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© Türschmann
Wie gefährlich ist das Pflaster rund um den Hauptbahnhof? Am Montagnachmittag hat dort ein Unekannter einen 18-Jährigen mit einer Rohrzange bedroht und ausgeraubt. Türschmann
Wie gefährlich ist das Pflaster rund um den Hauptbahnhof? Am Montagnachmittag hat dort ein Unekannter einen 18-Jährigen mit einer Rohrzange bedroht und ausgeraubt. Türschmann
Hier im Klingelpark trug sich die blutige Auseinandersetzung unter etlichen jungen Männern zu.
Hier im Klingelpark trug sich die blutige Auseinandersetzung unter etlichen jungen Männern zu.
14.11.2017

Mehrere Gewaltdelikte rund um den Bahnhof - Keine Häufung laut Polizei

Gerade schien der scheinbar beruhigte Schlosspark als Ort für Schlägereien unter diversen Gruppen aus dem Fokus zu schwinden, da fällt ein Schlaglicht auf einen anderen Park, der ebenfalls mehrmals Anlass für Anfragen besorgter Bürger gab. Und abermals rücken der Hauptbahnhof und sein Umfeld ins Zwielicht.

Am Montag gegen 21 Uhr prügelten sich im Klingelpark in der Nordstadt etwa zehn bis 15 jüngere Männer. Blutspuren im Park und ein dort gefundener Teleskopschlagstock zeugen von der Massenschlägerei. Geht es nach dem 26-jährigen Deutschen aus Pforzheim, den die Polizei aus der Menge der in Richtung Berthold-/Wittelsbacherstraße Flüchtenden herausgreifen konnte, sei da aber nichts Bedeutsames passiert. Seine Verletzungen im Gesicht würden nur von einem Sturz herrühren. Mehr wollte er der Polizei nicht sagen. So liegen die Hintergründe der Auseinandersetzung noch im Dunkeln.

Klagen von Anwohnern über den Zustand des Klingelparks und dort anzutreffende Jugendliche und junge Erwachsene, die für Lärm und Vermüllung verantwortlich seien, sind nicht neu. Solch eine Massenschlägerei allerdings ist schon eine Eskalationsstufe höher.

Nur wenige Stunden zuvor war gegen 15.30 Uhr ein 18-Jähriger am Hauptbahnhof beraubt worden. Ein Unbekannter hatte ihn gebeten, ihm ein neues, etwa 1000 Euro teures Handy für ein Telefonat auszuleihen. Die Rückgabe verweigerte der nach Zeugenangaben mutmaßliche Ausländer und bedrohte stattdessen den 18-Jährigen mit einer mitgeführten Rohrzange, die er im Hosenbund bei sich trug. Auf Höhe des Burger-Restaurants schlug der etwa 20 Jahre alte, 1,70 bis 1,75 Meter große Schwarzhaarige, der schwarze Nike-Schuhe trug und eine Verletzung unter dem rechten Auge haben soll, sein junges Raubopfer mit der Faust, um dann ungehindert flüchten zu können. Bereits in der Nacht auf Samstag war es an gleicher Stelle zu einem scheinbar grundlosen Angriff einer Gruppe junger Randalierer auf zwei 22 und 25 Jahre alte Männer gekommen.

Die Häufung solcher Taten gibt zu denken, die Tatorte sind vertraut. Und doch will die für den Hauptbahnhof zuständige Bundespolizei nicht von einem herausragenden Schwerpunkt für schwere Straftaten reden. Generell gelte sogar, so die Karlsruher Bundespolizei-Sprecherin Carolin Bartelt, dass kleinere Vergehen wie Taschendiebstahl in den Bahnhöfen zwischen Mannheim, Karlsruhe und Pforzheim rückläufig seien. Gleichwohl würden die Beamten der Bundespolizei bei ihren eigenen Aktionen zunehmend auf Aggressivität und Gewalt treffen. Der Hauptbahnhof sei nicht nur ein Treffpunkt von Reisenden, sondern auch von Obdachlosen und Kleinkriminellen, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen dort eher negativ beeinflussen würden.

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