Fliegerbombe auf Baustelle entdeckt
In Stuttgart wurde eine Fliegerbombe gefunden - und erfolgreich entschärft.
Bernd Weißbrod/dpa
Baden-Württemberg
Entschärfung der Bombe in Stuttgart hatte "höchste Brisanz": Erinnerung an Funde in Pforzheim

 Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes haben eine bei Bauarbeiten in Stuttgart gefundene Fliegerbombe erfolgreich entschärft. Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Vormittag in Stuttgart-Nord gefunden worden. Die Bergung und Entschärfung des Sprengkörpers musste nach Angaben der Behörden aus Sicherheitsgründen so schnell wie möglich erfolgen.

Ein darin verbauter, chemischer Zünder war bei den Tiefbauarbeiten mechanisch beschädigt worden, wie die Stadt mitteilte. Nach Angaben der Feuerwehr bestand «höchste Brisanz». Es drohte eine unkontrollierte Explosion.

Höchste Alarmstufe ausgerufen

Zur Warnung der Bevölkerung wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Von der anschließenden Evakuierung waren rund 1.400 Menschen betroffen. Für sie hatte die Stadt eine Notunterkunft und eine Hotline eingerichtet. Der Radius der Sperrzone rund um den Fundort betrug 250 Meter. Dieser umfasste auch viele Einfamilienhäuser am Rand des Stuttgarter Kessels. Auch eine Buslinie musste wegen des Funds umgeleitet werden.

Ersten Erkenntnissen nach hatte ein Baggerfahrer den Fund auf einer Baustelle gemeldet. Nach der Entschärfung wurde die Bombe am Mittag abtransportiert und sollte in das Lager des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gebracht werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach dem Abtransport wurde die Sperrzone aufgehoben. Anschließend konnten die Menschen in ihre Wohnungen zurück.

Bombenfunde in Pforzheim: 

Im September 2022 wurde eine Panzerabwehrrakete von einem Spaziergänger am Davosweg in Pforzheim entdeckt. Der Bereich ist damals weitläufig abgesperrt worden und die Rakete musste kontrolliert gesprengt werden, da sie nicht transportiert werden konnte. Circa 40 Personen im Bereich der Friedensstraße 85-91, der Prinz-Wilhelm-Straße 4-8 und der Winsloestraße 4-7 wurden damals evakuiert und konnten sich während der Sperrung auf eigenen Wunsch in einem von der Feuerwehr zur Verfügung gestellten Bus aufhalten. 

Auch 2019 kam es zu einem Bombenfund, der Pforzheim in Atem gehalten hat. In der Südoststadt wurde eine 500-Kilo-Bombe entdeckt und entschärft. Bei der Bombe handelte es sich um eine amerikanische Fliegerbombe vom Typ ASP 1000. Ein erster Luftangriff der Amerikaner erfolgte am 1. April 1944. Eventuell stammt die Bombe aus dieser Zeit.

Nach Angaben der Stadt wurden damals 4000 Bewohner betroffen. Besonders brisant: Wäre der Fundort nur ein Stück weiter nördlich gewesen, wäre auch das Helios Klinikum in den Evakuierungsradius gefallen. 

© dpa-infocom, dpa:260508-930-52136/4

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