Jetzt stecken sie mittendrin, die Berufspendler: Seit Samstag kommt es aufgrund von Gleiserneuerungen zwischen Karlsruhe und Pforzheim zu zahlreichen Zugausfällen. Nach dem Pfingstwochenende trifft es am Dienstag den Berufsverkehr.
Die Dauer: Bis zum 3. Juni wird zwischen Karlsruhe und Pforzheim noch gebaut.
Das Ziel: eine bessere Linie von Durlach bis Mühlacker.
Die Konsequenz: Züge fallen aus, die Fahrgäste müssen in Ersatzbusse umsteigen. Erstmal zwischen Karlsruhe, beziehungsweise Söllingen und Pforzheim. Intercity und IRE nehmen den Umweg über Bruchsal, S5 und RE fahren nicht.
Mittendrin: die Bahnreisenden, die schauen müssen, wie sie rechtzeitig von A nach B gelangen.
PZ-news hat die Leser gefragt: Wie kommen Sie mit den Sperrungen zurecht? Funktioniert der Schienenersatzverkehr (SEV) oder gibt es Probleme?
Susanne Koch aus Neuenbürg ärgert sich: "Eine Zumutung mit der Bahn zu fahren: Die Strecke von und nach Neuenbürg ist einspurig. Die Bahn muss den aus Pforzheim kommenden verspäteten Zug am Bahnhof Neuenbürg abwarten. Mit 12 min Verspätung fährt der Zug ab. Der Fernverkehr ab Pforzheim ist über Monate grundlos eingestellt, so dass man anstatt in Pforzheim nun in Vaihingen Enz umsteigen muss. Eine Toilette wird den Fernreisenden in dieser Bahn auch nicht ermöglicht. Dem Fahrer teilte ich in Neuenbürg mit das ich in Vaihingen Enz in den Fernverkehr umsteigen muss und so über die Bahn gebucht war. Regulär wären es 8 min Umsteigezeit. Er funkte zwar die Gegenrichtung an wann die S6 kommt. Doch für die Fernreisenden einen Anschluss noch zu ermöglichen passierte leider nichts. Eine Gruppe von ca. 15 bis 20 Personen sind in Vaihingen Enz ausgestiegen, ohne jegliche Information zu haben. Zwei Minuten fehlten am Ende um den IC nach Nürnberg zu erreichen. Anstatt mit dem IC Zug muss mit dem unkonfortablen Bummelzug einem RE nach Stuttgart gefahren werden. 40 min. Später wie geplant kommt man in Stuttgart an. 50 min. Länger dauerte meine Fahrt. Andere ihre Sitzplatzreservierungen sind weg. Der Zug nach München ab Stuttgart wurde dadurch auch nicht erreicht. Durch etwas bessere Organisation hätte man dies vermeiden können."
Ina Erdmann aus Pforzheim war wenig begeistert von ihrer Fahrt am Montag von Karlsruhe nach Pforzheim: "Habe gestern die Erfahrung gemacht, dass der SEV-Bus von Karlsruhe Hauptbahnhof um 9.30 Uhr morgens überhaupt nicht gekommen ist. Er sei in PF los gefahren und dann spurlos verschwunden. Wir haben dann eine Stunde warten müssen auf den nächsten Bus. Das war ärgerlich."
Johanna Wies hat PZ-news über Twitter ihre Erfahrung mitgeteilt. Sie müsse "fast eine Stunde eher raus zur Arbeit" und im Bus "von Durlach bis Pforzheim stehen". Um 7.25 Uhr gebe es nämlich nur einen Bus auf dieser Strecke.
"Von Königsbach aus gibt es nicht einmal einen direkten Schienenersatzverkehr (SEV) nach Pforzheim", ärgert sich ein 17-Jähriger Bahnkunde. "Man muss zuerst nach Wilferdingen fahren und dort in einen Schienenersatzverkehr umsteigen, der nach Pforzheim fährt." Die einzige Alternative sei der Bus der Linie 731 - doch der benötige fast 40 Minuten. Zudem werde der SEV-Bus zwar als Ersatz für die S 5 angegeben - "aber er hält nicht überall wo die S5 hält", so der junge Mann, der anonym bleiben möchte. Zudem hätten bei ihm die Anzeigen im Bus nicht funktioniert, weswegen er von Wilferdingen aus in Kleinsteinbach statt in Königsbach gelandet sei.
