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Der Prozess um den getöteten Schmuckhändler wird im Landgericht Karlsruhe verhandelt.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 

Prozess um getöteten Schmuckhändler aus Pforzheim: Angeklagter sieht sich nur bedingt schuldig

Pforzheim. „Ich habe in der Situation absolut falsch gehandelt, doch ich sehe mich für den Todesfall nur bedingt schuldig“, stellte der Angeklagte klar. Am dritten Verhandlungstag im Mordprozess um einen getöteten 57-jährigen Pforzheimer Schmuckhändler vor dem Karlsruher Landgericht äußerte sich der 36-Jährige zum Tatvorwurf.

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Angeklagter im Prozess um getöteten Schmuckhändler saß bereits in den USA ein

Bei seiner Einlassung zur Sache holte der Angeklagte aus dem Landkreis Calw weit aus und berichtete von ersten geschäftlichen Beziehungen 2011 mit dem Opfer. Diese wurden 2018 intensiviert.

Eigene Schmuck-Kollektion

Nach eigenen Angaben investierte der Angeklagte 80.000 Euro in eine eigene Schmuck-Kollektion. Zeitgleich weitete er die Beziehungen zu einem Brüderpaar aus, das in Pforzheim ebenfalls in der Branche aktiv ist. Im ersten Halbjahr 2019 fiel dem Angeklagten auf, dass das 57-jährige Opfer die eigens kreierte Schmuck-Kollektion anderen Händlern angeboten habe.

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„Er hat rund 20 Kollektionen meines Designs verkauft“, erzählte er. Zudem soll das Opfer dem Brüderpaar Ringe zu überteuerten Preisen angeboten haben. Anfangs habe er Groll gegen den 57-Jährigen gehegt, aber er wollte für beide eine faire Lösung. „Ich war in der Woche des Vorfalls sehr glücklich, da meine Frau erfuhr, dass sie schwanger ist und wir in den Urlaub fahren“, so der Angeklagte. Dennoch wollte er den Geschäftspartner am 21. Juni in den eigenen Büroräumen beim Sushi-Essen zur Rede stellen. Gegen 13.10 Uhr soll das Opfer die Räumlichkeiten betreten und zunächst um Begutachtung eines Diamanten gebeten haben. Anschließend habe der Angeklagte das Essen vorbereitet. Bei seiner Rückkehr sei der 57-jährige bewusstlos auf dem Stuhl gesessen. Als der Angeklagte nach eigenem Bekunden die Polizei rufen wollte, habe er gesehen, dass die Flasche eines Reinigungsmittels geöffnet gewesen sei.

Mit Auto des Opfers weggefahren

„Vom Opfer war mir bekannt, dass das Mittel als K.o.-Tropfen dient“, meinte er, und er habe Angst gehabt, dafür verdächtig gemacht zu werden. „Wegen meiner Erfahrungen in den USA hatte ich furchtbare Angst, nochmals ins Gefängnis zu müssen“, so der 36-jährige. So habe er das Auto des Opfers weggefahren.

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