760_0900_105200_Wartbergbad_Begehung_Buescher_18.jpg
Betretene Mienen bei den Stadtpolitikern: Jahr für Jahr mehr Rost – und mehr Holz zum Abstützen, das nicht ewig hält. Nun ist Schluss unterm Wartbergbad.

Unterm Wartbergbad geht’s weiter: Der nächste Akt im Bäder-Drama

Pforzheim. Die Beton-Ummantelung der Stahlträger unter dem Umkleide- und Duschengebäude des Pforzheimer Wartbergfreibads rostet von innen: Sie war nur zwei Zentimeter dick und somit auf Dauer zu dünn, um über Jahrzehnte in der feuchten Hitze des 1964 errichteten Gebäudes den Stahl genügend abzuschirmen, der daraufhin zu rosten begann und von innen her seine steinerne Schutzhülle zerstörte. Nach der nur noch wenige Tage laufenden Freibadsaison ist Schluss – bis zum Beginn der nächsten Saison muss Ersatz geschaffen sein, durch Container oder einen Ersatz in Leichtbauweise. Davon überzeugten sich Stadträte am Donnerstag bei einem Ortstermin.

Wartbergbad Begehung Büscher 18
Bildergalerie

Besichtigung des maroden Umkleidegebäudes des Wartberg-Freibads

Bei der Besichtigung des maroden Umkleide- und Sanitätsgebäudes des Pforzheimer Wartberg-Freibads durch Stadträte brachte der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Hück erneut eine Investorenlösung ins Gespräch. Sie ist dem Grundsatz nach nur für die Kombination aus Hallen- und Freibad denkbar, wofür es bislang auch wegen der Ablehnung der SPD keine Mehrheit gab.

Pforzheim+

Alles auf Neu bei der Bäderstrategie? – Hück versichert, einen Investor zu haben

Dass im Wartbergbad gehandelt werden muss, war indes am Donnerstag Konsens. Es widersprach auch keiner, als mehrere Teilnehmer erklärten, eine Sanierung des Umkleidegebäudes sei sinnlos, weil sie für teures Geld kein neues Gebäude bringe.

Eine grundlegende Sanierung des Freibads aber – auch inklusive der Beckenlandschaft – würde mehrere Millionen Euro kosten. Geld, das der Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) nicht hat. Und es auch nicht als Kredit aufnehmen dürfe, das habe im vergangenen Jahr das Regierungspräsidium Karlsruhe verdeutlicht, als es um eine Erneuerung des wegen Baufälligkeit geschlossenen innerstädtischen Emma-Jaeger-Bads am selben Standort ging. Mittlerweile ist auch das Fritz-Erler-Hallenbad geschlossen, nach einer provisorischen Deckenreparatur steht auch hier in näherer Zukunft eine millionenschwere Investition an. Im politischen Raum starten erneut die Diskussionen, ob man sich angesichts dessen zu recht für ein kleines innerstädtisches Hallenbad als größtmögliche Investition in die Bäderlandschaft entschlossen hat.

Unterdessen warnt der Technische Leiter des größten Pforzheimer Schwimmsportvereins SSC Sparta, Ralf Gremmer, vor einem „Sterben des Wassersports“ in Pforzheim. Und dies, wo man noch immer trotz aller Schwierigkeiten auf eine sportlich hervorragende Saison zurückblicke.

Pforzheim+

Beim Schwimmsportclub fürchtet man das Ende des Wassersports in Pforzheim

Marek Klimanski

Marek Klimanski

Zur Autorenseite