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Brandstifter suchten im vergangenen Jahr Neuenbürg und andere Gemeinden in der Region heim.  Fotos: Tilo Keller 

Das waren die spektakulärsten Kriminalfälle des Polizeipräsidiums Pforzheim im vergangenen Jahr

Pforzheim. Das Polizeipräsidium Pforzheim hat am Freitag die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2019 vorgestellt. Diese Kriminalfälle wurden dabei hervorgehoben.

Soko Brosche (Tötungsdelikt "Pforzheimer Schmuckhändler" am 21.06.2019 in Pforzheim)

Am 21.06.2019 wurde ein selbstständiger 57-jährige Schmuckhändler von seiner Familie als vermisst gemeldet. Er hatte mittags noch ein wichtiges Treffen mit einem 36-jährigen selbstständigen Edelsteinhändler und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Am 22.06.2019 wurde der teilweise verbrannte Leichnam des Schmuckhändlers in einem Waldstück bei Lobsann im Elsass/Frankreich aufgefunden.

Prozessauftakt zum Mord an Pforzheimer Schmuckhändler
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Prozessauftakt zum Mord an Pforzheimer Schmuckhändler

Nach Einrichtung der Soko Brosche ergaben die folgenden Ermittlungen, dass der Edelsteinhändler den Leichnam in der Nacht zum 22.06.2019 mit seinem Pkw nach Lobsann verbracht haben dürfte. Zuvor dürfte er seinem Opfer KO-Tropfen beim gemeinsamen Mittagessen verabreicht und den Mann anschließend mittels Einwirkung auf den Hals getötet haben. Der Beschuldigte sitzt derzeit in U-Haft. Die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht Karlsruhe hat am 19.03.2020 begonnen und wird bis in den Sommer hinein fortgesetzt.

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EG Lenkrad (Serienbrandstiftung an Kfz in Pforzheim und im Enzkreis)

Am 26.11.19 wurden in den späten Abendstunden im Stadtgebiet Pforzheim-Maihälden insgesamt fünf Kraftfahrzeuge in Brand gesetzt, wodurch ein Gesamtschaden von rund 206 000 € entstand.

Zur Aufklärung der Tat und zur beweiskräftigen Identifizierung der Täterschaft wurde am 27.11.2019 beim Kriminalkommissariat Pforzheim, die ca. 20 köpfige Ermittlungsgruppe „Lenkrad“ eingerichtet.

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Am 01.12.19 kam es ebenfalls in den späten Abendstunden zu einer weiteren Brandstiftung an Kraftfahrzeugen in Remchingen-Singen. Hierbei wurden durch den Täter erneut insgesamt fünf Fahrzeuge in Brand gesetzt, wobei ein Wohngebäude sekundär durch Hitzeeinwirkung in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Einen Tag später wurde kurz vor Mitternacht in Kämpfelbach-Ersingen zwei Fahrzeuge und in der Nacht zum 03.12.19 in Neuenbürg vier Fahrzeuge vorsätzlich in Brand gesetzt

In allen Fällen übergoss der Täter die Fahrzeugkarosserien mit einem flüssigen Brandbeschleuniger und entzündete diesen im Anschluss.

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Aufgrund der festgestellten Brandstiftungsserie wurde am 03.12.19 die bestehende Ermittlungsgruppe in eine besondere Aufbauorganisation erweitert und die Anzahl der Mitglieder auf 35 Ermittlungsbeamte erhöht.

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungstätigkeiten erhärtete sich ein Tatverdacht gegen einen 24-jähriger syrischer Flüchtling aus Neuenbürg.

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Bei der Festnahme des Beschuldigten am 06.12.19 und den anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen konnten zahlreiche Beweismittel sichergestellt und beschlagnahmt werden.

Der Beschuldigte wurde am 07.12.19 dem Haftrichter des AG Karlsruhe vorgeführt, welcher den von der StA Pforzheim beantragten Haftbefehl in Vollzug setzte. Aufgrund von Hinweisen auf eine psychische Erkrankung erfolgte am 19.12.19 seine Verlegung in eine Psychiatrie.

Nach Auswertung aller Beweismittel gelangte der Beschuldigte wegen insgesamt sieben Brandstiftungsdelikten u.a. auch wegen den Flächenbränden am 23.07.19 in Neuenbürg und am 24.07.2019 in Remchingen zur Anzeige. Der verursachte Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 730 000 €.

