Volleyballer Rui Takahashi hat sich öffentlich geoutet.
Screenshot Instagram @rui_takahashi_
Sport
Mutiges Outing in Japan: Wie Volleyballer Rui Takahashi ein Tabu im Profisport bricht

Japan. Volleyballer Rui Takahashi hat sich öffentlich als schwul geoutet und damit ein Tabuthema im Sport angesprochen. Auch in Deutschland wagen nur wenige männliche Profis diesen Schritt während ihrer aktiven Karriere. Warum ist Homosexualität im Männersport noch immer ein so schwieriges Thema?

Eine Kolumne von Sportthemenchefin Anna Wittmershaus

Rui Takahashi hat Mut bewiesen. Der japanische Volleyballer hat sich geoutet. „Ich bin schwul und gehöre einer sexuellen Minderheit an“, schrieb er Ende September auf Instagram. In Japan ist Homosexualität zwar gesetzlich erlaubt, in der Gesellschaft aber ein Tabuthema. Von Sportlern wird dort ein traditionelles Männlichkeitsbild erwartet.

Doch beim Thema schwule Sportler und ihre Probleme muss man gar nicht so weit in die Ferne blicken. In Deutschland gibt es keinen prominenten männlichen Sportler, der sich während seiner aktiven Karriere geoutet hat. Thomas Hitzelsperger etwa machte seine Homosexualität erst danach öffentlich. Noch immer überwiegen also die Sorgen, mit einem Outing seiner Karriere zu schaden. Sicher haben viele Mannschaftssportler auch Angst vor den Reaktionen der Kollegen und davor, vom Team ausgeschlossen zu werden. Bei Frauen sieht das hierzulande anders aus. Fußballerinnen wie Lea Schüller oder Lena Oberdorf sprechen ganz offen darüber. Allerdings werden aber auch Frauen immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert.

Es ist traurig, dass 2026 die sexuelle Orientierung auch im Sport noch so ein großes Thema ist. Eigentlich sollten doch die Leistungen im Vordergrund stehen. Vielleicht kann Rui Takahashi dabei ein positives Beispiel sein. In Japan hat er bereits einen anderen Volleyballer dazu ermutigt, über seine sexuelle Identität zu sprechen. Reon Arao erklärte auf Instagram: „Ich fühle mich bei Formulierungen wie ‚weil ich ein Mann bin‘ oder ‚weil ich eine Frau bin‘ oft unwohl (...)“.