Wer die passende Stellenausschreibung oder Job gefunden hat, sollte auch hier strategisch rangehen. „Viele Bewerbungsschreiben werden nicht gelesen, weil sie zu lang sind und zu viele generische Erklärungen der eigenen Kompetenzen haben“, sagt Dorothea Assig, die Topmanager berät. Ihr Rat: erst mal nur eine Seite schreiben und erst nach Aufforderung mehr Details einbringen.
Im Bewerbungsschreiben gehe es auch nicht darum, dem zukünftigen Arbeitgeber zu erklären, was man alles am Unternehmen schätzt, sondern sehr kurz die eigenen Stärken und Motive darzustellen. Im Lebenslauf sollten die Stationen so formuliert sein, dass die eigenen Stärken hervorkommen und auf die Zielposition bezogen sind.
Und im Bewerbungsgespräch? „Selbstverständlich muss ich sehr gut vorbereitet sein und erklären können, wer ich bin, was ich kann und wohin ich will“, sagt Tom Diesbrock, Psychologe, Coach und Autor. Aber: Wer nicht wisse, wie der Betrieb funktioniert und strukturiert ist, bringe sich wahrscheinlich um eine Chance. Vorbereitung ist alles.
Wenn es mit dem Job dann tatsächlich klappt, rät der Coach, mit sich selbst einen persönlichen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Dort werden Erwartungen und das weitere Vorgehen festgelegt. Das Ziel ist, regelmäßig überprüfen zu können, ob die neue Tätigkeit den Versprechungen entspricht.
Und was ist, wenn es doch nicht passt?
Diesbrock rät, in den ersten Wochen jeden Abend Bilanz zu ziehen und diese „Check-Dates“ dann nach und nach in längeren Zeitintervallen zu führen. Gibt es Probleme, könnten Gespräche mit Kollegen helfen oder auch Fragen wie: Erwarte ich zu viel? Was sagt mein Bauchgefühl? Was könnte ich ändern?
Übrigens: Es wäre falsch zu denken, man müsse mit Blick auf den Lebenslauf mindestens zwei Jahre durchhalten. „Wenn sich der Job ganz anders erweist als vereinbart oder das Betriebsklima richtig übel ist, darf ich auch wieder gehen“, sagt Tom Diesbrock. tmn
