760_0900_114482_132027714.jpg
Wie am Zaun dieses Stuttgarter Kindergartens finden sich ähnlich aufbauende Nachrichten für die Kinder und Eltern von den Erziehern der Kitas im Enzkreis.  Foto: dpa 

Gute Zusammenarbeit: So lief die erste Woche der erweiterten Notbetreuung im Enzkreis

Enzkreis. Teils scharfe Kritik hagelte es, nachdem die Landesregierung die Träger von Kitas und Kindergärten über die Erweiterung der Notbetreuung informierte. Was den Akteuren dabei so sauer aufgestoßen war? Lediglich eine Woche Zeit zur Vorbereitung stand den Gemeinden und kirchlichen Trägern zur Verfügung (die PZ berichtete). Trotz der kritischen Stimmen verlief die erste Woche in den Tagesstätten erfolgreich.

Zusammenarbeit funktioniert

Der Leiter der Verrechnungsstelle der katholischen Kirchengemeinde Pforzheim, Thomas Schwägerl, ist neben den 14 Kitas in Pforzheim, in denen 87 Kinder in Notbetreuung sind, auch für katholische Kindergärten außerhalb der Stadt organisatorisch tätig - wie etwa in Niefern-Öschelbronn. Dort sind es derzeit fünf Kinder, die in zwei Einrichtungen betreut werden. Trotz der anfänglichen Bedenken sei die Lage in den Einrichtungen entspannt: „Letztlich hat es überall geklappt und es wurden entsprechende Lösungen gefunden.“ Dies sei auch der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Kommunen geschuldet: „Das gegenseitige Vertrauen ist während der Corona-Krise gewachsen“, sagt Schwägerl. 

760_0900_114480_Schuloeffnung_Hilda_Gymnasium_39.jpg
Pforzheim

Mit Abstand und ohne Umwege zurück in die Klasse: Für Tausende Schüler startet am Montag wieder die Schule

Noch ausreichend Personal

Die Organisation der katholischen Kindertagesstätten anderer Enzkreisgemeinden wird teils örtlich wahrgenommen - von Kindergartenbeauftragten wie Karl-Heinz Döhring. Der 73-Jährige kümmert sich um den Kindergarten St. Michael in Ersingen und die Kindertagesstätten Hohenstraße und Kraichgaustraße in Ispringen. Dort sind derzeit zwölf Kinder in der Notbetreuung, neun in Ersingen. Döring blickt auf die derzeitige Lage vor allem mit Stolz: „Was wir in den Kindergärten geschafft haben, ist etwas besonderes. Vor den Erzieherinnen kann ich nur meinen Hut ziehen.“ Es sei zu keiner Antragsflut gekommen, zwei Kinder würden ab kommender Woche hinzukommen. Auch sei die Personaldecke noch tragfähig genug.

760_0900_114388_200224_Enzkreis_Schulsozialarbeit_02.jpg
Region+

PZ-Serie „Helden der Corona-Krise“: Schulsozialarbeit ist kein Kinderspiel

Positives aus Mühlacker

In Mühlacker sei dies auch der Fall, wie es Rathausmitarbeiterin Judith Jäkel schildert: „Das Personal ist vorhanden.“ Allerdings könnten einige der Mitarbeiter aufgrund von Vorerkrankungen nicht eingestzet werden. Acht der insgesamt zwölf städtischen Einrichtungen bieten eine Notbetreuung an, rund 40 Kinder sind auf die Einrichtungen verteilt. Durch die Antragsbearbeitung der Stadt sind die anderen Träger entlastet. So auch der evangelische Kirchenbezirk. Kirchenpflegerin Verena Göbl zeichnet ein positives Bild. Ein Kind wird derzeit in einer der vier evangelischen Tagesstätten betreut. Ab Montag werden vier weitere Kinder hinzukommen. Obwohl die meisten der Erzieherinnen im Moment keine eigentliche Betreuungsarbeit zu leisten hätten, wüssten sich diese zu beschäfigen: „Ich bin immer wieder von der Kreativität unserer Mitarbeiter hellauf begeistert. An jedem Kindergarten hängen Plakate auf denen steht, wir vermissen euch.“

Vorsichtig optimistisch

Michael Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Neulingen und Sprecher der Rathauschefs im Enzkreis, sagte mit vorsichtigen Optimismus: „Bisher lief die Betreuung in Neulingen reibungslos. Aber es bleibt spannend.“ Der erwartete Ansturm sei ausgeblieben, doch würden jeden Tag weitere Anträge gestellt. „Wenn es weiterläuft wie bisher, bekommen wir das hin“, so Schmidt. Die reinen Zahlen würden dafür sprechen. In den drei Ortsteilen der Gemeinde sind derzeit insgesamt 20 Kinder in der Notbetreuung der Schulen und Kindergärten, sowie zwei weitere Kinder unter drei Jahren. Doch bleibt der Neulinger Rathauschef besonnen: „Man muss sich im klaren sein, dass es viel mehr Familien gibt, die eine Berechtigung für die Notbetreuung hätten.“ Diese würden aber seiner Einschätzung nach die Kinderbetreuung selbst schultern, zumindest im Moment noch.