nach oben
Auch an der Postwiesenstraße hat das Sturmtief "Burglind" heftig gewütet. © Meyer
In Dürrn musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von der Enzberger Straße räumen.  © Meyer
Auch an der Postwiesenstraße wütete Sturm "Burglind". © Meyer
Die Feuerwehr war am Mittwochmorgen im Dauereinsatz. In Dürrn musste ein riesiger Baum von der Straße beseitigt werden. © Meyer
Überall im Stadtgebiet sowie im Enzkreis wehte der Sturm Mülltonnen um und verteilte deren Inhalt auf der Straße – so wie hier an der Anshelmstraße. © Meyer
Auf der Enzberger Straße in Dürnn ist ein großer Baum auf die Fahrbahn gestürzt und erwischte dabei auch ein Auto. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um die Schäden zu beseitigen. © Meyer
Im Grösseltal sorgte ein umgestürzter Baum dafür, dass die Fahrbahn unbefahrbar wurde. © Meyer
03.01.2018

Sturmtief "Burglind" fegt über die Region: 121 Einsätze in Pforzheim und dem Enzkreis

Pforzheim/Enzkreis. Seit Mittwochmorgen war die Feuerwehr in Pforzheim und dem Enzkreis quasi ohne Pause im Dauereinsatz: Umgestürzte Bäume auf den Straßen in der Region hielten die Rettungskräfte in Atem. Fahrbahnen waren unbefahrbar, Bahnen fielen für längere Zeit aus, Busse mussten den Verkehr einstellen. Hier lesen Sie alles zum Sturm:

Feuerwehren in Pforzheim und Enzkreis im Dauereinsatz

Mit bis zu 100 Stundenkilometern fegt das Tief "Burglind" am Mittwoch durch die Region. Vom frühen Morgen an mussten die Feuerwehren in Pforzheim und dem Enzkreis insgesamt 121 Mal ausrücken. Hier die Übersicht aller aktuellen Geschehnisse:

*Ticker aktualisieren*

Am Donnerstagmorgen erklärte ein Polizeisprecher gegenüber PZ-news, dass die Nacht ruhig verlaufen sei und es keine weiteren erwähnenswerten Einsätze mehr wegen des Unwetters gegeben habe. Der Bahnverkehr in einigen Teilen des Südwestens wird allerdings voraussichtlich noch einige Tage eingeschränkt bleiben.

Die Feuerwehr hat am Abend die Zahl der Einsätze nach oben korrigiert. So musste die Feuerwehr bis 19 Uhr insgesamt 121 Mal (Stadt Pforzheim 60, Enzkreis 61) ausrücken. Größtenteils wurden die Einsatzkräfte aufgrund von herunterstürzenden Dachziegeln oder Kaminen gerufen. Auch umgeknickte Bäume riefen die Feuerwehr auf den Plan. Zudem mussten laut Feuerwehr Sicherungsmaßnahmen bei abstürzenden Fassadenteilen getätigt werden.

Da in der Nacht noch mit weiteren starken Sturmböen zu rechnen ist, könnte sich die Anzahl der Sturmeinsätze noch erhöhen.

Tief „Burglind“ hat laut Forstamtsleiter Frieder Kurtz in Waldgebieten im Enzkreis keine dramatischen Sturmschäden hinterlassen. Die öffentlichen Verkehrswege seien großteils frei, einzelne Waldwege allerdings bis auf Weiteres wegen umgestürzter Bäume noch nicht passierbar. „Dennoch ist Vorsicht geboten“, warnt der Experte. „Da wir wohl die beiden nächsten Tage benötigen werden, um alle Schäden aufzunehmen und uns im Moment noch nicht alle Gefahrenstellen bekannt sind, bitten wir die Bevölkerung dringend, Waldgebiete erst einmal zu meiden.“ heißt es in einer Pressemitteilung des Landratamts.

