Wie ist es derzeit um das Handwerk in unserer Region bestellt, wie ist die Auftragslage?
Das regionale Handwerk zeigt sich trotz des schwierigen Umfelds weiterhin robust. Viele Betriebe bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend. Die Auftragslage unterscheidet sich allerdings je nach Gewerk.
Wie passt es dazu, dass von vielen Kunden zu hören ist, „ich bekomme einfach keinen Handwerker ins Haus ...“
Diese Aussagen kenne ich auch. Aber hier muss schon differenziert werden. Oftmals hängt ein Termin auch an der fehlenden Versorgung durch Materialien, die für bestimmte Aufträge vonnöten sind. Darüber hinaus können teilweise Engpässe entstehen, wenn etwa Störfälle auftauchen. Als Beispiel sei hier der Sturm vor einigen Wochen genannt, der in der Folge natürlich die Dachdecker erst einmal zu Noteinsätzen veranlasst hat.
Worin liegen für die Betriebe die größten Herausforderungen?
Belastend sind vor allem hohe Energie-, Material- und Personalkosten, die Steuer- und Abgabenlast, Bürokratie sowie der Fachkräftebedarf. Steigende Einkaufspreise können zudem häufig nicht vollständig an die Kundschaft weitergegeben werden und drücken auf die Margen. Darüber hinaus ist die Zurückhaltung bei privaten und gewerblichen Investitionen spürbar. Unserer Ansicht nach liegt das wohl auch an der Unsicherheit bei Fördermaßnahmen, etwa bei energetischen Sanierungen. Ohne Klarheit beim dauerhaften Zugang zu Fördergeldern besteht die Gefahr, dass energetische Modernisierungen zu einem Luxusgut werden könnten.
Welchen Branchen geht es besonders gut?
Unseren Handwerksgewerken geht es grundsätzlich solide, die Auftragslage ist weitgehend stabil. Von einer besonders guten Lage würden wir derzeit jedoch nicht sprechen. Was unter anderem auch daran liegt, dass viele Betriebe noch mit dem Abarbeiten von Auftragsbeständen aus der Vergangenheit, etwa aus Corona-Zeiten, zugegen sind.
Aktuell startet das neue Ausbildungsjahr: Wie ist da die Situation?
Die Entwicklung ist positiv und erfreulich: Das regionale Handwerk verzeichnet zum Ausbildungsstart erneut ein großes Plus bei den neuen Ausbildungsverträgen. Dennoch bleiben Stellen offen. Besonders gefragt sind Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker SHK und Elektroniker, danach folgen Zimmerer und Dachdecker. Ebenfalls erfreulich: die im Vergleich zu den Vorjahren wiederum gestiegene Zahl von Ausbildungsverträgen bei jungen Frauen.