Auch über Snapchat erreichen die Redaktion die Reaktionen der Leser, die jedoch Verständnis zeigen. Darunter ist zum Beispiel Chakira Meurer: "Ich komme aus Mühlacker und fahre normalerweise jeden Tag mit der Bahn nach Hause und zur Schule. Jetzt nehme ich aber stattdessen den Bus, was ein größerer Aufwand ist und länger dauert. Aber ich persönlich komme damit zurecht."
Für Yasin Gürbüz sei es "klar, dass man länger braucht". Normalerweise brauche sie mit dem IRE 35 Minuten, derzeit mindestens eine Stunde. "Dauerhaft kämen viele damit nicht klar, aber für eine kurze Zeitspanne ist es recht gut gelöst."
Ein weiterer Snapchat-Nutzer sieht es locker: "Heute geht's mit dem Bus nach Söllingen und dann mit der S5 nach Karlsruhe. Das dauert zwar länger, aber lohnt sich für das Public Viewing im Wildparkstadion." Dagegen schreibt ein anderer Follower des Accounts "pznews": "Ich finde es schrecklich, da ich in Verbindung mit meinem Hobby fast jeden Tag nach Karlsruhe gehe. Jetzt muss ich von Ersingen aus zweimal Bus fahren - und danach auch noch Bahn." Und eine dritte Snapchat-Userin klagt: "Es dauert megalange von mir (Bilfingen) bis nach Pforzheim: Normalerweise sind es elf, jetzt 45 Minuten."
Eine PZ-news-Leserin aus Berghausen ist positiv überrascht. Sie habe "das totale Chaos erwartet", als sie sich am Dienstag auf den Weg zur Arbeit nach Pforzheim gemacht habe. Zuerst ging es mit der Bahn nach Söllingen, dort musste sie dann in den Bus wechseln. "Direkt am Gleis standen aber zwei Bahn-Mitarbeiter, die mir erklärten, wo ich hin muss und wann der Bus kommt." Der SEV sei dann auch pünktlich in Pforzheim angekommen. Trotzdem: "Eine halbe Stunde früher muss man dennoch aus dem Haus, das ist natürlich schade um den Schlaf."
Der Königsbach-Steiner PZ-news-Leser Tom Wolske hat am Samstag schon einmal den Schienenersatzverkehr (SEV) persönlich getestet. Seine Erfahrungen: "Der SEV ist generell gut organisiert und fängt die Ausfälle der S5 gut ab. Jedoch sind die Umstiegszeiten sehr knapp kalkuliert. Der SEV von Bilfingen über Königsbach nach Wilferdingen darf zum Beispiel keine Verspätung haben, ansonsten bekommt man den Anschlussbus nicht." Das ist Tom Wolske am Samstag gleich zweimal passiert. Und: "Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Busse deutlich vor der eigentlichen Abfahrt weiterfahren und dadurch die Anschlüsse ebenfalls nicht erreichbar sind."
Er hofft, dass es sich dabei um Probleme handelt, die an den nächsten Tagen nicht mehr so häufig auftreten werden. Wobei er auch warnt: "Jedoch denke ich, dass sich das Problem mit dem Berufsverkehr ab Dienstag eher verschlimmern wird."
Ein weiterer Leser aus Königsbach hat seinem Ärger über WhatsApp bei PZ-news Luft gemacht. Er schreibt an die Redaktion: "Von Königsbach aus fährt kein SEV nach Pforzheim, man muss extra nach Wilferdingen fahren... Oder man nimmt den 731er, der fast 40 Minuten fährt... Ich finde es eine Frechheit, die ausfallenden Fahrten nicht zu ersetzen."
Was sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie uns – möglichst mit Angabe Ihres Namens und Wohnorts – an internet@pz-news.de oder per WhatsApp oder SMS an die Nummer 0157/92451351.

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