Der Kreis Calw blieb ebenfalls nicht vom Unwetter verschont: Die Leitstelle Calw verzeichnete insgesamt 110 Feuerwehreinsätze. Was im Detail passierte, lesen Sie hier: Sturmtief "Burglind" fegt auch über den Landkreis Calw

Vorbereitungen auf mögliche Hochwasser: Die Hochwasservorhersagezentrale in Baden-Württemberg verzeichnete bereits seit Mittwoch steigende Pegelstände in einigen Gewässern. Für Donnerstag kündigte sie in Hinblick auf den anhaltenden Regen auch mögliche kleine bis mittleren Hochwasser im Enzkreis an. Die Freiwillige Feuerwehr in Ötisheim kontrollierte alle zwei bis drei Stunden die Pegelstände. „Wenn es nötig wird einzugreifen, verfahren wir nach dem Hochwasseralarmplan“, erklärte Komandant Jochen Hörnle. Auch in Mühlacker wurden frühzeitig Vorbereitungen getroffen, um im Falle eines Hochwassers gewappnet zu sein.

Was zahlt eigentlich die Versicherung, wenn es um Sturmschäden geht? PZ-news hat sich für Sie schlau gemacht. Hier geht es zum PZ-Plus-Artikel!

Auch in der Vergangenheit gab es einige schwere Unwetter oder gar Orkane, die über Pforzheim und den Enzkreis sowie Deutschland oder ganz Europa hinweg fegten. Teilweise forderten sie Todesopfer. PZ-news hat im exklusiven PZ-Plus-Bereich die schlimmsten schweren Unwetter der vergangenen Jahre für Sie zusammengefasst.

Am Mittag waren nahezu alle Strecken in der Region wieder befahrbar. Lediglich die B463 zwischen Dillweißenstein und Unterreichenbach war aufgrund eines Feuerwehreinsatzes bis am Abend gesperrt. Mittlerweile ist die Strecke laut Polizei wieder befahrbar. Dort waren gleich mehrere Bäume auf die Fahrbahn gestürzt. Weitere Bäume drohten, dort von einer Felskante abzustürzen.

Bildergalerie: B463 bei Dillweißenstein wegen "Burglind" gesperrt

Zugfahrer, die von Bad Liebenzell nach Pforzheim wollten, mussten ebenfalls am Mittag noch passen: Auf der Strecke zwischen Nagold und Wildberg war wegen des Unwetters der S-Bahn-Betrieb eingestellt. Alternativ konntenn Bahnreisende den Bus über Schömberg nehmen.

Feuerwehrkommandat Sebastian Fischer erklärte im Interview mit PZ-news, dass die Floriansjünger allein zu insgesamt rund 50 Einsätzen im Enzkreis gerufen wurden. 35 Einsätze habe es im Stadtgebiet Pforzheim gegeben, so Fischer weiter. Schwerpunkt seien umgestürzte Bäume, herabfallende Äste, Bauzäune, Schilder und Wasserschäden gewesen.

Fast alle freiwilligen Feuerwehren aus dem Enzkreis waren am Mittwoch im Einsatz, genau wie alle acht freiwiliigen Wehren aus der Stadt. Die Berufsfeuerwehr blieb laut Fischer in der Wache, um den Ernstfall durch einen Brand oder einen Unfall abzudecken. Die integrierte Leitstelle war verstärkt worden: Insgesamt 15 Personen beantworteten hier alle eingehenden Anrufe. Fischer mahnt allerdings weiter zur dringenden Vorsicht: Durch aufgeweichte Boden können Bäume umstürzen, Waldgebiete sind laut dem Feuerwehrkommandant also dringend zu meiden.

Bildergalerie: Sturm "Burglind" wütet in der Region

Laut Polizeisprecher Ralf Minet gingen alle sturmbedingten Unfälle in der Region gerade noch einmal glimpflich aus. "Eine Frau in Bad Herrenalb erlitt einen Schock, nachdem ein Baum auf ihren Wagen gestürzt war. Außerdem wurde eine Person auf der Landstraße zwischen Pforzheim Süd und Wurmberg bei einem Auffahrunfall leicht verletzt", erklärte er gegenüber PZ-news. Bei Bad Herrenalb-Bernbach und Oberdingen kam es zu zwei Unfällen mit zwei leichtverletzten Personen.

Insgesamt rund 200 Einsätze verzeichnete das Polizeipräsidium Karlsruhe zwischen 5.40 Uhr und 15 Uhr im gesamten Einsatzgebiet, das Pforzheim, den Enzkreis, den Kreis Calw sowie den Kreis Karlsruhe umfasst.

In Huchenfeld deckte der Sturm das Dach einer Firma großflächig ab, was laut Feuerwehr zu erheblichen Wasserschäden führte.

