privaten Einkäufe miteinbeziehen“, sagt Steffen Ruggaber. Gleichzeitig räumt er aber auch ein, dass es nicht immer einfach sei, Restaurantbesucher davon zu begeistern, einmal nicht nach spanischen oder französischen Rotweinen zu greifen.

„Wir haben eine Menge Herzblut hineingesteckt, um eine rein deutsche Weinkarte zusammenzustellen“, betont der Sternekoch. Zwischen 5000 und 6000 Flaschen lagern in seinem Keller, wobei fast jedes deutsche Weingut in westlichen Gefilden vertreten ist. Aber auch Winzer aus dem Osten der Republik habe er schon im Repertoire gehabt, berichtet der 44-Jährige. „Es macht Spaß, mit deutschen Winzern nahe am Produkt zu sein. Und durch diesen Kontakt entstehen auch Freundschaften“, erläutert Ruggaber.

„Wer auf der Suche nach der abwechslungsreichsten Auswahl deutscher Rotweine ist, wird in Rosswag an der Enz fündig“, heißt es in der Wettbewerbs-Laudatio der VDP-Jury. Steffen Ruggaber habe seine Auswahl fast schon wissenschaftlich nach den Kriterien Rebsortenvielfalt mit Schwerpunkt Spätburgunder und Lemberger, Stilistik des jeweiligen Weinguts, Individualität der Weine und Terroir-Charakter zusammengestellt. Vorbildlich sei auch, dass im „Lamm“ über die regionalen Grenzen hinausgeblickt werde. Die Pfalz sei mit 30 Weinen von sieben Weingütern fast ebenso breit vertreten wie Württemberg. Und auch die badische Rotweinwelt sei ähnlich abgebildet.

Peter Hepfer

Peter Hepfer

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