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Zufrieden: Vorstandsmitglied Armin Kühn, Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Engel, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Jürgen Wankmüller und Vorstandsmitglied Ulf Meißner (von links). Foto: Roller 

Gestärkt in Fusion mit Volksbank Karlsruhe Baden-Baden: VR Bank Enz plus beschließt höhere Dividende

Remchingen. Eine nahezu unverändert hohe Bilanzsumme, deutliche Zuwächse beim betreuten Kundenvolumen und eine ordentliche Dividende: Die VR Bank Enz plus steht gut da. Der Jahresüberschuss von rund einer Million Euro erlaubt die Ausschüttung einer Dividende von vier Prozent, der die Vertreterversammlung am Montagabend mit großer Mehrheit zugestimmt hat. Wenn es nach dem Vorstand und dem Aufsichtsrat gegangen wäre, hätten nur drei Prozent ausgeschüttet werden sollen.

Doch ein Vertreter hatte vor der Sitzung einen Antrag gestellt, die Dividende zu erhöhen. Ein Antrag, der anders als der Verwaltungsvorschlag bei der Abstimmung letztlich eine klare Mehrheit fand. Es war die letzte Vertreterversammlung, bevor die VR Bank Enz plus im Oktober mit den Volksbanken Pforzheim und Karlsruhe Baden-Baden zur neuen Volksbank pur fusioniert, die dann die größte Volksbank in ganz Baden-Württemberg ist. „pur“ soll dabei für „persönlich und regional“ stehen.

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Das ändert sich nach der Fusion für Kunden der Volksbank Pforzheim

„Es ist richtig und gut, sich zu einem großen und leistungsfähigen Haus zusammenzuschließen“, sagte Martin Schöner, der bereits zum Jahresende in den Vorstand der Volksbank Karlsruhe Baden-Baden gewechselt ist. „Mehrere Tausend Themen“ gelte es zu lösen, damit der Übergang reibungslos erfolge. Den werden die Kunden vor allem durch die Änderung der IBAN bemerken, die rechtzeitig bekanntgegeben werde.

Zinsüberschuss steigt

Vorstandsmitglied Armin Kühn sprach in seinem Rückblick in Bezug auf 2021 von einem sehr erfolgreichen Jahr. Was sich auch daran zeige, dass das betreute Kundenvolumen um mehr als acht Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro gesteigert werden konnte. Der Zinsüberschuss stieg um knapp drei Prozent auf 24 Millionen Euro, während der Provisionsüberschuss um drei Prozent auf rund elf Millionen Euro sank – im langjährigen Durchschnitt laut Kühn dennoch ein guter Wert. In Bezug auf das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 14,6 Millionen Euro sprach er von einem „Rekordwert“.

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Größte Volksbank in Süddeutschland: Karlsruhe stimmt Fusion mit Pforzheim zu

Den Vorstandsbericht teilte sich Kühn mit seinem Kollegen Ulf Meißner, mit dem er die Bank noch bis zur Fusion im Oktober leiten wird. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürgen Wankmüller hatte sein Amt bereits am vergangenen Freitag niedergelegt, um von der Vertreterversammlung für seine Tätigkeit entlastet werden zu können. Ein Schritt, den diese bei einer Gegenstimme vollzog und damit die Voraussetzung dafür schuf, dass Wankmüller in der fusionierten Bank ein Aufsichtsratsmandat annehmen kann.

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Pforzheimer Vertreter stimmen einstimmig für Fusion mit Karlsruhe zur "Volksbank pur"

Zwar verlief die Sitzung insgesamt harmonisch, inklusive vieler lobender Worte für Wankmüller und den Aufsichtsrat um seinen Vorsitzenden Reinhard Engel. Aber es gab auch kritische Töne von einem Mann, der zunächst auf der Bühne reden wollte, aber nicht durfte. Schnell zog er mit seinem Verhalten den Unmut der übrigen Anwesenden auf sich: „Ich habe es satt, dass ich mir bei jeder Vertreterversammlung Ihren Mist anhören muss“, sagte einer und bekam dafür Applaus. Eine halbe Stunde lang stellte der Mann mehrere Fragen, etwa zu den Gründen für den Anstieg der Vorstandsbezüge von 1,1 auf 1,3 Millionen Euro. Meißner erklärte das mit regulären Gehaltsanpassungen, mit einem variablen, an der Ergebnissituation orientierten Gehalt und mit Sondereffekten, die im Zusammenhang mit Schöners Ausscheiden stehen. Der Mann befürchtete, dass die Dividende in der fusionierten Bank niedriger als drei Prozent ausfallen könnte. Davon ging Kühn zwar nicht aus, sagte aber auch, dass die Entscheidung dazu in der neuen Bank getroffen werde. Ein anderer Fragesteller wollte wissen, was nach der Fertigstellung des Kompetenzzentrums in Stein mit den Filialen in Königsbach und Stein passiert. Schöner sagte, dazu liefen „gute Gespräche“, deren Inhalte aber aktuell noch vertraulich seien.