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Sportler des Jahres 2019 (von links): Constantin Preis (Männer), Carolina Krafzik (Frauen) und Florian Taafel (Mannschaften).   

Ziele, Herausforderungen und Überraschungen - Das sagen die Erstplatzierten der diesjährigen Sportlerwahl im PZ-Interview

Pforzheim. Unter den besten Drei in den drei Kategorien der PZ-Sportlerwahl – Frauen, Männer und Mannschaften – sind dieses Jahr wieder einige bekannte Gesichter dabei. Die Titelverteidigerin Carolina Krafzik glänzte sogar mit einem neuen Stimmenrekord. In einem Gespräch konfrontierte die "Pforzheimer Zeitung" die drei Gewinner mit Fragen zu ihrem diesjährigen Sieg.

Florian Taafel (Spieltrainer des Handball-Drittligisten TGS Pforzheim): „Wir brauchen konstant Erfolgserlebnisse“

  1. Die TGS-Handballer befinden sich momentan in einem Tief: Kann dieser Wahlerfolg, der auf die starke Vorsaison zurückgeht, da vielleicht ein wenig Extra-Motivation bringen? Auf jeden Fall ist es schön als Mannschaft diesen Abend zu verbringen. Ich glaube tatsächlich, dass es in Phasen, in denen es nicht gut läuft, helfen kann, sich an gute Zeiten zurückzuerinnern.
  2. Außenstehende sind sicher schnell dabei, zu sagen: Die Saison ist schon gelaufen. Welche Ziele könnt ihr euch noch setzen? Klar ist es blöd, dass wir so früh an einem Punkt sind, wo es so aussieht. Die Mannschaft hat so viel Qualität, dass man die mit einer hohen Zielsetzung angehen konnte – trotz des Trainerwechsels im Sommer. Vielleicht reden wir das nächstes Mal aber nur intern darüber, und vielleicht müssen wir uns nun eingestehen, dass manche Dinge Zeit benötigen. Wir brauchen jetzt konstant Erfolgserlebnisse. Erst wenn wir die haben, lohnt es sich, an längerfristige Ziele zu denken, zum Beispiel, ob wir Vierter werden können und uns so für den DHB-Pokal qualifizieren.
  3. Handballer sind für ausgelassenes Feiern bekannt, was haben Sie mit ihrem Team vor? Ach, so einen Montagabend verbringen wir gemütlich. Sowieso besteht kein Anlass, irgendwie aus der Rolle zu fallen. Sollten wir gegen Tabellenführer Fürstenfeldbruck am Samstag auch das Rückspiel gewinnen, können wir darüber nachdenken, etwas ausgelassener zu feiern. 

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    Florian Taafel

Carolina Krafzik (WM-Starterin über 400 Meter Hürden): „Die Hitze wird noch schlimmer“

  1. Glückwunsch, zur Titelverteidigung: Was sagen Sie dazu, dass Sie die Wahl bei den Frauen sogar mit neuem Stimmenrekord gewonnen haben? Wahnsinn – 1099 Stimmen! Es ist gut zu wissen, so viel Unterstützung zu haben. Ich kann mich nur bei allen bedanken.
  2. Ihr Einsatz bei den Weltmeisterschaften in Doha ist schon wieder anderthalb Monate her, was ist seither passiert? Zunächst war ich noch freitags im Stadion dabei, als Dalilah Muhammad im Finale über die 400 Meter Hürden Weltrekord gelaufen ist. Danach war ich in Griechenland im Urlaub. Inzwischen trainiere ich schon wieder. Der nächste Höhepunkt sind die deutschen Hallen-Meisterschaften 2020 in Leipzig.
  3. Wo liegen Ihre Prioritäten fürs Olympia-Jahr? Realistisch ist auf jeden Fall, den deutschen Meistertitel zu verteidigen. Was Olympia betrifft, geht es dann darum, bis zum Ablauf der Frist die Norm zu laufen. An Doha gab es ja viel Kritik, auch wenn die WM-Organisation top war: Das Stadion dort wurde auf 26 Grad gekühlt und der Wind spielte für uns Athleten keine Rolle. Von der Hitze her wird es bei Olympia in Tokio auf jeden Fall noch schlimmer. 
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    Carolina Krafzik

Constantin Preis (WM-Starter über 400 Meter Hürden): „Nur dabei sein reicht mir nicht“

  1. Was hat Sie mehr überrascht, Ihr Titel bei den deutschen Meisterschaften über 400 Meter Hürden oder die Ernennung zum Sportler des Jahres? Die Überraschung über den Sieg bei der Sportlerwahl hier in Pforzheim war größer. Bei der DM sind wir mit gewissen Zielen an die Sache herangegangen. Hier ging das nicht. Wir haben aber im Vorfeld mehr Werbung gemacht als bei meinen Nominierungen zuvor. Dass ich gewonnen habe, bedeutet mir viel und zeigt, dass ich mir im Sportkreis Pforzheim mittlerweile einen Namen gemacht habe.
  2. Wie geht es nach diesem Ehrungsabend für Sie weiter? Ich habe vor einer Woche wieder mit dem Training angefangen. Der Rahmen für die kommende Saison steht schon. Bei den Europameisterschaften, den deutschen Meisterschaften, der U-23-DM und bei den Olympischen Spielen möchte ich dabei sein.
  3. Wenn Sie sich für die Olympischen Spiele kommendes Jahr qualifizieren, fahren Sie dann mit der Einstellung „dabei sein ist alles“ nach Tokio? Nein, seit diesem Jahr habe ich da eine andere Mentalität. Nur dabei sein reicht mir nicht. Ich möchte ins Halbfinale einziehen.
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    Constantin Preis

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Ralf Kohler

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Anna Wittmershaus 01

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