761_0008_620699_IMG_4637
So leergefegt wie auf diesem Foto aus dem März 2020 dürfte die Pforzheimer Innenstadt bald nicht mehr sein: Die 7-Tage-Inzidenz der Goldstadt lag am Samstag den fünften Werktag in Folge unter 100. Damit kann die Bundesnotbremse aufgehoben werden. 

Ausgangssperren fallen und Gastronomie öffnet: Bundesnotbremse endet am Mittwoch in Pforzheim

Pforzheim. Als Letzte im PZ-news-Verbreitungsgebiet hat es jetzt auch die Stadt Pforzheim geschafft: Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landesgesundheitsamt den fünften Werktag in Folge unter 100. Damit kann auch in der Goldstadt die Bundesnotbremse zum Mittwoch aufgehoben werden, wie das Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis und die Stadt Pforzheim am Montagnachmittag in einer gemeinsamen Presseerklärung verkündet haben.

„Unsere Bemühungen waren erfolgreich. Das Leben war für uns alle in den vergangenen Monaten nicht einfach, Belastungen waren zu tragen und zu ertragen. Aber jetzt kommt die Hoffnung zurück, Hoffnung auf ein normales Leben“, sagen Pforzheims Erster Bürgermeister Dirk Büscher und Dr. Daniel Sailer, Dezernent beim Landratsamt Enzkreis, wo das auch für Pforzheim zuständige Gesundheitsamt angesiedelt ist. Nur eine Woche zuvor hatten im Enzkreis die Läden wieder für Click & Meet-Angebote öffnen dürfen.

Was ändert sich genau?

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben, und zwar ab Mitternacht in der Nacht auf Mittwoch. Private Treffen sind mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt; Kinder unter 14, Geimpfte und Genesene werden nicht mitgezählt. Museen sowie Freibäder und andere Freizeit-Einrichtungen im Freien dürfen öffnen, auch Kulturveranstaltungen an der frischen Luft können stattfinden – allerdings mit maximal 100 Besuchern. Veranstaltungen zur Religionsausübung müssen nicht mehr vorher bei der Behörde angezeigt werden. Generell sind Hygiene- und Testkonzepte notwendig.

 Was gilt für die Gastronomie?

Gaststätten dürfen zwischen 6 und 21 Uhr geöffnet werden, und zwar sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Die Gastraumfläche je Gast ist begrenzt, im Freien gelten die AHA-Regeln. Für Servicekräfte und Gäste gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen oder einer FFP2-Maske. Die Gäste dürfen die Maske am Tisch beim Verzehr von Speisen und Getränken selbstverständlich ablegen.

Die Kontaktdaten der Besucher müssen dokumentiert werden. Dort, wo die Luca-App im Einsatz ist, kann diese für die Kontaktdaten genutzt werden. In jedem Fall müssen alle Gäste ein tagesaktuelles Testergebnis, eine Bescheinigung über die vollständige Impfung (in der Regel den Impfpass) oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen, also einen Nachweis, dass man in den letzten sechs Monaten an Covid-19 erkrankt war. Auch Hotels, Campingplätze und andere Übernachtungsbetriebe dürfen wieder geöffnet werden. Gäste ohne Genesenen- oder Impfnachweis müssen jedoch bei längerem Aufenthalt alle drei Tage einen negativen Coronatest vorlegen.

Was ändert sich im Einzelhandel?

Einzelhandel, Bau- und Elektromärkte dürfen in Pforzheim bereits seit einigen Tagen Einkauf mit Termin anbieten, also den Einlass einer begrenzten Zahl an Kunden mit Termin. Ab Mittwoch gibt es zwei Varianten; die erste ist das bekannte Click & Meet-Konzept, also der Einkauf mit Termin und ohne Testnachweis. Hierbei darf sich pro angefangenen 40 Quadratmetern ein Kunde im Laden aufhalten. Bei Variante 2 dürfen die Kundinnen und Kunden ohne Termin shoppen, wenn sie ein aktuelles Testergebnis, einen Impf- oder einen Genesenen-Nachweis vorlegen. In diesem Fall können sich doppelt so viele Kunden im Geschäft aufhalten, also ein Kunde pro angefangene 20 Quadratmeter.

