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Umzug: Der Stammsitz in Pforzheim-Würm soll aufgegeben werden.  Foto: Meyer 

Pforzheimer Firma Microtherm gerettet: Großteil von weltweit 200 Arbeitsplätzen gesichert

Pforzheim. Im April stellte die Pforzheimer Firma Microtherm einen Insolvenzantrag – jetzt wurde ein Investor gefunden. Die Prettl Unternehmensgruppe aus Pfullingen (Landkreis Reutlingen) erwirbt im Rahmen eines sogenannten Asset Deals den kompletten Geschäftsbetrieb der Pforzheimer Microtherm GmbH sowie deren Tochtergesellschaften in Tschechien, China und Indien. Der Großteil der rund 200 Beschäftigten wird weiterbeschäftigt – zwölf Mitarbeiter wechseln nach PZ-Informationen in eine Beschäftigungs- und Transfergesellschaft. Die tatsächliche Übernahme unterliegt noch behördlichen Genehmigungen und wird für den 1. Dezember angestrebt.

Microtherm wurde 1965 als Hersteller von „Temperaturwächtern“ gegründet. Heute entwickelt und produziert das Unternehmen mit weltweit rund 200 Mitarbeitern (knapp 60 davon in Pforzheim-Würm) Sensor-Lösungen für Thermoregelungen in unterschiedlichen Branchen von Automotive bis Waschmaschinen und Kraftwerken. Zuletzt wurden rund 20 Millionen Euro umgesetzt.

„Mit dem Erwerb wollen wir in der Region Pforzheim langfristig einen wettbewerbsfähigen, technologisch ausgerichteten Standort aufbauen“, erklären die Hauptverantwortlichen bei Prettl für das Investment in einer Pressemitteilung.

Als eigenständiges Tochterunternehmen solle Microtherm sein spezifisches Knowhow im Bereich der hochpräzisen und thermisch sensiblen Sensor-Produkte einbringen sowie die Entwicklungsangebote der Prettl Gruppe im Bereich Automotive und Industrie-Anwendungen erweitern, erklärt Microtherm-Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer/Schmidt-Thieme. Durch die Übernahme des in die Insolvenz geratenden Produzenten von Komponenten für Temperaturbegrenzung sichere Prettl die Fortführung des Geschäftsbetriebes.

Wirtschaft

Drohende Zahlungsunfähigkeit: Microtherm rutscht in die Insolvenz

„Voraussetzung war, dass wir seit dem Insolvenzantrag durch die starke Unterstützung von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern den Betrieb aufrechterhalten konnten.“ Allerdings soll der Firmensitz in Würm aufgegeben und ein neues Gebäude in der Goldstadt bezogen werden, wie die PZ erfahren hat. Die Arbeitsplätze würden jedoch weitgehend erhalten. „Im Rahmen der notwendigen kundenorientierten Weiterentwicklung werden auch neue Stellen in Engineering und Vertrieb geschaffen“, so Schmidt-Thieme.

Lothar Neff

Lothar Neff

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