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Am 21. August kommt es gleich zwei Mal zu einer Auseinandersetzung vor der Schlössle-Galerie. 
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19. September: 20 bis 30 gehen Personen am Leo aufeinander los. 

So reagieren Polizei und Stadt auf die Zunahme an Massenschlägereien in Pforzheim

Pforzheim. Nordstadt, Leopoldplatz, Klingelpark und Co.: Die Meldungen über Massenschlägereien in Pforzheim reißen nicht ab. Stadtverwaltung und Polizei haben das Problem im Blick – und prüfen konkrete Maßnahmen.

Gibt es in der Stadt mehr Schlägereien als früher?

Nach einem Hoch mit 123 Fällen im Jahr 2015 waren die Zahlen 2016 rückläufig – vergangenes Jahr verzeichnete die Polizei 111 Fälle von Körperverletzung im öffentlichen Raum. Doch in diesem Jahr scheint sich eine Trendwende abzuzeichnen. "Bei der Betrachtung der Vergleichszeiträume der letzten Jahre, jeweils von Januar bis August, stellen wir einen Anstieg der Körperverletzungsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen im laufenden Jahr fest", räumt Raphael Fiedler, Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, ein, "diese Tendenz werden wir weiter aufmerksam beobachten und auch auswerten."

Will die Polizei ihre Präsenz wieder erhöhen?

Die Polizei prüfe derzeit geeignete Maßnahmen, um künftige Schlägereien zu verhindern, wie Polizeisprecher Fiedler erklärt. Wie diese genau aussehen werden, dazu könne er zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Angaben machen – eine Präsenzerhöhung wäre denkbar. Wie zuletzt zwischen Februar und April dieses Jahres. In diesem Zeitraum hatte die Polizei die Kontroll- und Präsenzmaßnahmen im Stadtgebiet verstärkt. Die Reviere Nord und Süd waren mit zusätzlichen Kräften unterstützt worden. Auf Dauer war diese Sondermaßnahme jedoch nicht leistbar. Punktuell, so Fiedler, seien aber nach wie vor mehr Beamte im Einsatz als vor der Maßnahme. Als eine "sehr gute Aktion" bezeichnet der Erste Bürgermeister Dirk Büscher, in dessen Zuständigkeitsbereich das Thema Sicherheit fällt, den damaligen Einsatz. Auch die Stadtverwaltung bewerte die derzeitige Situation als "bedenklich", die nicht nur dem Sicherheitsgefühl der Bürger, sondern auch dem Image der Stadt schaden könnte. Ein Gespräch mit der Polizeipräsidentin Caren Denner sei in Planung, um zu schauen, "wie man auf die Situation reagieren" könne, so Büscher weiter.

Wie reagiert die Stadt auf die Vorkommnisse?

Neben den „kontinuierlichen Gesprächen und der sehr guten Zusammenarbeit“ mit der Polizei, wie der städtische Pressesprecher Philip Mukherjee betont, ist die Verwaltung vor allem in Sachen Prävention aktiv. Seit dem zweiten Halbjahr wurde zudem die Präsenz der City-Streife verstärkt. So habe sich deren Wochenarbeitszeit seit Juli von 14 auf 43 Stunden mehr als verdreifacht – der private Sicherheitsdienst patrouilliert täglich auf Pforzheims Straßen. Doch die City-Streife ist in ihren Möglichkeiten begrenzt – denn anders als die Polizei, darf sie nicht aktiv eingreifen. "Ich hoffe, dass wir die City-Streife im nächsten Jahr fortsetzen können", so Büscher, der deren Einsatz als „adäquate Ergänzung“ zur Polizeiarbeit bezeichnet.

Erst am Montagabend war es zu einer Massenschlägerei gekommen. Ein Mann wurde dabei mit einem Messer verletzt.

Am 21. August war es zu einer Massenschlägerei vor einem Internet-Café und vor der Schlössle Galerie gekommen. Dabei waren offenbar auch Schlagstöcke und ein Messer im Spiel.

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