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Auf ein Neues in der Landesliga: Der SV Büchenbronn zählt zu den Teams, die durch den Saisonabbruch den Klassenerhalt geschafft haben.  Foto: Hennrich/PZ-Archiv 

Pandemie verscheucht Abstiegsgespenst: Wie Fußballmannschaften aus dem Kreis Pforzheim vom Saisonabbruch profitieren

Pforzheim. Geschafft! Der Badische Fußball-Verband (BFV) hat mit großer Mehrheit den Abbruch der laufenden Saison beschlossen und damit weitgehend geräuschlos die Saison, die durch den Ausbruch der Corona-Krise stark beeinträchtigt worden war, beendet. Ein paar Verlierer gab es auch – vor allem die Teams, die nicht auf einem direkten Aufstiegsplatz standen und so um ihre Aufstiegschance gebracht wurden. Am härtesten traf es die GU Türkischer SV Pforzheim, die in der Kreisliga nur wegen der Tordifferenz dem SV Huchenfeld den Vortritt lassen musste. Und für Relegationsteilnehmer sind – anders als bei reinen Aufstiegsspielen – keine festen Aufstiegsplätze vorgesehen.

Es gab aber fast mehr Gewinner als Verlierer: Teams wie der SV Huchenfeld (Kreisliga), der FV Knittlingen (A-Liga 1) und der SV Kickers Pforzheim (A-Liga 2), Viktoria Enzberg und FC Ispringen II (B-Liga 1) sowie VfL Höfen und SV Büchenbronn II (B2) sowie der FV Hellas Mühlacker (C1), der SV Neuhausen II (C2) und der SV Kickers Pforzheim II (C3), die als Tabellenerster oder Zweiter ihrer Staffel direkte Aufstiegsplätze belegen, gehen eine Klasse hoch.

Zwei rutschen mit nach oben

Zwei weitere Mannschaft rutschen ebenfalls noch nach oben: Der FC Dietlingen, Tabellenzweiter der Kreisklasse A2, der gegenüber der Spvgg Zaisersweiher (A1) den besseren Quotienten hat und deshalb ebenso aufsteigt wie die GU Türk. SV Pforzheim II (C3), die gegenüber den „Vizemeistern“ der anderen C-Staffel die Nase vorne hat, gegenüber dem ASV Arnbach aus der C2 allerdings bei gleichem Quotienten nur durch die bessere Tordifferenz.

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Noch mehr Gewinner als an der Tabellenspitze gab es aber im Keller. Durch den Verzicht auf Absteiger sind jetzt auch Teams gerettet, die den Gang eine Klasse tiefer vor Augen hatten. So wie der SV Büchenbronn in der Landesliga. „Wir freuen uns, dass wir drinbleiben können“, sagt Spielleiter Wolfgang Hochgemuth, „auch wenn wir es natürlich lieber sportlich entschieden hätten. Wir haben ja noch auf den Relegationsplatz geschielt.“ Von dem trennten den Aufsteiger allerdings bereits sieben Punkte, eine fette Hypothek.

Dass die neue Runde für das Team von Trainer Nermin Klapuh nicht leichter wird, weiß man im Pforzheimer Höhenstadtteil. Dennoch will man laut Hochgemuth daran festhalten, den Kader vor allem mit eigenen Nachwuchsspielern auszufüllen. Erste Trainingseinheiten hat man bereits absolviert, auch wenn die Corona-Bestimmungen inklusive Abstandsregel nicht viel zulassen.

„Die beiden ersten Male waren die Spieler begeistert, dann aber wurde es schwerfällig“, berichtet Hochgemuth.

Fitnessübungen, Passübungen und Fußballtennis seien kein Ersatz für richtiges Training mit Zweikämpfen und Körperkontakt.

In der Kreisliga Pforzheim zählt der TSV Weiler zu den Clubs, die den Abstieg vermeiden konnten. „Wir haben damit gerechnet, aber als es festand, war da schon Erleichterung und Freude“, sagt Spielleiter Maurizio Piraino. Die letzt Saison stand beim TSV nicht nur wegen des Virus unter keinem guten Stern. Teilweise fielen bis zu zehn Stammspieler mit schweren Verletzungen aus. Auch die neue Runde wird nicht einfach, zumal Spieler wie Torjäger Patrick Eberle (zurück nach Birkenfeld) und Torwart Markus Eberle (Karriereende) fehlen. Der neue Trainer Dennis Wendel (zuvor Langenalb, Ellmendingen) kann auf Neuzugänge wie Pascal Schäfer (Schellbronn) und Lucas Fromm (Singen) sowie viele Rückkehrer bauen.

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Beim TSV Schömberg wollte man mit neuem Trainer (Erdogan Aksoy für Kevin Martinho) sowie Neuzugängen in der Rückrunde der A-Klasse 2 angreifen und den Klassenerhalt schaffen. Jetzt freut man sich, dass es geklappt hat, wenn auch anders, als geplant. Für die neue Saison ist Nicola Corak, Vorstand Sport beim TSV, „selbstverständlich optimistisch“.

Praktisch schon abgestiegen war in der B-Klasse 2 der SC Pforzheim mit nur einem Pünktchen aus 14 Spielen. Geht man da nicht besser freiwillig eine Klasse tiefer? Im Würmtal nicht. „Für uns ist das gut“, kommentiert Goran Ellinger, ehemaliger Spielausschuss und aktiver SCP-Mitstreiter, den Klassenerhalt. Der Verein ist auf Spielersuche. „Das ist in der B-Klasse einfacher als in der C-Klasse. Und bis jetzt sieht es gut aus“, so Ellinger.

Es kann nur besser werden

Nach der jüngsten Saison kann es beim SCP eigentlich nur besser werden. Im Sommer 2019 zog sich die Trainersuche lange hin, dann sprangen nach und nach immer mehr Spieler ab. Sportliche Misserfolge und ein vom SCP verursachter Spielabbruch in Höfen kamen hinzu. „Zum Schluss mussten wir AH-Spieler reaktivieren und einige Mitglieder der Box-Abteilung haben beim Fußball ausgeholfen“, erzählt Ellinger. Das alles soll das Team von Trainer Giovanni Lancelotti jetzt schnell hinter sich lassen.