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Ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst war zum Bahnhof in Enzberg geeilt, um die 17 Verletzten eines Pfefferspray-Einsatzes in einem Zug der Linie S5 zu versorgen. Die Polizei hat einen 20-jährigen Tatverdächtigen aus Mühlacker verhört.
Ein Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst war zum Bahnhof in Enzberg geeilt, um die 17 Verletzten eines Pfefferspray-Einsatzes in einem Zug der Linie S5 zu versorgen. Die Polizei hat einen 20-jährigen Tatverdächtigen aus Mühlacker verhört. © Batuan Ünsal
© Symbolbild: dpa
03.08.2018

Pfefferspray in S5 versprüht: 17 Verletzte, darunter ist auch ein Baby

Mühlacker-Enzberg. Kurz nach 15 Uhr soll am Freitag ein 20-jähriger Tatverdächtiger aus Mühlacker in einer S-Bahn der Linie S5 auf der Bahnstrecke zwischen Pforzheim und Mühlacker Pfefferspray versprüht haben. Das Motiv seiner Tat scheint noch unklar sein. Fest steht dagegen: 17 Fahrgäste wurden zum Teil mittelschwer verletzt, darunter auch ein Säugling.

Die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn teilte der zuständigen Bundespolizeiinspektion Karlsruhe mit, dass jemand im Zug Pfefferspray versprüht habe und mehrere Personen verletzt wurden. Sofort wurde ein Großaufgebot des Rettungsdienstes sowie der umliegenden Feuerwehren alarmiert. Der Zug blieb im Bahnhof Enzberg stehen und wurde durch die alarmierten Kräfte der Bundes- und Landespolizei sowie durch den Rettungsdienst und die Feuerwehr geräumt.

Insgesamt waren 17 Fahrgäste vom Vorfall betroffen. Vier davon wurden mittelschwer verletzt. Zu denen zählte auch der in der S5 mitfahrende Säugling. Alle Fahrgäste wurden vor Ort durch den Rettungsdienst versorgt. Die unter Atemwegsreizungen leidenden Personen wurden in die umliegenden Krankenhäuser verbracht.

Der Zug wurde anschließend von der Feuerwehr per Luftmessung nach weiteren Gefahrenstoffen untersucht. Nach einer Stunde wurde die Zugeinheit nach Rücksprache mit der Deutschen Bahn wieder für den Zugverkehr freigegeben. Es kam zu keinen weiteren bahnbetrieblichen Auswirkungen.

Bei den Ermittlungen konnte ein 20-jähriger Tatverdächtiger aus Mühlacker vor Ort festgehalten werden. Seine Nationalität wurde noch nicht genannt. Am Freitagabend wurde er von der Bundespolizei in der Wache am Karlsruher Hauptbahnhof verhört. Warum der junge Mann das Pfefferspray versprüht hat, ist derzeit Gegenstand bundespolizeilicher Ermittlungen.

Aufschluss könnten vielleicht die Videoaufzeichnungen aus der S-Bahn geben. Die Polizisten haben die Festplatte mit dem Videomaterial ausgebaut und mitgenommen und müssen nun herausfinden, ob es vielleicht eine Bedrohungssituation gabe, bei der das Pfefferspray als Mittel für den Selbstschutz versprüht wurde. Ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung wurde eingeleitet.

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