Auch im Einzelhandel müssen, anders als in Lebensmittelgeschäften und Supermärkten, die Daten der Kunden erfasst werden – schriftlich oder über die Luca-App. Die sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik- oder Nagelstudios können öffnen – ohne Testpflicht, aber nur mit vorheriger Terminbuchung. Bedingung ist außerdem das Tragen einer medizinischen Maske aller Beteiligten während des gesamten Aufenthaltes. Diese Maskenpflicht gilt auch weiterhin für alle Läden und Geschäfte.

Wie sieht es mit Freizeit und Sport aus?

Freibäder, Klettergärten, Minigolf-Anlagen und andere Freiluft-Einrichtungen dürfen geöffnet werden – allerdings nur mit negativem Test sowie mit Hygienekonzepten und unter Einhaltung von Mindestabständen. Zum Beispiel darf in Freibädern nur eine Person pro 20 Quadratmetern eingelassen werden. Kontaktarmer Freizeit- und Amateursport darf außen mit bis zu 20 Personen stattfinden. Indoor-Angebote, Sport- oder Kletterhallen bleiben noch geschlossen.

Kurse an Musik- und Kunstschulen können mit maximal 10 Schülern/innen stattfinden. An Kursen von Volkshochschulen und ähnlichen Einrichtungen dürfen 10, im Freien 20 Menschen teilnehmen.

Welche Tests und Nachweise dürfen akzeptiert werden?

Corona-Tests müssen innerhalb der letzten 24 Stunden vor dem Zugang zu der erwünschten Einrichtung (Einzelhandel, Gastronomie etc.) durchgeführt worden sein. Der Nachweis muss von einer offiziellen Schnellteststelle ausgestellt sein. Der Test kann auch von einer geeigneten und geschulten Person des Restaurants, Friseurs oder Einzelhändlers vor Ort durchgeführt werden. Kinder unter 6 Jahren müssen nicht getestet werden.

Als geimpft gilt, wer einen Nachweis über den vorhandenen vollständigen Impfschutz vorlegt. Dieser ist 14 Tage nach Erhalt der letzten erforderlichen Impfdosis gegeben. Als genesene Person gilt, wer über einen Nachweis verfügt, der bescheinigt, seit mindestens 28 Tagen und maximal vor 6 Monaten mit dem Coronavirus infiziert gewesen zu sein. Anerkannt werden dafür PCR-Befunde eines Labors oder einer Teststelle sowie ärztliche Atteste, Absonderungs- oder andere Bescheinigungen von Behörden, wenn sie Angaben zu Testart und Testdatum enthalten. Nicht anerkannt werden beispielsweise Antikörpernachweise oder Krankheitsatteste.

Wann ist mit weiteren Lockerungen zu rechnen?

Für Pforzheim liegt der Inzidenz-Wert des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Montag bei 62,7 und damit den fünften Werktag in Folge unter 100. Weitere Lockerungsschritte sieht die Corona-Verordnung dann vor, wenn sich der Trend sinkender Zahlen über 14 Tage fortsetzt oder die Inzidenz stabil unter 50 sinkt.

Wegfall der Testpflicht in Kitas

Da in Pforzheim die Sieben- Tages- Inzidenz von 100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner an fünf aufeinander folgenden Werktagen unterschritten wurde, besteht in allen Stadtteilen ab sofort keine Testpflicht in den Kitas mehr. Den Eltern wird jedoch dringend empfohlen, ihre Kinder auch weiterhin regelmäßig zu testen. Die dazu erforderlichen Selbsttests werden durch die Einrichtungen wie bisher kostenlos zur Verfügung gestellt.

„Auch wenn die Inzidenzen im Sinkflug sind, sollten wir wachsam bleiben. Dazu gehört beispielsweise, die inzwischen in vielen Gemeinden und der Stadt Pforzheim vorhandenen Testmöglichkeiten zu nutzen“, so Dr. Daniel Sailer abschließend.  

Die Allgemeinverfügung für die Stadt Pforzheim ist im Wortlaut auf deren Homepage unter den Amtlichen Bekanntmachungen unter www.pforzheim.de und auf der Homepage des Enzkreises unter www.enzkreis.de nachzulesen.

 

Panorama Pforzheim Luftbild
Region

Kein Anstieg, aber auch kein Rückgang: Corona-Inzidenzen in der PZ-Region bleiben konstant

760_0900_127816_Scharfes_Eck_Familie_Frommherz.jpg
Region+

Drei Wirte aus der PZ-Region über die anstehenden Öffnungen