Auf den Hohlweg in Wimsheim fielen gleich mehrere Tannen und machten den Fußgängerweg schwer passierbar.

Auf der Straße von Pforzheim in Richtung Birkenfeld war um 10.14 Uhr laut Polizei ein Baum auf die Strecke gestürzt.

Auf Höhe der Liebfrauenstraße in Pforzheim war ein Baum auf die Gleise gestürzt. Die zuständige Bundespolizei sicherte den betroffenen Abschnitt und sperrte die Strecke für die Dauer der Aufräumarbeiten.

An der Kanzlerstraße vom Mäurach in Richtung Pforzheim machte ebenfalls ein Baum Probleme: Er hing auf Höhe des Wasserwerks quer über die Fahrbahn und drohte hinabzustürzen. Die Einsatzkräfte mussten ihn beseitigen, so die Polizei.

Bildergalerie: Sturm "Burglind" wütet in Pforzheim

Auch an der Postwiesenstraße wütete Sturm "Burglind".

Auch die Kulturhalle und die Baustelle am Neuen Rathaus in Remchingen hat der Sturm nicht verschont: Dort warf "Burglind" ein Dixiklo um und beschädigte Absperrungen und Schilder. Danke für die Info an PZ-news-Leser Noah.

Im Pforzheimer Rodgebiet war ein rund 20 Meter hoher Baum zu Teilen auf ein abgestelltes Auto sowie auf ein Grundstück gestürzt. Verletzt wurde niemand, meldete PZ-news Leser Matthias Wolf. Allerdings seien Zäune, ein Einfahrtstor und das betroffene Auto beschädigt.

Die Verkehrsgesellschaft AVG meldete Fahrtausfälle und Verzögerungen aufgrund des Sturmtiefs. "Hiervon sind vor allem die Stadtbahnlinien S1, S11, S31, S32, S4 sowie S8 und S81 betroffen", hieß es in einer Mitteilung.

Auf der Sparkassen-Baustelle in der Pforzheimer City stürzten einige Absperrungen um.

An der Bleichstraße in Pforzheim gab es am Morgen gegen 8 Uhr für einige Sekunden einen kurzen Stromausfall. Bei Dachaufbauten in einem dortigen Hinterhof hat es ein Wellblech weggeweht.

Ein Sprecher der RVS erklärte, dass die Stadtbusse in Pforzheim und den Stadtteilen planmäßig verkehren. Bis 10.30 Uhr habe es keine Ausfälle gegeben. 

An der Kelterstraße in Pforzheim ist eine Baustellenabsperrung umgekippt.

In Calmbach lagen die Mülltonnen auf den Straßen zerstreut, Bäume waren abgeknickt und Dixiklos umgefallen.

Auch in Wurmberg war die Feuerwehr im Einsatz und kümmerte sich um sämtliche Behinderungen durch umgestürzte Bäume und hinabfallende Äste.

In Schömberg war laut Polizei ein großer Bauzaun umgestürzt.

Nicht nur im Enzkreis, sondern auch in weiten Teilen des Landes, wie zum Beispiel im Kreis Calw sowie im Schwarzwald, gab es einige Verkehrsbehinderungen und Unfälle durch Tief "Burglind". Mehr dazu lesen Sie hier: Sturm trifft Baden-Württemberg - Polizei im Dauereinsatz

"Aus Grunbach kommt man nicht raus", schrieb Snapchatterin @alicia301098 - sowohl in Richtung Unterreichenbach als auch am Herrmannsee ging nichts mehr.

Snapchatterin @tabea_kaelber meldete über den Snapchat-Kanal der PZ (@pznews), dass in Obernhausen ein Baum in einer Kurve in Richtung Birkenfeld auf die Straße gefallen ist. Er wurde aufgeräumt, war aber aus Fahrtrichtung Obernhausen schwer zu erkennen - Unfallgefahr!

Auch auf der Güterstraße in Pforzheim melden Leser hinabgestürzte Ziegel. Auf der Friedensstraße behindern größere Äste den Verkehr.

In Ottenhausen hatten die Sturmböen ein Dach teilweise abgedeckt. In Pfinzweiler drohten ebenfalls einige Ziegel hinab zu stürzen.

