Rahmenplan Oststadt
Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Professorin Uta Stock-Gruber und Shameet Ghelani vom Planungsamt. 

Auf der Suche nach der Identität der Oststadt: Verwaltung stellt Entwürfe für Stadtteil vor

Pforzheim. In der Pforzheimer Oststadt besteht ein Nebeneinander von wichtigen Gewerbeunternehmen und kleinteiligen Wohnquartieren, von zentralen Industrieanlagen und touristischen Highlights, pulsierenden Verkehrsadern und verwunschenen innerstädtischen Parkanlagen. Diesem Nebeneinander verschiedenster Nutzungen fehlt jedoch eine klare Identität, eine lesbare Struktur und, vor allem, eine Perspektive. Diese wird im Zuge der Rahmenplanung Oststadt erarbeitet.

In der ersten Phase haben fünf Planungsbüros Leitbilder für die Oststadt entworfen, in denen sie ihre Visionen, Ideen und Handlungsempfehlungen für den Stadtteil festgehalten haben. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, mit dem von der Jury vorgeschlagenen Entwurf „Ströme + Furten“ von CityFörster und Freiwurf LA (beide Hannover) in die zweite Phase einzutreten, in der ein städtebaulich-freiräumlicher Rahmenplan ausgearbeitet und Quartierskonzepte für Teilbereiche erstellt werden sollen.

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Zu Beginn dieser Phase sind auch die Bürgerinnen und Bürger und die Öffentlichkeit eingeladen, sich zu beteiligen. Dazu stellt das städtische Planungsamt nicht nur den Siegerentwurf, sondern alle fünf Entwürfe im Stadtlabor im Erdgeschoss des Rathauspavillons am Marktplatz aus. Gemeinsam mit Jurymitglied Professorin Uta Stock-Gruber hat Bürgermeisterin Sibylle Schüssler die Ausstellung im Stadtlabor eröffnet.

„Als Jury aus Mitgliedern des Gestaltungsbeirats und der Verwaltung haben wir bei den Präsentationen der fünf Konzepte festgestellt, dass unsere Oststadt ausgewiesenes Potential zur Schaffung einer besonderen städtebaulichen und freiraumplanerischen Identität für Pforzheim mit ganz eigener Prägung und auch regionalem Bezug zeigt“, sagt Schüssler.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ist die Ausstellung so konzipiert, dass die Entwurfsunterlagen vollständig von außen betrachtet werden können. Ihre Rückmeldungen können Bürgerinnen und Bürger über das Online-Beteiligungsformular unter www.pforzheim.de/rpo einschicken, wo alle Entwürfe auch vollständig abrufbar sind.

Weitere zentrale Erkenntnisse der Jury sind etwa die Transformation der B10 zu einer Stadtstraße, die Schaffung von Querbezügen zu den angrenzenden Stadt- und Landschaftsräumen, die Schaffung eines Stadtteilzentrums im Bereich des Kohlebunkers und dessen Entwicklung hin zu einer attraktiven, öffentlichen Nutzung, die Attraktiverung der Frei- und Straßenräume, die Schaffung eines markanten Auftakts an der östlichen Siedlungsgrenze sowie die Verbesserung der Eingangssituation und der Zugänglichkeit zum Gasometer und Enzauenpark.

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Das Ziel der Rahmenplanung Oststadt ist es, ein zusammenhängendes Planwerk zu erhalten, das alle Aspekte der Stadtteilentwicklung zusammenfasst. Auf drei Planungsebenen sollen das zukünftige Bild und der Charakter des Stadtteils herausgearbeitet werden: Es soll ein Leitbild für den Stadtteil entwickelt werden, das Zielsetzungen für die Themenbereiche Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Tourismus, Freiflächen sowie Umweltbelange (Artenvielfalt, Klimaschutz, etc.) formuliert und miteinander vernetzt. Es sollen die Identität und die Potentiale des Stadtteils hinsichtlich emotionaler und strategischer Gesichtspunkte herausgearbeitet und Zukunftsthemen (zum Beispiel Leben im Stadtteil, Arbeiten im Stadtteil, Kunst- und Kultur, Digitalisierung, Mobilität) aufgegriffen werden.

Anhand von beispielgebenden Bildern und Projekten soll eine Perspektive für den Stadtteil entworfen werden. Durch einen Rahmenplan für den gesamten Stadtteil soll daraufhin das zuvor erarbeitete Leitbild räumlich verortet werden. Im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung sollen die Themenfelder und Zukunftsthemen zusammenführt und in einen städtebaulich-freiräumlichen Kontext gesetzt und aufgezeigt werden, welche Zielsetzungen für die identifizierten Quartiere und Achsen verfolgt werden sollen. Auf der Quartiersebene gilt es schließlich Entwicklungsperspektiven zur Umsetzung des Leitbilds zu erarbeiten. Dabei spielen städtebaulich-freiräumliche Aspekte ebenso eine Rolle wie die Maßnahmen zur Förderung der Stadtteil- und Quartiersidentität.