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Bodenbeläge: So treffen Sie die richtige Wahl

Die Qual der Wahl bei der Fliesenauswahl: Der versierte Fachmann hält Ratschläge bereit. FOTO: AUREMAR - STOCK.ADOBE.COM

Bodenbeläge: So treffen Sie die richtige Wahl

Fliesen, Parkett, Dielen oder Vinyl - worin unterscheiden sich die Materialien? Tipps, welcher Belag am besten wohin passt, wie Böden die Raumwirkung beeinflussen und worauf es bei der Suche ankommt.

Wohnen & Garten

Der Bodenbelag drängt sich nicht unbedingt in den Vordergrund, aber er beeinflusst wesentlich die Atmosphäre in einem Raum. Im günstigsten Fall bleibt er einige Jahrzehnte lang liegen. Deshalb empfiehlt es sich, seine Anschaffung sorgfältig und vorausschauend zu planen. 

Verbraucher haben die Qual der Wahl: Von zeitlosen Klassikern wie Parkett, Holzdielen oder Linoleum bis zu modernen Varianten aus Laminat, Vinyl oder keramischen Bodenfliesen – Handwerk und Handel haben alles im Angebot und zwar in allen erdenklichen Designs und Preisklassen. Sich allein am Aussehen und Preis zu orientieren, ist jedoch keine gute Idee. Tipps, auf welche Kriterien es noch ankommt: 

1 Beschaffenheit des Rohbodens

Nicht jeder Bodenbelag eignet sich für jeden Untergrund. „In Neubauten gibt es unter dem Oberbelag in der Regel die ebene Schicht schwimmenden Estrichs, die mit einer Trittschalldämmung auf einer glatten Rohbetondecke liegt“, sagt die Innenarchitektin Ines Wrusch. Auf so einen soliden Untergrund könnte man eigentlich alle Arten von Bodenbelägen aufbringen. Schwieriger sieht es in Altbauten aus. Dort findet man oft Holzbalkendecken, auf die der Fußbodenaufbau mit Holzplatten und -latten ausgeführt wurde, die Stöße haben und schwingen können. Dafür eignet sich längst nicht jeder Belag.

Wruschs Rat: Erst den Bestand ermitteln und prüfen, welchen Rohboden man vorfindet, bevor man einen neuen Bodenbelag kauft. 

2 Nutzung und Beanspruchung des Raumes

Keine Frage, der Boden einer Küche oder eines Badezimmers wird anders beansprucht als der Fußboden im Schlafzimmer – daran sollte man bei der Auswahl denken. Zumal in Bad und in der Küche auch noch Feuchtigkeit eine Rolle spielt.

„Eine Orientierung bieten die Nutzungsklassen für Bodenbeläge“, sagt Michael Pommer, Trainer bei der DIY Academy in Köln. „Sie geben Auskunft, wie stark der jeweilige Fußboden belastet werden kann.“ Diese werden in Nutzungsklassen für private, gewerbliche und industrielle Bereiche eingeteilt.

Im privaten Bereich gibt es die Nutzungsklassen 21 bis 23: Nutzungsklasse 21 wird für Räume mit geringer Nutzung empfohlen, etwa für das Schlafzimmer

Nutzungsklassen 22 und 23 eignen sich für mehr beanspruchte Böden, etwa in Küche, Flur, Arbeitszimmer oder Hobbyraum. Ein weiteres Kriterium ist die Rutschsicherheit eines Bodens.

„In offenen Wohnküchen kann es sinnvoll sein, in verschiedenen Bereichen Bodenbeläge mit unterschiedlichen Eigenschaften zu verwenden“, sagt Ines Wrusch. Direkt im Küchenbereich sollte man einen Boden wählen, der Nässe gut verträgt, etwa Fliesen. Und dann empfiehlt sie: „einen robusten Belag am Essplatz und einen weicheren in der gemütlichen Polsterecke.“ 

3 Materialwahl - langlebig, preiswert und pflegeleicht?

Ein Boden aus Naturmaterialien wie Holz ist nachhaltig und schön, hat aber auch seinen Preis. „Klick-Parkett mit externer Trittschalldämmung gehört zu den teuersten Bodenbelägen, ist aber auch sehr langlebig“, sagt Michael Pommer. Voraussetzung dafür ist aber eine regelmäßige Pflege. „Das Holz muss immer mal geölt werden“, erklärt der DIY-Trainer. Wer es preiswerter und pflegeleichter will, kann zum Beispiel auf Vinyl- oder Laminatböden in Parkettoptik ausweichen. Solche Böden sind allerdings nicht so langlebig und nachhaltig wie echte Holzböden.

Bodenfliesen brauchen keine besondere Pflege – lediglich Reinigung. „Das ist ihr unschlagbarer Vorteil“, sagt Jens Fellhauer. „Bei Verschmutzungen einfach mit lauwarmem Wasser abwischen, und schon sehen die Fliesen aus wie neu.“ KATJA FISCHER