Auch in Heimsheim und Illingen waren die Feuerwehren ebenfalls im Einsatz. Wie überall in der Region sorgten umgestürzte Bäume dort für Probleme.

Im Pforzheimer Wildpark gab es ebenfalls Schäden: Die Zäune bei den Gehegen der Steinböcke und beim Guanako wurden laut Wildpark-Leiter Carsten Schwarz beschädigt. "Der Boden ist stark durchnässt, was die Sache für die Tiere im Hinblick auf die Standsicherheit der Bäume noch gefährlicher macht", so Schwarz. Alle Tiere seien aber in Sicherheit, ergänzte der Wildpark-Chef.

Sturmtief "Burglind" sorgt für Schäden im Wildpark

Thomas Paul meldete über den WhatsApp-Service von PZ-news größere Äste, die am Waldrand in Huchenfeld die Straße blockierten.

Ebenfalls in Huchenfeld kippte ein Baum auf zwei Autos und beschädigte sie dadurch. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 4000 Euro.

PZ-news-Leserin Marta P. meldete über WhatsApp einen kleinen Baum, der auf den Gleisen in Dillweißenstein lag.

Auch PZ-news-Leser Stefan Beilharz hielt die Community mit seiner Information von der Landstraße zwischen Wimsheim und Mönsheim auf dem Laufenden: Sie war zeitweise aufgrund umgestürzter Bäume unbefahrbar.

PZ-news-Leserin Ana Ivicic meldete einen umgestürzten Baum, der im Kreisverkehr in Huchenfeld in Richtung Hohenwart die Strecke blockierte.

In Keltern-Dietlingen soll sich Augenzeugenberichten zufolge ein mobiles Toilettenhäuschen selbstständig gemacht haben und durch die Gegend "geflogen" sein.

Auch in Königsbach, Straubenhardt, Tiefenbronn, Remchingen und Neulingen wurde die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen wegen umgestürzten Bäumen alarmiert.

Richard Eberhardt von der Reisegesellschaft Eberhardt-Reisen hatte am Morgen ebenfalls keine guten Nachrichten: Er musste den Verkehr der Buslinien 743 und 744 zwischen Pforzheim, Büchenbronn und Langenbrand zeitweise einstellen. "Es ist momentan einfach zu gefährlich für Busfahrer und Fahrgäste, die Sicherheit geht vor", erklärte er gegen 8.30 Uhr gegenüber PZ-news.

Darüber hinaus meldete PZ-news-Leser Christian Skibba einen Stromausfall in Ötisheim-Schönenberg.

Bereits am frühen Morgen war eine 15 Meter hohe Tanne auf einem Privatgrundstück an der Dennachstraße auf dem Buckenberg umgestürzt.

Auch zwischen Wiernsheim und Pinache sollen Bäume umgestürzt sein – genau wie in den Bereichen Lomersheim und Mühlacker.

Bereits ab 8 Uhr gab es erste Meldungen aus dem Enzkreis, wo der starke Wind für Behinderungen sorgte: In Dürrn war an der Enzberger Straße ein Baum auf ein Auto gestürzt. Ähnlich verhielt es sich an der Grösseltalgaststätte, wo ebenfalls ein Baum auf ein Auto gestürzt war. Auf der Straße zwischen Eisingen und Kieselbronn, an der Frankenstraße in Ellmendingen sowie auf der B35 bei Lienzingen sind Bäume und Äste auf die Fahrbahn gestürzt. 

Die Böen sollten zum Mittag hin immer weiter zunehmen. Der Deutsche Wetterdienst gab bereits am Vortag eine Sturmwarnung heraus. Bitte fahren Sie vorsichtig und seien Sie wegen hinabstürzender Dachziegel besonders aufmerksam.

Haben Sie Behinderungen durch den Sturm bemerkt? Melden Sie Ihre Gefahrenstelle– gerne auch mit Foto – bei PZ-news per E-Mail unter internet@pz-news.de.

*Ticker aktualisieren*

Zur Wetterwarnung kommen Sie hier:*KLICK*

Wie sich der Sturm im Rest Deutschlands entwickelt, lesen Sie hier: KLICK

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Donnerstag in der Pforzheimer Zeitung sowie im Epaper auf PZ-news.de!

Informationen zum Sturm gibt es auch im Snapchat-Account der PZ: Einfach pznews hinzufügen.