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Szenen wie diese am 23. Februar, als die Polizei linke Gegendemonstranten am Durchbrechen zu den Neonazis auf dem Wartberg hinderte, fürchtet mancher auch für den Samstag in drei Wochen.

200 Teilnehmer angekündigt: Rechtsextreme Demo führt zu Großeinsatz in Pforzheim

Pforzheim. Eine Kundgebung der Neonazi-Kleinstpartei "Die Rechte" wird am Samstag, 11. Mai, viele Stunden lang erhebliche Folgen für die Pforzheimer City haben. Während die Rechtsextremen bei der Anmeldung etwa 200 Teilnehmer angaben, kommen zwei Gegendemonstrationen auf 900 erwartete Teilnehmer.

Er fürchte, der 11. Mai werde "schlimmer als der 23. Februar", sagt ein erfahrener Beobachter des öffentlichen Lebens in Pforzheim über den Samstag in drei Wochen.

Die Polizei nimmt die Lage an den Tag nach eigenem Bekunden ernst und ist in ständiger Absprache mit der Stadtverwaltung. Für diese will OB Peter Boch bei einem Fest, das die Volksmission auf dem Marktplatz veranstaltet, für ein offenes und tolerantes Europa werben.

Was "Die Rechte" plant

Mit rund 200 Teilnehmern, also etwa doppelt so vielen wie bei der rechtsextremen Fackel-Kundgebung am 23. Februar auf dem Wartberg, wird laut Antwort der Stadtverwaltung auf eine PZ-Nachfrage bei der Demonstration gerechnet, die der Landesverband der neonazistischen Kleinstpartei „Die Rechte“ für diesen Tag angemeldet hat. Sie soll insgesamt von mittags bis abends andauern. „Die letztendlichen Abstimmungen hinsichtlich zeitlichem und örtlichen Verlauf sind jedoch noch offen. Der Bereich wird sich vermutlich grob vom Schlossberg Richtung Osten erstrecken“, heißt es in der Antwort aus dem Rathaus weiter.

Das haben die Gegendemonstranten vor

Zwischenzeitlich liegen der Stadtverwaltung zwei Anmeldungen für Gegendemonstrationen vor. Die Initiative gegen Rechts hat eine Menschenkette angemeldet, die zwischen 10 und 21 Uhr auf der Bahnhofstraße und im Bereich des Leopoldplatzes stattfinden soll. Die Veranstalter schätzen die Teilnehmerzahl auf 600 Menschen. „Außerdem hat das Antirassistische Netzwerk Baden-Württemberg eine weitere Versammlung mit Aufzug angemeldet“, heißt es in der Antwort der Stadt. „Auch hier sind die letztendlichen Abstimmungen und der genaue örtliche Verlauf noch offen. Geschätzte Teilnehmerzahl ist 300.“

Was das Rathaus unternimmt 

Die Stadt wird auf dem Marktplatz von 11 bis 17.30 Uhr ein Europäisches Kinderfest veranstalten. Ursprünglich war zum Abschluss der Europawoche ein Europafest im Stadtgarten angedacht.

Da für diesen Tag auf dem Marktplatz bereits das Kinderfest der Volksmission, des Missionswerks Strahlen der Freude und der Ecclesia Kirche angemeldet gewesen sei, habe es sich gut gefügt, beide Veranstaltungen zusammenzulegen und den Titel „Europäisches Kinderfest“ zu wählen. Hauptredner werden OB Peter Boch und Sozialdezernent Frank Fillbrunn sein. „Der OB wird für ein offenes und tolerantes Europa werben, Frank Fillbrunn wird zum zehnjährigen Jubiläum des Kinderfests sprechen.“

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