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Marketingleiterin Karin Ferenbach (links), CEO Ralf Petrawitz und Ira Jacob, Director Human Resources von Klingel medical metal.  Foto: Moritz 

Strategische Zukäufe und organisches Umsatzplus: Klingel medical metal in Pforzheim auf Wachstum programmiert

Pforzheim. Die Goldstadt ist ein erfolgsversprechender Standort für die Medizintechnik. Das beweist auch die Klingel medical metal group im Pforzheimer Altgefäll. Mit strategischen Zukäufen und organischem Wachstum hat sich der Auftragsfertiger für hochkomplexe Präzisionsteile aus schwer zerspanbaren Materialien in den vergangenen zehn Jahren hervorragend positioniert. Wie Ralf Petrawitz, geschäftsführenden Gesellschafter und CEO der Gruppe betont, soll das Wachstum auch in den kommenden Jahren vorangetrieben werden, wie er im PZ-Gespräch ausführt. „Mit einem geplanten Umsatz von 135 Millionen Euro werden wir in 2022 die Marktführerschaft als Zulieferer von Präzisionsteilen für die Medizintechnik übernehmen, was das breite Produktportfolio sowie die umfassende Wertschöpfungskette vom Engineering und der CNC-Bearbeitung bis zur Verpackung und Logistik anbelangt“, so Petrawitz.

Seit 2011 steht er an der Spitze des Unternehmens, welches damals mit 204 Mitarbeitern einen Umsatz von 22,7 Millionen Euro erwirtschaftete. Unter Führung von Petrawitz gewann der Expansionskurs des Metallverarbeiters an Dynamik, zunächst 2015 mit der Übernahme der Josef Ganter Feinmechanik GmbH in Dauchingen. Es folgte eine verstärkte Ausrichtung auf den Medizintechniksektor mit den Segmenten Implantate und Instrumente für die Chirurgie, Komponenten für (kardio)vaskuläre sowie minimal-invasive und endoskopische Systeme, Teile für die robotergestützte Chirurgie, orthopädische Implantate, Instrumente und Werkzeuge sowie Bauteile für OP-Tische und medizinische Geräte.

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Der Hauptsitz von Klingel medical metal im Pforzheimer Gewerbegebiet Altgefäll. Foto: Klingel Medical Metal

Mit der Übernahme eines Verpackungsspezialisten in Rosenheim sowie drei Medizintechnikunternehmen in der Schweiz, zuletzt von Ruetschi Technology mit Sitz in Muntelier/Kanton Freiburg, wurden die Kernkompetenzen unter anderem um sterile Verpackungen und komplette, sterile OP-Kits mit Implantaten und Einweginstrumenten erweitert.

Um mit den Richtlinien des neuen Medizinproduktegesetzes konform zu gehen, wurde weiter in Qualitätsmanagement und -sicherung investiert. „Gerade diese Maßnahmen sind in einem großen Firmenverbund leichter zu stemmen als in kleinen Betrieben mit nur wenigen Mitarbeitern“, begründet Petrawitz die Unternehmensstrategie.

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Mit der Fertigung von „Procedure Kits“, steril verpackten Implantate-/Werkzeugsets, hat sich die Ruetschi Technology einen Namen gemacht. Das Schweizer Unternehmen gehört auch zur Klingel medical metal group. Foto: Ruetschi Technologyi

Die Fertigstellung von Neubauten an drei Standorten sorgte für zusätzliche Kapazitäten. So wurde die Produktionsfläche über alle fünf Partnerunternehmen mit insgesamt acht Werken kontinuierlich auf rund 40.000 Quadratmeter mit über 400 CNC-Maschinen und rund 870 Mitarbeitern erhöht. Allein in Pforzheim werden auf 12 000 Quadratmeter jährlich rund 6000 verschiedene Komponenten produziert und ausgeliefert.

„Der Zusammenschluss unter einem gemeinsamen Dach bündelt Ressourcen, Prozesse, Technologien, Know-how und Erfahrung. Die Wertschöpfungskette hin zu einem One-Stop-Shop konnte dadurch stetig ausgebaut werden“, so der geschäftsführende Gesellschafter. Im Außenauftritt präsentieren sich alle Firmen gemeinsam unter dem Dach der Klingel medical metal group.

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Wirtschaft

IHK-Gütesiegel „1A Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ für Klingel medical metal

Lothar Neff

Lothar Neff

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