Bei dem im Südwesten durchsuchten Objekt nach dem Verbot der «Reichsbürger»-Gruppe «Königreich Deutschland» handelt es sich um das Wohngebäude einer Führungsperson des Vereins im Regierungsbezirk Stuttgart. Dies teilte das Innenministerium in Stuttgart mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ging es um ein Haus in der 6.200-Einwohner-Gemeinde Mainhardt im Landkreis Schwäbisch Hall. Weitere Angaben machten die Behörden dazu zunächst nicht.
Auch in der PZ-Region gab es bereits Berührungspunkte mit der Reichsbürger-Szene. In Stuttgart hat das erste Verfahren gegen die mutmaßlichen Verschwörer rund um Prinz Reuß begonnen. Es ist einer der größten Terror-Prozesse in der Geschichte der Republik. Der in Ersingen ursprünglich festgenommene und dann aus der U-Haft entlassene René R. ist nicht unter den Angeklagten. Dem Tenor René R. wurde neben Marco v. H. aus Pfinztal, dem ehemaligen Soldaten Rüdiger v. P. aus Calw und 22 weiteren Personen am 7. Dezember 2022 im Rahmen der großen Reichsbürger-Razzia verhaftet.


Vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht: Anwalt von René R. hält Verfahren für wahrscheinlich
«Das heutige Verbot des "Königreichs Deutschland" und seiner Teilorganisationen zeigt: Wir haben eine wehrhafte Demokratie», sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). «Den Feinden unseres Rechtsstaats treten wir entschlossen entgegen.»


Das sagen die Ersinger über den Terrorverdächtigen René R.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums durchsuchten Einsatzkräfte der Polizei ab den frühen Morgenstunden von dem Verein genutzte Gebäude sowie Wohnungen führender Mitglieder in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.


Nach Reichsbürger-Razzia: Tenor René R. aus Ersingen sitzt weiter in U-Haft
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte zuvor die Gruppe, die sich «Königreich Deutschland» (KRD) nennt, verboten. Laut Verfassungsschutz Baden-Württemberg verfolgte der Verein «langfristig die Ersetzung der rechtsstaatlichen Ordnung durch eine eigene, fiktive Struktur», wie das Innenministerium schrieb.


Nach Razzia bei Reichsbürgern: Stehen auch Pforzheimer auf "Todeslisten"?
Der Verfassungsschutz bezeichnete das KRD in seinem Bericht 2023 als die zwischenzeitlich bedeutendste Gruppierung des «Selbstverwalter»-Milieus im Land. Man gehe derzeit von einer dreistelligen Zahl an Unterstützern in Baden-Württemberg aus.
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