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Verheerende Schäden in Pforzheim hielten die Eltern der PZ-Leserin Karin Pietsch auf Dias fest © Pietsch
25.06.2018

"Wie ein Güterzug": PZ-Leser erinnern sich an den Tornado - Jetzt anmelden zur Podiumsdiskussion

Fast jeder, der den Tornado vor fast 50 Jahren erlebte, kann sich auch heute noch exakt an jene Minuten erinnern. Einige davon kommen auf PZ-news zu Wort - und öffnen ihre Fotoalben.

Nicht nur in der "Pforzheimer Zeitung" und auf PZ-news wird auf jenen verheerenden Wirbel des 10. Juli 1968 zurückgeblickt - sondern auch im PZ-Forum. Es gibt noch freie Plätze für die dortige Tornado-Veranstaltung am 4. Juli 2018 um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung aber erforderlich: per E-Mail an verlag@pz-news.de oder telefonisch unter (0 72 31) 93 31 25. Auf dem Podium sitzen Tornado-Experte Andreas Friedrich, die Augenzeugen Hubert Mahle und Eva Zaudtke sowie Jürgen Ruf, der den Tornado-Einsatz 1968 als Feuerwehrmann meisterte. Bei der Podiumsdiskussion „50 Jahre Tornado“ können auch Zuhörer ihre Fragen loswerden. Zudem werden historische Filmaufnahmen von den Tagen nach dem Tornado gezeigt.

Bildergalerie: Tornado am 10. Juli 1968: die Fotos der PZ-Leser

So erinnert sich Liselotte Langer (wohnte damals in Ittersbach, heute in Straubenhardt-Conweiler) an den Tornado: „Mein Mann und ich hatten 1968 einen Collie namens Tobi. Bereits 20 Minuten vor Einsetzen des Tornados in Ittersbach verhielt er sich fast wie eine Bestie. Er jaulte, drehte sich im Kreis, rannte durch die Wohnung – wir konnten ihn nicht beruhigen. Wir glaubten, unser Hund wäre schwer erkrankt. Wir wollten ihn beruhigen und versuchten, ihn anzufassen, um mit ihm zum Tierarzt zu gehen. Aber dies war unmöglich. Er knurrte und schnappte nach uns – was wir von Tobi überhaupt nicht kannten. Wir waren ratlos. Von unserem Küchenbalkon können wir zum Industriegebiet Ittersbach schauen – und mein Mann bemerkte dort etwas später Blaulicht. Fast im gleichen Moment war unser Hund wieder vollkommen normal und ruhig – als wäre nichts gewesen. Vom Balkon aus konnten wir sehen, dass dort etwas passiert sein muss. Was dies aber war, erfuhren wir erst am nächsten Morgen aus der PZ – und da konnten uns auch das Verhalten unseres Hundes erklären. Er hat diesen Tornado gespürt, bevor er bei uns anfing.“

Der Weg des zerstörerischen Tornados am 10. Juli 1968

Thomas Klotz' erinnert sich ebenfalls: „Meine Frau lebte damals im Holderweg 8. Sie erlebte den Tornado auf der Treppe in den ersten Stock, als über ihr das Dach wegflog. Vor allem die schwierige Zeit des Wiederaufbaus ist heute immer noch präsent. Tagtäglich hatten wir bis zu unserem Auszug 2016 zum Beispiel die Griffe der Zimmertüren in der Hand, welche 1968 neu eingebaut wurden. Ich selbst wohnte am Tag des Tornados noch mit meinen Brüdern und Eltern in der Nordstadt. Für mich als abendlicher Ohrenzeuge nach einem heißen Sommertag mit Schwimmtraining im Wartbergfreibad war es der ,längste Güterzug‘, der vermeintlich durch den Hauptbahnhof fuhr. Noch am selben Abend erfuhren wir von meinem Bruder, der in dieser Nacht Taxi fuhr, was sich abgespielt hatte. Tage danach war für mich als Reuchlin-Schüler das Ausmaß täglich auf dem Wasserturm und in der Schule sicht- und spürbar.“

Fünf weitere Augenzeugenberichte lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

[Teil 1 der PZ-Serie zum Tornado vor 50 Jahren: Augenzeugin Else Maili: „Dass wir überlebt haben, war ein Wunder“]

[Teil 2 der PZ-Serie zum Tornado vor 50 Jahren: Der lange Weg des tödlichen Wirbels - alle Fragen, alle Antworten]

[Teil 3 der PZ-Serie zum Tornado vor 50 Jahren: Kein Strom und nur eine Motorsäge: Der Katastropheneinsatz]