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 Foto: dpa (Symbolbild) 

Prozess um toten Schmuckhändler: Zeugen berichten nur Gutes über Opfer

Pforzheim. Seit drei Jahren arbeitete er zusammen mit dem 57-jährigen Schmuckhändler an einem Konfigurator, den Juweliere für ihre Kunden nutzen können. Dabei war der Zeuge für den Außendienst vorgesehen und hatte bereits einen Kundenstamm von rund 100 Juwelieren. „Wir rechneten mit einem jährlichen Umsatz von 800.000 Euro“, so der Zeuge. Bei einem Treffen am Tattag gegen 11.30 Uhr sollten letzte Details besprochen werden.

„Er hatte gute Laune und ist gegen 12.55 Uhr zu einem anderen Geschäftstermin“, erzählte er. Zwar wusste der Zeuge, dass es sich beim Geschäftspartner um einen Steinhändler handelte, doch in der Branche sei es unüblich, Namen von Lieferanten preiszugeben. Zuvor habe der Zeuge dem Schmuckhändler noch ein kleines Paket mit Ringen und Brillanten im Wert von rund 7000 Euro überreicht. Was mit dem Paket geschehen ist, ist bis heute unklar.

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Während der Zeuge mit dem Konfigurator einen „geschäftlichen Durchbruch“ erwartete und ein anderer Zeuge von „einzigartigen Optionen“ sprach, dämpfte der 40-jährige Programmierer des Konfigurators die Erwartungen. „Er hat keine Besonderheit und ist im Gegensatz zu anderen weniger komplex“, skizzierte er das Programm. In der Vergangenheit hatte sein Unternehmen rund 20 ähnlich gestrickte Programme konfiguriert. Bezahlen hatte der 57-jährige Schmuckhändler für den Konfigurator nichts müssen, da dieser für das Entwickler-Unternehmen lukrative Kunden akquiriert hatte. Auf 80.000 Euro bezifferte der 40-Jährige den Wert des Programms.

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Den Schmuckhändler beschrieb er als bodenständig und eine Person mit enormen Fachwissen über die Schmuckbranche. Ein 52-jähriger Goldschmied betonte, dass der getötete Schmuckhändler bei Geschäften immer fair agiert habe.

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