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Bringen durch Musik und Wort die Seele zum Klingen: Gastorganist und Kirchenmusikdirektor Hans-Eugen Ekert sowie Pfarrerin Gabriele Sauer.  Foto: Fux 

Unbeschwert, aber mit Abstand: Gelungener Auftakt des Mühlacker Orgelsommers

Mühlacker. Der Mühlacker Orgelsommer der evangelischen Gesamtkirchengemeinde meldete sich am Freitagabend mit einem glanzvollen Orgelkonzert von Gastorganist Kirchenmusikdirektor Hans-Eugen Ekert in der Pauluskirche zurück. Für Entspannung und Wohltat für Herz und Seele sorgte die geistliche Abend-Musik aus der Mönch-Orgel, aus der der Kirchenmusiker aus Stuttgart musikalisch alles herausholte und virtuos viele Facetten zeigte. Pfarrerin Gabriele Sauer wählte zwischen den Musikstücken Lesungen, Gebete und entsprechende Bibelstellen sowie einen Text von Dietrich Bonhoeffer aus, die zum Nachdenken anregten und Hoffnung und auch Zuversicht am Ende der Arbeitswoche – gerade auch in der Zeit von Corona – gaben.

Auch dieses Thema war in der Kirche allgegenwärtig. Denn die geistliche Abendmusik und das Kinderorgelkonzert werden nach strengen Regeln des Hygieneschutzkonzepts der evangelischen Paulusgemeinde organisiert. Mit erforderlichem Mindestabstand hat es in der Pauluskirche 52 Plätze, eine Mund-Nasendeckung ist ebenso Pflicht wie Desinfektion, Namen und Adressen werden im Eingangsbereich des Gotteshauses vorab notiert, das einzeln betreten und wieder verlassen wird.

"Wir sind froh, einen Weg gefunden zu haben, damit der Mühlacker Orgelsommer, wenn auch in abgespeckter Form, stattfinden kann."

Pfarrerin Gabriele Sauer

Auch der Orgelsommer selbst findet aufgrund von Corona in kleinerer Form statt und auch das Mitbeten, wie Pfarrerin Sauer betonte, geschieht im Herzen und erfolgte lautlos. „Wir sind froh, einen Weg gefunden zu haben, damit der Mühlacker Orgelsommer, wenn auch in abgespeckter Form, stattfinden kann“, so die Pfarrerin. Jeweils freitags um 19 Uhr am Ende der Arbeitswoche werden verschiedene Musiker und Pfarrer die Seele mit Musik und einem wohltuenden Wort zum Klingen bringen.

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Das Hygieneschutzkonzept der evangelischen Paulusgemeinde und die Abstandsregeln gelten auch für die geistliche Abendmusik. Foto: Fux

Gelungener und klangvoller hätte der Auftakt am Freitagabend nicht sein können, denn was der Organist der Mönch-Orgel und den Orgelpfeifen entlockte, war beispiellos. Ekert, der bereits 2016 in Mühlacker spielte, wählte zur Eröffnung „Toccata VI in F aus Apparatus musico-organisticus“ von Georg Muffat aus, das 1690 in Salzburg entstand und noch heute ein musikalischer Genuss ist.

50 Besucher genossen Bach und Gade

Wer die Augen schloss, war dann geistig ganz bei Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) und seinem: Nun „dancket“ alle Gott, 18 Chorälen verschiedener Art, auch Leipziger Choräle genannt, die er in seinen letzten Lebensjahren zusammenstellte. Die Sammlung enthält Chorbearbeitungen für Orgel mit zwei Manualen und Pedal.

Aber auch „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Niels Wilhelm Gade (1817–1890) passte hervorragend zum Auftakt des Mühlacker Orgelsommers wie auch Johann Sebastian Bachs „Praeludium und Fuge C-Dur BWV 547“. So verging die Zeit nur allzu rasch, bis sich die rund 50 Besucher – in geordneter Form – ohne die Bildung von Menschentrauben und in freudiger Erwartung auf das nächste Konzert wieder auf den Heimweg machten.

Am Freitag. 10. Juli, wird die Reihe mit Christiane Sauter-Pflomm an der Orgel in der Pauluskirche fortgesetzt.