Pforzheim. Vor 31 Jahren hatte Marcus Breuning das Familienunternehmen in der Goldstadt von seinem allzu früh verstorbenen Vater übernommen und seither erfolgreich weitergeführt. Am Montag ist Breuning überraschend im Alter von 53 Jahren gestorben. In Pforzheim und der gesamten Schmuckbranche galt er als starke Unternehmerpersönlichkeit mit einem Herz für seine Mitarbeiter.
Die Breuning Group beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiter, allein im Pforzheimer Stammhaus sind es 150 Beschäftigte, rund 250 sind es in Thailand. Die Firma Breuning gilt als einer der führenden europäischen Hersteller von Trauringen und edlem Schmuck aus Gold und Silber. Das Familienunternehmen ist gut aufgestellt und werde unter bewährter Führung im Sinne des Verstorbenen weitergeführt, versichert Ehefrau und Geschäftsführerin Linda Breuning im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“.
Das Familienunternehmen wurde 1927 in der Goldstadt gegründet. Qualitativ hochwertige Fertigung und Designkompetenz gehen bei Breuning seither Hand in Hand. Mit ihrem Gefühl für Form und Farben habe Linda Breuning frischen Wind ins Unternehmen gebracht und ihren Ehemann tatkräftig unterstützt, betont ihre Schwägerin und Gesellschafterin Mareike Matting. Unterstützt wird Linda Breuning von den langjährigen Prokuristen Arnold Wesper, Serkan Arikan, Alexander Zöhner und Mareike Matting. „Für seine Mitarbeiter hatte er immer ein offenes Ohr – egal ob Putzfrau oder leitender Angestellter. Unser Chef war sehr beliebt. Er wird uns allen sehr fehlen“ sagt Wesper, der seit 23 Jahren bei Breuning tätig ist.


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Gut erinnert er sich noch an jenen 23. Dezember 1999. Damals wurde die erste Maschine für die Trauringproduktion angeliefert. „Es war von einem Eisregen spiegelglatt und der Fahrer der Spedition weigerte sich, die teure Anlage über den Hof zur Warenrampe zu transportieren. „Du machst das“, sagte Marcus Breuning zu Arnold Wesper. Und obwohl dieser keine Erfahrung mit dem Tieflader hatte, manövrierte er nach kurzer Testfahrt die nagelneue Trauringmaschine sicher ins Firmengebäude an der Luisenstraße. Erst dann wünschte der Schmuckfabrikant seinen Mitarbeitern ein frohes Weihnachtsfest.
Schon im April 2000 präsentierte Breuning seine erste Trauringkollektion auf der Weltmesse in Basel. „Der Chef hatte erkannt, dass in der krisengeschüttelten Schmuckindustrie nur mit der Herstellung von hochwertigen Trauringen eine auskömmliche Geschäftstätigkeit möglich war“, erinnert sich der Prokurist.
„Mein Bruder hat für die Firmengruppe gelebt“, betont Mareike Matting. Er habe seinen Mitarbeitern vertraut und dieses Vertrauen hätten diese ihm mit guter Arbeit und viel Engagement zurückbezahlt. Bei der Bekanntgabe der Todesnachricht gab es nicht nur bei den langjährig Beschäftigten viele Tränen.
Die Trauerfeier findet aufgrund der Corona-Vorschriften im engsten Familienkreis statt.



