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Friedliches Miteinander beim Public Viewing im Enzauenpark: Am Ende jedoch konnten die rot-weiß karierten Fans der kroatischen Nationalelf den Sieg im Viertelfinale bejubeln, während die Fans des russischen Nationalteams stolz auf die großartige Leistung ihrer Mannschaft sein können. 

Kroaten bejubeln den WM-Sieg, Russland-Fans dürfen stolz sein

Pforzheim. Woran erkennt man, welches Team gerade bei der Fußball-WM gewonnen hat? Bei manchen Spielen reicht es, in der Innenstadt den Kopf aus dem Fenster zu strecken und aufmerksam zu lauschen. Gibt es ein permanentes Gehupe, garniert von lauten Anfahrgeräuschen und im Fahrtwind verhallenden Jubelschreien? Dann könnte es ein Team sein, dessen Nationalität in der Pforzheimer Bevölkerung mit einem hohen Anteil vertreten ist. Schwer zu deuten war das allerdings am Samstag gegen 23.15 Uhr.

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Fans der Russen und Kroaten im Enzauenpark

Russland gegen Kroatien lautete das WM-Viertelfinale am Samstagabend. Weit über 1000 Fans hatten das Spiel beim Public Viewing im Enzauenpark live verfolgt. In der Mehrzahl waren es Fans der russischen Nationalelf, doch auch die Kroaten stellten eine ordentliche Anzahl an rot-weiß karierten Supportern. Und so genügte es nicht zu lauschen, denn beide Fanparteien hatten in den letzten Tagen für reichlich Lärm beim Autokorso gesorgt.

Dieses Mal feierten die Kroaten den Sieg, doch auch die Fans des russischen Teams hätten voller Stolz im Korso durch Pforzheim mitfahren können, denn vor der WM hätte man dem Team nicht zugetraut, ins Viertelfinale vorzustoßen. Und dort scheiterten die Russen erst im Elfmeterschießen. Etwa 200 kroatische Fans defilierten im Siegestaumel über den Leopoldplatz. Ihr Autokorso verlief nach ersten Eindrücken gesittet. Die Polizei hatte allem Anschein nach keine großen Probleme.

Im Enzauenpark jedenfalls gab es ein Wechselbad der Gefühle. Trauer und Jubel wechselten sich in beiden Fanlagern ab. Das erste Tor der Russen riss deren Fans von den Sitzen, der Ausgleich der Kroaten kurz vor dem Halbzeitpfiff ließ die Gegenseite jubeln. Und jedes Mal gab es Kopfschütteln bei den Fans des Gegners. Während die 2:1-Führung der Kroaten dann für hängende Köpfe bei den russischen Fans sorgte und diese schon mit dem Ausscheiden zu hadern schienen, gab es dann kurz vor dem Abpfiff eine Explosion der Glücksgefühle. Jubelschreie hallten durch den Enzauenpark. Russland hatte quasi mit dem Schlusspfiff das 2:2 erzielt.

Und dann das Elfmeterschießen. Ein Event, wie geschaffen für große Tragödien, Herzinfarkte und unkontrollierbare Freudentänze. Am Ende durften die Kroaten ausgelassen feiern, und wenn die Fans der russischen Nationalelf ihren Elfmeter-Schock und ihren Niederlagen-Frust verdaut haben, dürfen sie auch wieder stolz sein auf die Leistung ihrer Mannschaft.

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