Luca Faschian (Mitte) – hier in der Vorwoche beim Heimspiel gegen Berlin – ist auch gegen Straubing mit einem Touchdown vertreten.
Jürgen Keller
Sport
Nach Startschwierigkeiten: Pforzheim Wilddogs bezwingen Straubing

Straubing/Pforzheim. Was für ein nervenaufreibender, emotionaler und letztlich hochverdienter Sieg: Die Footballer der Pforzheim Wilddogs haben ihr Auswärtsspiel beim traditionsreichen GFL-Süd-Rivalen, den Straubing Spiders, erfolgreich bestritten. Vor einer stimmungsvollen Kulisse in Straubing setzte sich das Pforzheimer Team nach einer turbulenten und von verletzungsbedingten Rückschlägen geprägten Partie mit 27:9 durch.

Das Spiel begann zerfahren. Die Wilddogs sicherten sich zwar beim Münzwurf das Optionsrecht für die zweite Spielhälfte, wurden jedoch direkt im ersten Viertel kalt erwischt. Die Offense der Hausherren fand unter Quarterback David Perkins schnell Rhythmus. Zwar hielt die Wilddogs-Verteidigung zunächst stark dagegen, doch Straubing bewies Nervenstärke: Gleich zwei ausgespielte vierte Versuche hatten Erfolg. Schließlich nutzten die Niederbayern ihr starkes Laufspiel durch Anthony Green, und Perkins bediente Deniz Yilmaz in der Endzone zur 6:0-Führung für Straubing.

Im zweiten Viertel drohte die Partie aus Pforzheimer Sicht komplett zu kippen. Ein bitterer Fumble von Quarterback Dre Harris raubte den Wilddogs an der gegnerischen 7-Yard-Line eine exzellente Punkte-Chance. Doch die Defense der Wilddogs hielt die Mannschaft im Spiel.

Kurz darauf folgte ein Schockmoment für die Gastgeber: Der bis dahin stark aufspielende Straubinger Quarterback verletzte sich und musste das Feld vorzeitig verlassen. Die Wilddogs nutzten das Momentum eiskalt aus: Mit einem spektakulären 60-Yard-Touchdown-Pass auf AJ Coons glichen die Goldstadt-Footballer aus, der Extrapunkt saß zur 7:6-Führung. Dre Harris stellte kurz darauf per Quarterback-Run auf 13:6. Vor der Pause zündeten die Wilddogs das nächste Feuerwerk: Luca Faschian fing 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff den Ball in der Endzone zum 19:6-Halbzeitstand.

Nervenkrieg nach der Pause

Die Spiders kamen extrem aggressiv aus der Kabine und überraschten die Wilddogs direkt mit einem erfolgreich gesicherten Onside-Kick. Angetrieben von ihrem unermüdlichen Runningback Anthony Green tankte sich Straubing bis an die Pforzheimer 15-Yard-Line vor. Bei einem kritischen vierten Versuch der Spiders glänzte Nick Olivier mit einer herausragenden Passverteidigung gegen Jordan Pouncy und erzwang den Wechsel.

Die Freude währte jedoch nur kurz: Im direkten Gegenzug warfen die Wilddogs eine Interception, bei der sich zu allem Überfluss auch noch Quarterback Dre Harris leicht verletzte. Straubing nutzte die Position für ein erfolgreiches Field Goal zum 9:19.

Die Antwort der Wilddogs folgte prompt: Luca Hirschberger fing einen kurzen Pass und überwand im Anschluss mit einem sensationellen Lauf über 60 Yards die gesamte gegnerische Defense zum Touchdown. Theo Michel verwandelte die Two-Point-Conversion sicher zum 27:9-Endstand.

Am nächsten Samstag kommt nun mit den Ravensburg Razorbacks der letztjährige Südchampion nach Pforzheim.