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Das Landeskriminalamt musste zahlreiche Spuren zum Dobler Gewaltverbrechen untersuchen, konnte aber offenbar noch nicht zu einer heißen Spur beitragen. © Symbolbild: dpa
28.09.2018

135 Spuren und 60 Hinweise zum erschossenen Iraker - Viele offene Fragen

Dobel/Bad Herrenalb. Über 135 Spuren und 60 Hinweise muss die Sonderkommission „Tanne“ abarbeiten. Doch die eine heiße Spur scheint noch nicht darunter gewesen zu sein. So arbeiten die Ermittler weiter unter Hochdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens, bei dem am Montag, 17. September, gegen 22 Uhr ein 47-jähriger Iraker neben der L340 zwischen Dobel und Bad Herrenalb erschossen wurde.

Die Beamten gehen nun davon aus, dass der Fundort der Leiche auch der Tatort des Verbrechens ist. Die Auswertung der ersten Tatortspuren beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg erbrachte jedoch noch keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter, die den Iraker scheinbar mit zwei Schüssen in den Kopf und einem Schuss in den Brustbereich getötet haben.

Bildergalerie: Leiche mit Schusswunden bei Dobel entdeckt

Am Straßenrand der L340 zwischen Bad Herrenalb und Dobel wurde die Leiche des Irakers im September entdeckt.Bei Tageslicht wurde der Fundort der Leiche neben der L340 zwischen Dobel und Bad Herrenalb von den Spurensuche-Experten noch einmal genauer unter die Lupe genommen.

Ebenfalls vom LKA untersucht wurde das Auto des 47-Jährigen, ein rechtsgelenkter grauer Audi A6. Das Fahrzeug wurde eineinhalb Tage nach den Schüssen im vom Tatort rund 40 Kilometer entfernten Maximiliansau in der Pfalz entdeckt. Stand das in einer Karlsruher Fahrzeughalle deponierte Auto überhaupt am Tatort? Gibt es Spuren von anderen Fahrern? Wurde der Iraker darin eventuell gefesselt transportiert? „Aus ermittlungstaktischen Gründen“ gebe es darauf, so Polizeisprecher Dieter Werner, noch keine Antwort.

Die Ermittlungen zum sozialen Umfeld des Getöteten, der in Rastatt einen Autohandel betrieben hatte, sind noch nicht abgeschlossen. Der Iraker lebte bereits seit 20 Jahren in Deutschland und hatte seit mehreren Jahren seinen Wohnsitz in Baden-Baden. Er scheint also gut vernetzt gewesen zu sein. Trotzdem scheint das mühsame Befragen und Überprüfen von Bekannten des 47-Jährigen noch nicht wirklich erfolgversprechend gewesen zu sein.

Deshalb bittet die Polizei alle Personen, die mit dem Getöteten Kontakt hatten, oder sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens geben können, sich mit dem Kriminaldauerdienst in Karlsruhe, Telefon (0721) 666-5555 in Verbindung zu setzen.

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