Anzeige
Fenstertausch spart Heizkosten

Wie aufwendig ein Fenstertausch ist, hängt vom Gebäude und den alten Fenstern ab. FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN

Fenstertausch spart Heizkosten

Genuss

Die Fenster in vielen Häusern haben oft bereits einige oder sogar etliche Jahrzehnte auf dem Buckel. Hausherren, die sie austauschen, können Heizenergie sparen.

Die Fenster sind in älteren Häusern eine der Schwachstellen am Gebäude. Sind sie nicht mehr richtig dicht, lassen sie einen großen Teil der Heizwärme durch ins Freie. Und selbst mit älteren Modellen, die an sich dicht sind, heizt man oft im wahrsten Sinne des Wortes mehr Wärme zum Fenster hinaus als mit modernen Fenstern. So kann laut Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim ein modernes, dreifachverglastes Fenster eine rund 80 Prozent höhere Dämmwirkung als ein Fenster mit Einfachglas haben. Und beim Austausch von Zweifachgläsern gegen ein solch modernes Dreifach-Fenster könne man eine Verbesserung der Dämmung von rund 70 Prozent erzielen. 

Doch wie erkenne ich, welchen Standard mein Fenster zu Hause hat? Wie oft verglast die Fenster daheim sind, lässt sich mit einem Feuerzeug herausfinden: Die Flamme spiegelt sich so oft im Glas, wie Scheiben im Fenster vorhanden sind, erklärt der Verband Fenster + Fassade (VFF). Spiegelt sich nicht nur die gelbe Flamme im Glas, sondern sind andersfarbige Reflexionen zu sehen, handelt es sich um Wärmedämmglas. Es besteht nicht nur aus mehreren Scheiben, sondern auch aus wärmereflektierenden Beschichtungen und einer Edelgasfüllung zwischen den Scheiben. Das führt dazu, dass die Spiegelungen der einzelnen Scheiben jeweils farblich anders sind, zum Beispiel bläulich wirken können. Fenster mit Zweifach-Wärmedämmglas werden üblicherweise seit circa 1980 eingebaut und dämmen gut, so der Verband. Eine noch bessere Dämmwirkung hat das Dreifach-Wärmedämmglas, das seit circa 2003 verwendet wird. 

In der Regel gilt: Je jünger die Fenster sind, desto besser können sie Wärme im Raum halten. Bis etwa 1995 wurde Standard-Isolierglas eingebaut. Solche Fenster gelten heute als wenig energieeffizient oder wärmedämmend. Darin spiegelt sich eine Flamme zwar auch mehrfach, die Spiegelungen haben aber keine unterschiedlichen Farben. Denn dabei handelt es sich um ein Glas aus zwei verbundenen Scheiben, ohne eine wärmereflektierende Beschichtung dazwischen. Bis circa 1978 waren einfachverglaste Fenster üblich. Hier zeigt sich nur eine Flamme als Spiegelung. Erkennbar sind diese Fensterscheiben auch an der kalten Glasoberfläche sowie an Eisblumen und Kondenswasser, die sich je nach Witterung an der Scheibe bilden. Parallel wurden bis 1980 Verbundfenster verbaut. Diese erkennt man an zwei miteinander verbundenen Flügelteilen, die zusammen geöffnet werden. 

Sind meine Fenster noch dicht?

Etwa indem man ein brennendes Räucherstäbchen oder eine Kerzenflamme langsam am Fensterrahmen entlang führt. Wo die Rauchfahne sich bewegt oder die Flamme flackert, kann warme Luft aus dem Fenster entweichen. 

Wie aufwendig ist ein Fenstertausch und wie lange dauert er?

Das hängt vom Gebäude und den alten Fenstern ab. Wird der bestehende Fensterrahmen nicht ausgebaut, seien Schmutz und Arbeitsintensität überschaubarer. Aber auch wenn man den Fensterrahmen mit herausnehmen lässt, sind der Fenstertausch in der Regel innerhalb eines Tages je Zimmer möglich. Planen sollte man einen Austausch mit mindestens einem halben Jahr Vorlauf, rät der VFF. Denn die Handwerker und Firmen seien gut ausgelastet. 

Kann ich die Fenster auch selbst austauschen? Der Einbau von Fensterelementen ist keine Arbeit für Heimwerker und auch nicht für Hausmeisterdienste, sagt Thomas Gerke, Tischlermeister, Holztechniker und Heimwerker-Dozent an der DIY Academy in Köln. Solche Bauelemente sind technisch komplex und schwer, man muss bei Aufmaß und Montage viele Aspekte beachten. „Eine unsachgemäße Montage wird große Bauschäden nach sich ziehen und kann für die Nutzer oder für Passanten lebensgefährlich sein“, warnt Gerke. „Schon kleine Montagefehler führen zum Verlust der Produktgewährleistung, verursachen Funktionsstörungen und machen das Erreichen des Energiesparpotenzials unmöglich.“ KATJA FISCHER UND SIMONE A. MAYER

FOTO: MOHRLANG
FOTO: MOHRLANG

„Der Austausch alter Fenster birgt enormes Einsparpotenzial bei den Heizkosten. Hinzu kommt, dass eine staatliche Förderung in Höhe von bis zu 20 Prozent winkt, so dass sich die Maßnahme bereits nach wenigen Jahren amortisiert.“

Michael Mohrlang
Mohrlang Glas- und Metallbau

Auch ein Schutz gegen Einbruch

Den Einbrechern einen Strich durch die Rechnung machen? Neben wichtigen anderen Maßnahmen tragen auch neue Fenster dazu bei! Denn veraltete Modelle sind für Langfinger oft ein leichtes Spiel. Moderne Fenster dagegen machen ungebetenen Gästen das Leben richtig schwer. Stabile Rahmen, Sicherheitsverglasung und spezielle Pilzkopfverriegelungen erschweren das gewaltsame Aufhebeln erheblich.

Besonders empfehlenswert sind Fenster der Widerstandsklasse RC2. Sie bieten einen wirksamen Schutz gegen typische Einbruchversuche. Wichtig ist allerdings auch der fachgerechte Einbau. Und wie nebenan beschrieben punkten neue Fenster mit besagter besserer Wärmedämmung. Eine Investition also, die sich gleich in mehrfacher Hinsicht auszahlt – und Einbrecher draußen hält! kin/tmn