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Bei Sersheim hat ein Wolf eine Ziege gerissen. Foto: Symbolbild
Bei Sersheim hat ein Wolf eine Ziege gerissen. Foto: Symbolbild © Symbolbild dpa
31.01.2018

Gerissene Ziege bei Sersheim: Zweiter Wolf in der Region

Sersheim. Am 14. Januar wurde in Sersheim bei Vaihingen/Enz eine Ziege totgebissen. Lange stand der Verdacht im Raum, ein Wolf könnte das Tier getötet haben. Jetzt herrscht Gewissheit.

„Durch die Analyse genetischer Spuren an einer gerissenen Ziege in der Nähe von Sersheim hat das Senckenberg-Institut in Gelnhausen die Existenz eines zweiten Wolfs in Baden-Württemberg nachgewiesen“, teilte das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft am Mittwoch mit. Der Ziegenhalter habe nun die Möglichkeit, eine Entschädigung aus dem „Ausgleichsfonds Wolf“ zu beantragen und könne mit einer Entschädigung rechnen.

Die Analyse ergab weiterhin, dass der Wolf aus der „sogenannten italienischen Linie stammt“ und damit nicht identisch ist mit dem Tier, das vor einigen Wochen bei Bad Wildbad und Freudenstadt nachgewiesen worden ist.

Welches Geschlecht dieser zweite Wolf hat und aus welchem Rudel er genau kommt, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

„Wegen der räumlichen Nähe halten es die Experten der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg für gut möglich, dass es sich bei dem Wolf um das selbe Tier handelt, das vor rund zwei Wochen in Korntal-Münchingen nachgewiesen werden konnte“, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. Dort hatte ein Autofahrer das Tier nahe der A81 gesehen und gefilmt.

Ob der Wolf noch in der Region um Sersheim und Vaihingen/Enz ist, ist nicht bekannt. Auf alle Fälle raten die Behörden, geeignete Schutzmaßnahmen für Nutztiere zu ergreifen. Unter anderem können über die FVA bereitgestellte Zaunsets ausgeliehen werden. Wolfsbeobachtungen sollten umgehend der FVA unter Telefon (07 61) 40 18-274 gemeldet werden. Bei Sichtungen von Wölfen zusammen mit eigenen Hunden müssen diese an die Leine genommen werden. Die Wölfe sollten auf keinen Fall angelockt oder gar angefüttert werden.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass Wölfe bei der Suche nach einem Revier auch dichter besiedelte Räume durchquerten, so das Umweltministerium. Sollte sich der Wolf häufiger Menschen nähern, erlaube das Bundesnaturschutzgesetz „geeignete Maßnahmen“ – bis hin zum Abschuss.

Ende November 2017 waren bei Bad Wildbad drei Schafe gerissen worden. Auch hier ergab eine Analyse von Speichelresten, dass die Tiere einem Wolf zum Opfer gefallen waren.

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