Demokratie braucht Erinnerung
Demokratie braucht Erinnerung: Alexandra Leibfried im PZ-Forum.
Meyer
Pforzheim
Jetzt anmelden: Zeitzeugen-Projekt in Pforzheim bringt Schülern die Schicksale von Holocaust-Überlebenden näher

Pforzheim. Anlässlich des 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs, initiiert die Journalistin und Politologin Alexandra Leibfried erneut ein Zeitzeugen-Projekt für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe aller weiterführenden Schulen im Raum Pforzheim. Unterstützt von der Jakob und Rosa-Esslinger-Stiftung, hält die 49-Jährige im PZ-Forum einen Impulsvortrag zu Biografien von Holocaust-Überlebenden.

Im Mittelpunkt stehen fünf Menschen, die während des Nationalsozialismus Ausgrenzung, Verfolgung, Haft und Zwangsarbeit erfahren mussten. Ihre Lebensgeschichten machen eindrücklich sichtbar, wohin es führt, wenn demokratische Werte verloren gehen.

Grundlage des Vortrags sind Interviews und Recherchen, die Leibfried ursprünglich für die „Süddeutsche Zeitung“ geführt hatte.

„Gerade angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen ist es wichtiger denn je, diesen Menschen und ihren Schicksalen eine Stimme zu geben“, sagt Leibfried.

Doch der Vortrag geht bewusst über das Erinnern hinaus: Im Anschluss öffnet eine moderierte Diskussion den Raum für Fragen der Gegenwart. Welche Ängste und Sorgen entstehen bei jungen Menschen durch die aktuelle Nachrichtenlage? Wie gelingt es, sich verlässlich zu informieren?

Bis zu fünf Schulklassen aus unterschiedlichen Schulen haben die Möglichkeit, gemeinsam teilzunehmen, sich auszutauschen und Perspektiven zu entwickeln. Ziel ist es, nicht nur historisches Wissen zu vermitteln, sondern demokratische Kompetenzen zu stärken: zuhören, einordnen, diskutieren. „Erinnerungskultur ist kein Blick zurück, sondern eine Voraussetzung dafür, Demokratie heute zu schützen und aktiv mitzugestalten“, so Leibfried.

Zugleich möchte sie Schülerinnen und Schüler ermutigen, Orte der Erinnerung selbst zu besuchen – etwa Gedenkstätten wie Dachau – und sich aktiv mit Geschichte auseinanderzusetzen.

Gerade weil Demokratiebildung im Schulalltag häufig zu kurz kommt, gewinnen außerschulische Formate wie dieses an Bedeutung. Das Projekt wird von der Jakob und Rosa-Esslinger-Stiftung gefördert, die sich für die Stärkung des Demokratieverständnisses in der Gesellschaft engagiert.

Das Zeitzeugen-Projekt findet am Freitag, 8. Mai, von 10 bis 11.30 Uhr im PZ-Forum statt. Anmeldung für Schulklassen der Stufen 8 bis 10 Namen mit Angabe der Schule, der Namen der Lehrkräfte, der Klasse und der Anzahl der angemeldeten Schüler per E-Mail an verlag@pz-news.de.