Erpresserischer Menschenraub am 02.08.2019 in Pforzheim

In der Nacht zum 02.08.2019 verschaffen sich drei Täter mit einem Brecheisen gewaltsam Zutritt zu dem in der Sponheimerstraße in Pforzheim gelegenen Wohnhaus eines stadtbekannten Gastronomen. Dieser wurde von den Tätern im Schlaf überrascht und durch Faustschläge und Würgen unvermittelt massiv körperlich misshandelt. Ferner wurd ihm gedroht ihn "abzustechen". Das Opfer wurde geknebelt und genötigt, den Schlüssel für den im Haus befindlichen Tresor herauszugeben. Aus diesem entwenden die Täter Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro. Nachdem die Mutter und der Sohn des Geschädigten, welche im selben Anwesen wohnhaft sind, auf das Geschehen aufmerksam wurden, flüchten die Täter unter Mitnahme der Beute zunächst zu Fuß.

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Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen können zwei Täter noch in Tatortnähe festgenommen werden.

Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um einen 41-jährigen Deutschen mit Migrationshintergrund und einen 39-jährigen Türken, die beide bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind.

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Der dritte Tatverdächtige, ein 42-jähriger Deutscher mit Migrationshintergrund, der ebenfalls bereits polizeilich in Erscheinung getreten ist, konnte zeitnah ermittelt werden und war nach der Tatbegehung untergetaucht. Er wurde am 24.02.2020 aufgrund bestehender Vollstreckungshaftbefehle ( und nicht wegen eines Untersuchungshaftbefehl in vorliegender Sache) festgenommen.

Aktuell findet die Hauptverhandlung gegen zwei der drei Tatverdächtigen vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim statt.

 

Seriendiebstähle von E-Bikes in Pforzheim

Am 01. September 2019, wurde der Polizei mitgeteilt, dass mehrere offensichtlich hochwertige E-Bikes im Hinterhof eines Hotels in der Pforzheimer-Oststadt in einen Transporter mit rumänischem Kennzeichen verladen werden.

Es gelang an diesem Tag einen 38 Jahre alten rumänischen Staatsangehörigen vorläufig festzunehmen und zu verhindern, dass mehrere entwendete Pedelecs nach Rumänien geschafft wurden. Mittels angeforderten Durchsuchungsbeschlüssen wurden im Hinterhof und im Flur des Hotels weitere teilweise neuwertige Pedelecs, zwei Rüttelstampfer und ein hochwertiger Bohrhammer der Marke HILTI aufgefunden und in Verwahrung genommen.

Die E-Räder und Baumaschinen konnten relativ schnell den einzelnen Taten zugeordnet werden.

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Serientäter dank Zeugin geschnappt: Zahlreiche E-Bikes in Pforzheim gestohlen und in Rumänien verkauft

Ein weiterer 25-jähriger Täter konnte gemeinsam mit seinem 32-jährigen Auftraggeber dann am Nachmittag, 06.11.2019, bei der Verladung weiterer entwendeter E-Fahrräder im Bereich des HELIOS-Klinikum in Pforzheim festgestellt und vorläufig festgenommen werden. Nach anfänglichem Leugnen räumte der 32-jährige festgenommene Drahtzieher bei seiner Vernehmung eine Vielzahl von E-Bike-Diebstählen ein. Ihm werden insgesamt 21 Taten vorgeworfen. Aufgrund dessen wurde gegen ihn durch das AG Pforzheim ein Untersuchungshaftbefehl erlassen und er in die JVA-Stuttgart-Stammheim eingeliefert.

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Unbekannte stehlen mehrere hochwertige E-Bikes aus Innenhof

Seine 28 Jahre alte Lebensgefährtin war etwa eine Woche zuvor in Lindau mit zwei ebenfalls entwendeten Pedelecs und einem Mountainbike von der Grenzpolizeiinspektion Lindau vorläufig festgenommen worden. Sie hatte versucht die Räder in einem Transporter mit anderen rumänischen Landsleuten nach Rumänien zu schaffen.

Es gab eine Reihe von glücklichen Geschädigten, die keinerlei Zahlungen von ihrer Versicherung erhalten hatten und so der Anruf der Kriminalpolizei und die Aushändigung ihrer zum Großteil hochwertigen Pedelecs mit großer Freude und Anerkennung aufgenommen wurde. Die ermittelte Gesamtschadensumme liegt bei rund 45.000 Euro.