Sportler des Jahres 36
Atemberaubend waren die Einlagen des Ronaldo-Doubles: Gebannt verfolgten gegen Ende des offiziellen Teils die Handballer der TGS Pforzheim als Mannschaft des Jahres den Auftritt mit dem Fußball. 
Sportler des Jahres 27
 

Sport-Größen lassen Bälle tanzen: PZ-Sportlerwahl bietet bei 13. Auflage besondere Effekte

Aberglaube überflüssig: Die Sportlerwahl von „Pforzheimer Zeitung“ und Volksbank Pforzheim stand unter einem guten Stern, auch wenn in diesem Jahr die 13. Auflage über die Bühne ging. Außer den deutschen 400-Meter-Hürden-Meistern Carolina Krafzik und Constantin Preis sowie den Drittliga-Handballern der TGS Pforzheim als den Siegern hatten noch viele andere Sportler sowie Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft ihre Freude am abwechslungsreichen Programm. PZ-Sportredakteur Dominique Jahn durfte im Atrium der Volksbank dieses Mal sogar einen großen Namen ankündigen.

Trickreicher Superstar

Einen Weltstar bei der PZ-Sportlerwahl – das hatte es noch nie gegeben. Am Montag war die Sensation perfekt. Kein Geringerer als der dreifache Weltfußballer Cristiano Ronaldo zeigte auf der Bühne, was er alles mit dem runden Leder so drauf hat. Die Gäste staunten nicht schlecht. Beim genaueren Hinschauen, merkten sie dann aber schon, dass das nicht der echte Ronaldo ist, sondern sein Doppelgänger. Athanassios „Saki“ Kotsabassidis, ein Grieche mit deutschem Pass, sieht seinem Idol aber wirklich verblüffend ähnlich. Insider kennen ihn aus zahlreichen Youtube-Videos. Seit elf Jahren tourt der 27-Jährige um die Welt, macht für den echten Ronaldo Werbeaufnahmen oder begeistert Nachwuchsfußballer bei trickreichen Trainingseinheiten. Auch mit der Kanzlerin hat er sich schon Bälle zugespielt. „Die Angela hat es echt drauf“, grinst „Saki“. Noch besser machten es aber wohl am Montag die Handballer der TGS Pforzheim. Bei der Trickeinlage mit Ronaldo auf der Bühne bewiesen Marco Kikillus und Co., dass sie auch mit dem etwas größeren Ball perfekt umgehen können.

Gefragte Verwandte

Auch an anderen Stellen der Ehrung war Fußball Thema. So sagte der in den Vorstand der Volksbank aufgerückte Ralf Günther-Schmidt, dass er seinen Neffen Julian gerade sehr häufig sieht: Man wohnt nebeneinander und der Profi-Kicker des Drittligisten Carl Zeiss Jena muss eben einmal mehr verletzungsbedingt aussetzen. Der Onkel hofft aber, den 25-jährigen Angreifer noch vor Weihnachten anfeuern zu können: Am Sonntag, 15. Dezember, wenn Günther-Schmidts Thüringer Team bei der SG Sonnenhof Großaspach antritt. Auch die Ehrungs-Dritte Desire Kolasinac, Handballerin der TG 88 Pforzheim, wurde auf einen Verwandten angesprochen: Ihr Cousin Sead spielt wie Mesut Özil in der Premier League für den FC Arsenal und setzte sich im Juli in London mit bloßen Händen zur Wehr, als zwei bewaffnete Räuber ihn und den deutschen Ex-Nationalspieler überfallen wollten. Die Drittliga-Handballerin sagte zu dem Thema trocken: Sead Kolasinac sei „eine Kämpfersau – wie alle in der Familie“.

Auf Wohnungssuche

Sportschütze Max Braun ist mit den Gedanken zurzeit nicht immer bei seiner Leidenschaft, dem Sportschießen. Denn er möchte mit seiner Freundin Kim Schladebach zusammenziehen. Er nutzt die PZ-Sportlerwahl, bei der er Zweiter wurde, um seine Wohnungssuche zu forcieren. Zwei bis drei Zimmer soll sie haben, da sind sich Braun und seine Partnerin, ebenfalls Sportschützin, einig. Bei der Frage Keller oder Dachgeschoss, gibt es noch Klärungsbedarf. Sie hätte gern etwas im Erdgeschoss. „Dann muss man die Sportwaffen nicht hochtragen“. Er gibt sich diplomatisch: „Alles hat seine Vor- und Nachteile“.

