Die Welt ist im Umbruch und mit ihr die Medienwelt. Was in Amerika längst stattgefunden hat, ist nun auch in Deutschland zur Realität geworden. Die Printmedien verschwinden zwar nicht vom Markt, aber sie verlieren weitgehend ihre unternehmerische und publizistische Selbstständigkeit. Wie die Stuttgarter Zeitungen, der Schwarzwälder Bote und auch das Mühlacker Tagblatt; sie und andere mehr aus der baden-württembergischen Zeitungslandschaft haben gerade bei der „Neuen Pressegesellschaft Ulm“ eine neue Heimat gefunden.
Ein Kommentar von PZ-Verleger Albert Esslinger Kiefer
Aber noch gibt es im „Ländle“ einige in allen Bereichen selbstständige Verlagshäuser – wie die „Pforzheimer Zeitung“. Einst von Jakob und Rosa Esslinger gegründet, hat es unter deren fleißiger Regie eine stolze Entwicklung erfahren – schmerzhaft unterbrochen durch die Bombennacht des 23. Februar 1945, als auch das Pforzheimer Zeitungshaus in Schutt und Asche gelegt wurde. Erst 1949 konnte die Redaktion wieder arbeiten und die Druckmaschine in Gang gesetzt werden.
Jakob und Rosa Esslinger waren kinderlos. Einen möglichen Nachfolger fanden sie im Schwarzwald-Städtchen Schramberg, wo der Gymnasiast Albert Kiefer bei seiner Großmutter aufwuchs. Nach Pforzheim „überführt“, sollte er nun Zeitungsmacher werden.


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Schriftsetzerlehre und Abitur gleichzeitig, Ausbildung zum Redakteur, hinaus in die große weite Welt – ein Jahr bei Albert Schweitzer in seinem Urwaldhospital in Lambarene –, selbstfinanziertes Studium zum Druckingenieur, um schließlich die Verantwortung im Pforzheimer Zeitungshaus zu übernehmen.
Es ist nicht nur die Erinnerung an die überaus fleißigen Gründer dieses Verlagshauses, es ist die Leidenschaft, unseren Lesern eine Heimatzeitung guten Stils zu liefern, die mich – den Verleger der „Pforzheimer Zeitung“ – auch heute mit nun 84 Jahren mit Freude bei der Arbeit hält.


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Längst haben wir die Weichen in die digitale Welt gestellt. Aber egal ob Print oder Digital – es bleibt unsere Aufgabe und Chance, uns um die lokalen Bedürfnisse, Wünsche und Probleme der Menschen vor Ort zu kümmern: Ihnen eine Orientierungshilfe zu sein, sie umfassend zu informieren, Hintergründe zu erhellen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und der KI-generierten Pampe das real existierende Leben gegenüber zu stellen. Es mag pathetisch klingen, aber wir meinen es ernst mit der Demokratie: Die Heimatzeitung ist der Sauerstoff einer aktiven Gemeinschaft.
Klarsichtig hat Neil Postmann schon vor vier Jahrzehnten formuliert, elektronisch zusammengezogen sei die Welt nur noch ein Dorf und was in dieser chaotischen Nachrichtenwelt die Aufgabe der Tageszeitung sei: dem gewaltigen Informationsschub und der damit einhergehenden Desorientierung einen Rahmen entgegenzusetzen, die vielbeschworene Orientierungsleistung zu bieten und noch mehr öffentliche Verantwortung zu übernehmen. Das tun wir gerne und mit großer Leidenschaft.
Wir danken an dieser Stelle Ihnen, liebe Leserin und Leser, für Ihre treue Verbundenheit. Bleiben Sie uns – der Heimatzeitung – gewogen!



