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Corona-Proteste in Pforzheim: Demonstranten mit Existenzsorgen - Person beschimpft Teilnehmer - Bundesweit wächst Vertrauen in Institutionen

Pforzheim. Bei sommerlichen Temperaturen sind am Samstag gut 300 Personen auf den Pforzheimer Marktplatz gekommen, um gegen Corona-Auflagen zu demonstrieren. Bei der von der von „Widerstand2020“ initiierten Demonstration wurde vor allem die Einschränkung der derzeitigen Grund- und Freiheitsrechte kritisiert. 

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Corona-Proteste auf dem Pforzheimer Marktplatz

„Mit unserer Demonstration wollen wir ein klares Signal an die Politik senden“, so Susanne Heel, Widerstand2020. Dabei ist es laut ihr vorrangig, die Wahrheit nicht zu unterdrücken. Bei ihrer Rede betonte sie, dass die Initiatoren weder politisch links noch rechts stehen, sondern für das Grundgesetz. „Wir werden solange hier her kommen, bis die Grundrechte wieder in Kraft getreten sind“, stellte Heel klar. Zahlreiche Demonstranten trugen Transparente, die eindeutig ihren Unmut gegen die Impfpflicht und Corona-Regeln aufzeigten. Ihr Kommen betonten die Teilnehmer vor allem mit existenziellen Sorgen. „Seit Corona kann ich nicht mehr Arbeiten und mache mir derzeit große Sorgen“, erklärte Astrid Gates.

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Pforzheim

Rund 250 Teilnehmer bei Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Pforzheim

Seit Jahren ist sie als Sprachdozentin an der VHS Pforzheim und hofft auf einen baldigen Wiederbeginn. „Ich bin hier, weil ich eine massive Einschränkung in die Bürgerrechte sehe und mir Gedanken um die Zukunft meines Reisebüros mache“, so Viktoria Müller. Überschattet wurde die Demonstration von einem Zwischenfall, als eine Person die Demonstranten beschimpfte und äußerte, dass alle an Corona erkranken sollen. Allerdings bewahrten die Demonstranten Ruhe und die Polizei konnte die Situation beruhigen.

Ob da alle Beteiligten aus dem Vorfall bei der ersten Demonstration der Gegner der Corona-Schutzmaßnahmen gelernt haben? Nach der bereits beendeten, aber noch nicht gänzlich aufgelösten Demonstration auf dem Pforzheimer Rathausplatz wurde ein 68-jähriger Radfahrer vorläufig festgenommen. Er hatte zunächst die bei der Demo eingesetzten und offenbar aus nächster Nähe fotografierten Polizeibeamten verbal und dann auch handgreiflich attackiert. Auf dem Revier drohte er mit gezielten Spuckattacken. Mehr dazu hier:

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Pforzheim

Gewahrsamnahme am Rande einer Demo: Renitenter Radler droht Polizisten mit Corona-Infektion

Coronavirus-Bilanz in Deutschland: Über 174.000 Infektionen und über 7900 Todesfälle

Bundesweit sind bis zum Samstagabend über 174.300 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 172.900 Infektionen). Mindestens 7913 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 7873). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Mehr dazu hier:

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Deutschland

Sicherheitsbehörden: Rechtsextreme nutzen Corona-Proteste für sich

Trotz Demontrationen wächst Vertrauen in politische Ämter und Institutionen

Das Vertrauen der Deutschen in bestimmte politische Ämter und Institutionen ist einer Forsa-Umfrage zufolge in der Corona-Krise gewachsen. Dem Amt des Bundespräsidenten, das Frank-Walter Steinmeier innehat, bringen 76 Prozent der Befragten sehr großes oder großes Vertrauen entgegen. Mehr dazu hier:

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Pforzheim+

Explosive Mischung: Wie Corona die Gesellschaft zu entzweien droht

Sicherheitsbehörden: Rechtsextreme nutzen Corona-Proteste für sich

Rechtsextremisten versuchen nach Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden, die Proteste gegen Corona-Auflagen für sich zu nutzen. «Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren», sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, der «Welt am Sonntag». Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes betonte in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» ebenfalls, das rechte Lager fühle sich zunehmend von den Demonstrationen angesprochen. Mehr dazu hier:

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Baden-Württemberg

Widerstand gegen Corona-Maßnahmen – so ticken die Demonstranten