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In Corona-Zeiten galt es auch bei der Siegerehrung am Wolfsberg Abstand zu halten: Finalistin Marina Melnikova, Turniersiegerin Clara Tauson, Michael Stepper (Geschäftsführer, Fritz Stepper GmbH), Reiner Hell (TCW-Präsident), Sieger Mats Rosenkranz und Finalist Patick Zahraj (von links).  Foto: Meister 

Hochklassiges Tennis trotzt Corona: TC Wolfsberg gibt wichtiges Signal für die lokale Sportszene

Pforzheim. „In solchen Zeiten müssen wir uns glücklich schätzen, dass wir Tennis spielen dürfen“, sagte Reiner Hell, Präsident des TC Wolfsberg, bei der Siegerehrung. Die Akteure hatten trotz Corona-Pandemie hochklassiges Tennis gezeigt. Beim 38. Goldstadtpokalturnier um den Cup der Fa. Stepper holte Mats Rosenkranz (TC Bredeney Essen) den Titel. Die 30. interna-tionalen badischen Meisterschaften um den G.-Rau-Admedes-Cup gewann die Dänin Clara Tauson (TC Wolfsberg). Bei den Männern war ein langer Atem gefrag

Im Halbfinale mussten die späteren Finalkontrahenten Rosenkranz und Patrick Zahraj (Wiesbadener THC) jeweils über drei Gewinnsätze gehen. Deshalb startete das Endspiel spät und erst gegen 17 Uhr beendete Rosenkranz mit einem 6:4, 3:6, 6:2 das Turnier. Der Sieger bei den Männern überzeugte im Finale dank starkem Aufschlag. Doch mit unnötigen Fehlern hielt Rosenkranz seinen kampfstarken Gegner im Spiel.

Zahraj entpuppt sich als Überraschungsmann

Im Turnierverlauf hatte sich Zahraj als Überraschungsmann entpuppt. In der ersten Runde besiegte er bereits den Top-Gesetzten Daniel Masur.

Mats Rosenkranz hatte in den Vorwochen für Furore gesorgt, da er die deutschen Topspieler Yannick Hanfmann aus Karlsruhe (früherer Goldstadtpokal-Sieger) und Jan-Lennard Struff (Warstein) schlug. „Nach insgesamt sechs Sätzen am Finaltag war es sehr hart, aber nun bin ich glücklich“, sagte Rosenkranz in Pforzheim.

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Dominant: Clara Tauson stellte als Siegerin ihr Talent unter Beweis. Foto: Meister

"Ich wollte einfach tolles Tennis spielen."

Dänin Clara Tauson (17)

Die 17-jährige Clara Tauson freute sich nach ihrem Triumph im Finale. „Ich wollte einfach tolles Tennis spielen“, sagte die Dänin. Sie war mit einer Lizenz des TC Wolfsberg an den Start gegangen.

Im Finale gegen die Russin und frühere Wimbledon-Teilnehmerin Maria Melnikova (TC 1899 Blau-Weiss Berlin) zeigte Clara Tauson von Beginn präzise Schläge. Den ersten Satz gewann die rund 13 Jahre jünge Spielerin mit 6:2. Im zweiten Satz hatten die Spielerinnen zunächst Probleme, ihren Aufschlag durchzubringen, doch Clara Tauson sicherte durch starkes Laufspiel und Timing die entscheidenden Punkte und siegte erneut 6:2. „Ich habe selten solch eine gute Spielerin am Wolfsberg gesehen“, schwärmte Reiner Hell. Die Siegerin hatte beim Turnier in der Nordstadt nicht einen Satz abgegeben.

Talent liegt in der Familie

Bei ihr liegt das Talent möglicherweise in der Familie. Michael Tauson, ihr Onkel, spielte bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul. Während seiner Karriere schlug er bekannte Spieler, wie den Österreicher Thomas Muster oder den Niederländer Paul Haarhuis. Im Davis-Cup-Viertelfinale 1988 spielte Tauson mit den Dänen gegen Deutschland mit Boris Becker und Eric Jelen und unterlag mit seinem Team dem späteren Pokal-Gewinner mit 0:5.

"Für die Turnierteilnahme ist eine Lizenz bei einem deutschen Verein notwendig und die konnten wir ihr in diesem Fall kurzfristig geben."

Turnierdirektor Thomas Hell zu der Frage, ob Clara Tauson noch einmal bei einem Turnier für den TC Wolfsberg aufschlagen wird - eher unwahrscheinlich.

Ob Clara Tauson noch einmal bei einem Turnier für den TC Wolfsberg aufschlagen wird, erscheint unwahrscheinlich. „Für die Turnierteilnahme ist eine Lizenz bei einem deutschen Verein notwendig und die konnten wir ihr in diesem Fall kurzfristig geben“, erklärte Thomas Hell, der in Pforzheim als Turnierdirektor fungiert.

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17-jährige Dänin Clara Tauson sorgt bei Tennis-Turnier des TC Wolfsberg für Furore

Erst vor 14 Tagen hatten die Verantwortlichen grünes Licht erhalten. „Es war eine gute Entscheidung, dass wir es durchgezogen haben“, resümierte TCW-Präsident Reiner Hell. Zwar durften nur 100 Zuschauer die Spiele verfolgen und der traditionelle Brunch fiel aus, dennoch sagte Finalist Zahraj: „Sobald wir auf dem Platz stehen, ist sowieso alles vergessen.“ Turnierleiter Thomas Hell sprach von einer „nie da gewesenen Qualität in den Startfeldern“. Die Hauptsponsoren Michael Stepper (Stepper GmbH) und Dirk Heining (Admedes GmbH) lobten Veranstalter und Sportler.

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