vaccination against COVID-19 coronavirus
In Pforzheim sollen mit Impfaktionen nun auch Menschen aus sozialen Brennpunkten erreicht werden.
Wolfgang Filser - stock.adobe.com (Symbolfoto)
Pforzheim
Impfen in sozialen Brennpunkten: Stadt Pforzheim plant Aktionen vor Ort
  • pm/pz

Pforzheim. In der vergangene Woche blieb die Stadt Pofrzheim auf die Frage, wie man die Bekämpfung der Corona-Pandemie in sozialen Brennpunkten umgeht noch sehr vage. Am Montag teilte sie in einer Pressemitteilung mit, dass man nun mit den Impfungen weiter in die Fläche gehen werde. "Die ersten Überlegungen, Menschen aus Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen besser zu erreichen, münden nun in ganz konkrete Aktionen", heißt es in dieser.

Im Zeitraum von zunächst Donnerstag, 13. Mai bis zum Pfingstsonntag, 23. Mai sind insgesamt elf Sonderaktionen geplant, in denen ein Mobiles Impfteam (MIT) direkt in die Sozialräume vor Ort geht: „Dafür nutzen wir die vorhandenen Hilfs- und Angebotsstrukturen in den Quartieren“, führt Oberbürgermeister Peter Boch aus.  Die Stadt hat da zum Beispiel Familienzentren, Quartierszentren, Bürgerzentren sowie ganz allgemein Einrichtungen der sozialen Träger - wobei die Ansprache der verschiedenen Organisationen über das Jugend- und Sozialamt zum Teil noch läuft - im Visier.

Fünf Stadtteile im Fokus

Pro Aktion könnten dabei 100 Impfungen vorgenommen werden; dafür werde eigens ein weiteres Mobiles Impfteam des Kreisimpfzentrums Pforzheim eingerichtet. Im Fokus stehen u.a. die Weststadt, die Oststadt, die Au, die Nordstadt und Buckenberg-Haidach. Das Sozialministerium sei über die Aktionen informiert. In Ergänzung dazu sei auch ein Aktionstag in Vorbereitung, an dem im Kreisimpfzentrum außerhalb des Terminvergabesystems 500 Einzeltermine für Menschen aus den Sozialräumen zur Verfügung stehen sollen.

Die Ansprache der Impflinge laufe dabei dezentral über die jeweiligen Einrichtungen sowie für den Aktionstag über Organisationen wie den Stadtjugendring (SJR), Internationalen Beirat, Elterninitiative und Moscheevereine. „Eine Veröffentlichung der Einzeltermine über die Presse erfolgt bewusst nicht, da die Impflinge direkt vor Ort in den Quartieren gefunden werden sollen, um ihnen eine konkrete Hilfestellung zu bieten“, so Sozialdezernent Frank Fillbrunn.

„Es geht uns um Menschen, die vielleicht sonst nicht so gut in der Lage wären, sich selbst um einen Impftermin zu kümmern“, präzisiert Oberbürgermeister Boch.

Sozialbürgermeister Fillbrunn ergänzt: „Wir haben bereits gute Erfahrungen mit der Impfung von Bewohnerinnen und Bewohnern der Obdachlosenunterbringungen gemacht.“ Dies habe zum Beispiel im Eutinger Tal reibungslos funktioniert. Er danke insbesondere den sozialen Einrichtungen vor Ort, die sich mit eigenem Personal bei den Sonderaktionen sehr stark engagierten. Die Aktionen sollen – je nach Bedarf – weiter fortgesetzt werden.

Boch hofft auf weitere Projekte nach Huchenfelder Modell

Mit Blick auf das Huchenfelder Modell hat sich Oberbürgermeister Peter Boch nun an Markus Haist, den Vorsitzenden der Ärzteschaft Pforzheim / Enzkreis, gewandt. Die Aktion der Pandemiebeauftragten der kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, sei ein Erfolg gewesen. Er würde ähnliche Aktionen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Pforzheim sehr begrüßen und unterstützen. Der Rathauschef bietet an, einen gemeinsamen Aufruf an die Mitglieder der Ärzteschaft zu richten, um die Bereitschaft zur Durchführung weiterer solcher Aktionen wie in Huchenfeld abzufragen.