500-Kilo-Blindgänger soll entschärft werden
Häuser in einem Radius von 500 Metern um die Fundstelle mussten evakuiert werden.
Uli Deck/dpa
Baden-Württemberg
Weltkriegsbombe in Karlsruhe erfolgreich entschärft
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Karlsruhe. In Karlsruhe ist eine Weltkriegsbombe entschärft worden. Nach Angaben der Polizei machten Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Dienstag die 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich. Die Sperrungen wurden aufgehoben, Menschen konnten wieder in die Häuser zurück. Nach Angaben der Stadt mussten am Dienstagmorgen vorübergehend rund 4000 Menschen aus ihren Wohnungen. Menschen mit Gehbehinderungen wurden abgeholt, ebenso acht Corona-Patienten mit einem Krankentransport. Um sicherzugehen, dass keine Menschen mehr im Gebiet sind, beobachtete die Polizei das abgesperrte Gebiet mit Drohnen und Polizeihubschrauber. Insgesamt waren laut Stadt rund 160 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Verwaltungsstab beteiligt.

Laut Stadt handelte es sich um eine amerikanische Fliegerbombe mit zwei Zündern. Sie war am Montag auf einer Baustelle in der Nähe des Güterbahnhofs gefunden worden.

Im Straßen- und Bahnverkehr auch in Richtung Pforzheim/Stuttgart kam es durch den Einsatz am Mittag zu erheblichen Einschränkungen. Die Bahn-App zeigte auf der Strecke von Karlsruhe nach Pforzheim oder andersherum ausfallende oder eingeschränkte Verbindungen an. Auch nach der Entschärfung werde es noch dauern, bis am Hauptbahnhof wieder der Normalbetrieb laufe, so die Bahn nach der Entschärfung auf Twitter.

"Fahrt fällt aus" oder "Es liegen aktuelle Informationen vor": Durch die Bombenentschärfung ist es zu Störungen auf der Strecke vom Karlsruher Hauptbahnhof nach Pforzheim beziehungsweise Stuttgart gekommen.
Screenshot PZ-news

Nach Angaben einer Bahnsprecherin fielen am Dienstag Fernzüge von Mannheim und Heidelberg nach Karlsruhe aus, außerdem war der Zugverkehr von Stuttgart nach Karlsruhe tangiert. Die Verbindung von Karlsruhe nach Basel sollte aber laufen. Wie viele Reisende in welchem Zeitraum genau betroffen waren, konnte die Bahnsprecherin zunächst nicht sagen. Hunderte Bahnfahrer mussten sich jedenfalls auf Behinderungen einstellen.

500-Kilo-Blindgänger soll entschärft werden
Im Karlsruhe Hauptbahnhof wird am Dienstagmorgen auf einer Anzeigentafel auf eine anstehende Bombenentschärfung hin gewiesen, wodurch mit Einschränkungen im Bahnverkehr zu rechnen ist. Eine 500 Kilo Bombe wurde am Montag in der Nähe des Güterbahnhofs entdeckt.
Uli Deck/dpa
500-Kilo-Blindgänger soll entschärft werden
Blick in den Karlsruher Hauptbahnhof: Am Mittag wurde eine Bombenentschärfung durchgeführt, wodurch es Einschränkungen im Bahnverkehr gab.
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Die Bundespolizei Karlsruhe schrieb dazu: "Bis 13 Uhr sollen alle notwendigen Sperrungen vollzogen sein. Dies betrifft neben den Straßen der zu räumenden Wohngebiete auch die Gleise der Deutschen Bahn. Die Strecke zwischen Karlsruhe Hauptbahnhof und Durlach beziehungsweise Mannheim – Basel werden ebenso gesperrt wie die Gleise des Güterbahnhofs. Für die Zeit der Entschärfung wird zudem der Verkehr auf der Südtangente beziehungsweise der B10 unterbrochen."

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am Montag an der Stuttgarter Straße in der Karlsruher Südstadt gefunden worden.

Immer wieder Bombenfunde auch in Pforzheim und Region

Immer wieder tauchen in der Erde Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Erst Anfang November musste der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus der Enz bei Mühlacker-Lomersheim fünf Panzergranaten bergen – mit komplett intakten Geschossen.

Im September hatte eine Abwehrgranate beim Davosweg in Pforzheim für Aufregung gesorgt. Dort musste in einem bestimmten Radius auch evakuiert werden. Doch der erlösende Knall der Sprengung bedeutete in dem Fall nicht das Ende der Geschichte: Stattdessen ist die Granate zum Kriminalfall geworden. Denn bei ihr handelte es sich um ein sowjetisches Panzerabwehrgeschoss. Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz folgten.

In einer Katastrophe enden können hätte das, was in Lomersheim im April 2021 passiert ist: Dort stießen Bauarbeiter auf eine Panzersprenggranate. Da sie aber zunächst nicht wussten, was sie da vorgefunden hatten, schaffte einer der Männer die gefährliche Waffe beiseite: Eine lebensgefährliche Aktion, wie Ralf Fendel vom Kampfmittelbeseitigungsdienst in Baden-Württemberg später feststellte. Am Ende ging es aber doch gut aus, die Granate konnte kontrolliert gesprengt werden.