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Rapolder © dpa
09.03.2011

KSC: Uwe Rapolder rechnet mit Präsidium und Fans ab

KARLSRUHE. Uwe Rapolder saß nur 99 Tage auf der Trainerbank des Karlsruher SC. Dann trennten sich mitten im Abstiegskampf die Wege „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie es auf der Pressekonferenz von Vereinsseite hieß. In der aktuellen „Sport Bild“ schimpft Rapolder jetzt über KSC-Präsident Ingo Wellenreuther und das „vergiftete Umfeld“ im Wildpark.

Im Interview wirft er dem Präsidenten und CDU-Bundestagsabgeordneten Wellenreuther vor, dass es ihm als Bürgermeister-Kandidaten nur um die Politik und seine Person ginge. „Ich war letztlich nur der Erfüllungsgehilfe für die politischen Ambitionen des Herrn Wellenreuther“, sagte Rapolder. Das Arbeitsumfeld beim KSC sei „extrem problematisch“ gewesen und die Führungsebene „fachlich nicht gut aufgestellt“.

Auch die „Stinkefinger“-Affäre wurde im Interview thematisiert. Dass die Fans ihn für ein „Monster“ hielten, läge an falscher und einseitiger Information. Man habe gegen Rapolder „alte Schubladen geöffnet“ und sich an Vorurteilen bedient. Daher sei ihm und seinem Team „purer Hass“ entgegengebracht worden. Im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt habe es dann schon nach wenigen Minuten „übelste Beschimpfungen“ gehagelt. Ob er allerdings tatsächlich den Mittelfinger in Richtung Haupttribüne erhoben hat, daran kann sich der Ex-Trainer nicht erinnern. „Ich stehe hundertprozentig vor meiner Mannschaft (…) und dann verteidige ich meine Spieler wie ein Löwe.“

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„Ich habe mir da schon gesagt: Lieber höre ich mit dem Job auf, als so vorgeführt zu werden.“ Fest steht für den im Moment arbeitslosen Trainer: „In einem vergifteten Umfeld wie in Karlsruhe werde ich nie wieder arbeiten, so wie beim KSC lasse ich mich nie wieder vorführen.“

KSC-Präsident Wellenreuther wollte die Aussagen seines ehemaligen Cheftrainers am Mittwochnachmittag auf Nachfrage von PZ-news nicht kommentieren. Ramona Deeg