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In die Ferne, fertig, los!

Nicht nur bei Urlaubern beliebt: Italien lockt junge Menschen auch mit einem Auslandsparktikum. FOTO: ARTMIM - STOCK.ADOBE.COM

In die Ferne, fertig, los!

Karriere

Der Traum vom Arbeiten im Ausland lässt sich bereits während Ausbildung oder Studium verwirklichen - mit einem Auslandspraktikum.

Arbeitserfahrung sammeln, Fremdsprachenkenntnisse vertiefen - und in die Kultur eines anderen Landes eintauchen: Das geht bei einem Auslandspraktikum. Doch worauf sollte man bei der Suche achten?

Wer während des Studiums oder der Ausbildung Arbeitserfahrungen im Ausland sammeln möchte, kann das bei einem Praktikum tun. Doch für die Suche nach einem Praktikumsplatz im Ausland sollte man einige Monate einplanen - und sich nicht unbedingt auf die Übersetzung der Bezeichnung ,,Praktikum" verlassen. Denn das deutsche Konzept eines Praktikums ist in vielen europäischen Ländern nicht verbreitet, so die Autoren der Broschüre ,,In die Ferne, fertig, los: Dein Weg ins Ausland praktikum" der Zentralen Auslandsund Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit.

Hinter ,,internship" kann auch ein Ferienjob stecken

Auch wenn von ,,stage" (französisch für Praktikum), ,,internship" (englisch für Praktikum) oder „prácticas" (spanisch für Praktikum) die Rede ist, muss der Inhalt ,,darum noch lange nicht der gleiche wie hierzulande" sein. Verbergen kann sich dahinter etwa auch ein Saison- oder Ferienjob oder eine befristete Arbeitsstelle. Hier hilft es, konkret beim jeweiligen Unternehmen nachzufragen.

Wer keinen passenden Praktikumsplatz im Ausland findet, kann sich außerdem an Beratungsstellen wie die ZAV wenden. Auf dem Service-Portal der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) finden Auszubildende zudem eine Suchfunktion für Auslandspraktika. Das Jugendinformationsnetzwerk Eurodesk bietet auf seiner Seite www.rausvonzuhaus.de einen Last-Minute-Markt für Auslandspraktika mit einer Bewerbungsfrist von unter drei Monaten.

Auch an Organisationen, die die professionelle Vermittlung von Praktikumsplätzen im Ausland anbieten - und oft die Beschaffung eines Visums mit übernehmen - kann man sich wenden. Ihre Angebote sind allerdings häufig kostenpflichtig. Hier sollten Auszubildende und Studierende darauf achten, dass die Anbieter vorab ausführlich über Inhalte, Rahmenbedingungen und Kosten informieren. dpa


Alle Berufsgruppen betroffen

Im Südwesten ist leider ein neuer Höchstwert erreicht, denn über 11 300 Ausbildungsplätze blieben unbesetzt.

Zum aktuellen Lehrjahr sind im Südwesten über 11 300 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben. ,,Das ist ein neuer, bedauerlicher Höchstwert", stellte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) Ende November bei einem Spitzengespräch zum Ausbildungsmarkt in Stuttgart fest. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 11,6 Prozent.

Vor allem der Verkauf, die Hotels und Gaststätten und die medizinischen Hilfsberufe seien von der Lücke betroffen, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Christian Rauch. Grundsätzlich gebe es aber keine Berufsgruppe, wo es nicht noch offene Stellen gebe.

Die Erreichbarkeit der jungen Leute durch die Corona-Einschränkungen habe sich mittlerweile als Erklärungsfaktor ,,rausgewachsen". Zuletzt seien mehr Beratungsgespräche geführt worden als 2019, und auch Praktika fänden wieder statt, sagte Rauch.

Die Zahl der Bewerber mit ausländischer Staatsangehörigkeit sei zuletzt um 20 Prozent eingebrochen - es habe also einen Sondereffekt durch die humanitäre Zuwanderung der vergangenen Jahre gegeben. Aus der Ukraine seien hingegen dieses Jahr lediglich 91 Auszubildende neu in die Statistik gekommen. Außerdem kämen aus den berufsbildenden Schulen immer weniger Bewerber. dpa