Hohe Hacken

Eine gute Figur machte Emmanuella Mayombo in ihren roten High Heels. Trotz hoher Hacken bewies die Basketballerin von den Rutronik Stars Keltern auf der Bühne viel Ballgefühl. Elegant drehte sie den Ball auf ihrer Fingerspitze. Trotz flacherem Schuhwerk drückte sich Teamkollegin Harriet Nawezhi hingegen um diese Aufgabe. Sie schob lange Fingernägel als Argument vor. Das war, wie sie später zugab, allerdings geflunkert. „Ich bin schüchtern“, antwortete die Belgierin auf die Frage, warum sie nicht auch ihr Ballgefühl unter Beweis stellen wollte.

Viel Augenmaß

Wie viel Platz zwischen zwei Pylonen beim Kartfahren voneinander entfernt stehen, dass weiß Alexander Lazar genau. Es sind 1,65 Zentimeter. „Mein Kart ist 1,25 Zentimeter breit, dass heißt, ich habe 40 Zentimeter Spielraum.“ Bei der PZ-Sportlerwahl hingegen musste er sich auf sein Augenmaß verlassen, als er mit Moderator Dominique Jahn zwischen den Tischreihen zur Bühne fuhr. „Es war deutlich enger und ich musste auf die vielen Stühle und Menschen aufpassen, sonst hätte es mehr gegeben als nur zwei Strafsekunden“, scherzt Lazar, der an diesem Abend weder Zeit- noch andere Strafen aufgebrummt bekam.

Versteckte Motive

Nur zu gern hätten die Faustballerinnen des TSV Dennach in der Kategorie Mannschaft gewonnen. Das Preisgeld wäre auch direkt verplant gewesen: Für die Reise zum Finale der World Tour nach Birmingham in den USA. Ganz gereicht hätte es aber wohl nicht. Daher brachte Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger Sponsorenflyer mit. Verteilt hat sie aber keinen. An dieser Akquise-Strategie muss der TSV wohl noch etwas arbeiten.

Doppelte Freude

Ralf Fuhrmann war nicht nur als SPD-Gemeinderat bei der PZ-Sportlerwahl, sondern auch als Chef. Jenny Zehentner vom Billardverein Pforzheim arbeitet in seiner Praxis. Die 30-Jährige verriet, dass sie von Patienten zuletzt immer wieder einmal hörte: „Wir haben sie gewählt.“ 358 Stimmen kamen zusammen, so dass sich die Meisterin am grünen Tisch über Platz vier freute. Auch wenn sie inzwischen in Freudenstadt wohnt, hält Jenny Zehentner am Arbeitsplatz in der Pforzheimer Nordstadt fest. „Er ist ein sehr netter Chef“, sagte sie über Allgemeinmediziner Fuhrmann.

Kecker Vorstoß

Geht Nina Reichenbach aus Ötisheim zum Arzt, muss sie aufpassen, welches Medikament sie verschrieben bekommt. Substanzen, die auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur stehen, sollten nicht enthalten sein, denn auch sie als „Randsportlerin“ muss sich nach Wettkämpfen Tests unterziehen – aufgrund ihrer Erfolge im Fahrrad-Trial 2019 ein halbes Dutzend Mal. Zuletzt stand nach Nina Reichenbachs erneutem WM-Erfolg im chinesischen Chengdu eine Kontrolle an. Auch die angehende Industriekauffrau, die bei der Sportlerwahl Zweite wurde, kann sich über ihren Arbeitgeber nicht beklagen: Bei Witzenmann hatte die 20-Jährige „Sonderurlaub“ erhalten. Beim internationalen Radsportverband hat sie kürzlich keck einen Vorstoß gewagt. Als Weltmeisterin hatte die Ötisheimerin auch dieses Jahr eine Uhr erhalten. Doch die liegt zu Hause: Der Knackpunkt ist, dass bisher nur Herren-Uhren überreicht wurden. Das Signal, dass sie nach ihrer Beanstandung seitens der UCI erhielt, lässt Nina Reichenbach jedoch hoffen, dass die Weltmeister-Edition um eine Damen-Variante bereichert wird.

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Sportler des Jahres 05
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Sportlerwahl 2019 von PZ und Volksbank Pforzheim

Ein Video fasst den Abend der Sportlerehrung noch einmal zusammen:

Pforzheim: Das sind die Sportler des Jahres 2019
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