760_0900_121840_menscheninnot.jpg
 

PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ sammelt auch 2020 für Bedürftige in der Region

Liebe Leserinnen, liebe Leser, in diesem Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie hat unser Leben in vielen Teilen völlig auf den Kopf gestellt. Neben den vielen Einschränkungen im öffentlichen, aber auch privaten Bereich werden Sie in Ihrem familiären Umfeld oder am Arbeitsplatz eine wachsende Sorge und Angst feststellen. Wo soll das alles noch hinführen? Bleibe ich gesund? Behalte ich meine Arbeit? Jede und jeder von uns ist irgendwie von Covid 19 betroffen. Und die Gesellschaft hat sich zwangsläufig während der monatelangen Pandemie verändert. Wir lechzen nach Normalität, nach Kommunikation, nach maskenfreiem Austausch. Und doch müssen wir uns beschränken. Politiker verbreiten Durchhalteparolen. Und in der einstmals so leuchtenden Vorweihnachtszeit herrschen mehr und mehr Tristesse und blasse Niedergeschlagenheit. Es gibt Menschen, denen geht es in dieser Zeit wirtschaftlich immer schlechter. Und es werden leider immer mehr. Es sind Personen, die Monat für Monat am Rande des Existenzminimums leben müssen. Für diese Menschen sammelt der Hilfsverein des Pforzheimer Medienhauses seit 25 Jahren Geld. So lange gibt es „Menschen in Not“ – kurz MIN genannt – nun bereits. In diesem Vierteljahrhundert hat sich am sozialen Zustand unserer Gesellschaft nicht wirklich viel verändert. Es wird sie immer geben, die Zeitgenossen, die unverschuldet in Not geraten sind und sich aus eigener Kraft nicht mehr ihren Lebensunterhalt leisten können. Dies hatte seinerzeit PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer erkannt, als er das Hilfswerk MIN gründete. Und er war der Meinung, dass die Zeitung der Kitt, das Bindeglied einer Gesellschaft sein muss – eben auch in sozialer Hinsicht.

Aber wie gesagt: In diesem Jahr 2020 ist irgendwie alles anders. Wir schämen uns fast, Sie, liebe Leserinnen und Leser, um eine Spende für „Menschen in Not“ zu bitten. Denn wir ahnen, dass es Ihnen womöglich in diesem Jahr ebenso schlecht geht wie manchem Klienten von MIN. Dass Sie unter Umständen um Ihren Arbeitsplatz bangen müssen, dass Sie jeden Euro umdrehen müssen, bevor Sie ihn ausgeben können. Aber wir wissen auch, dass eine Gesellschaft zusammenrücken muss, wenn das gesamte Land in eine bedrohliche Schieflage geraten ist. Für unverschuldet in Not geratene Menschen zählt jeder Cent. Wir von MIN sind nur eine Art Durchlaufstelle. Jeder Spenden-Euro kommt zu 100 Prozent bei den Bedürftigen an. Die „Pforzheimer Zeitung“ übernimmt sämtliche Personal- und Verwaltungskosten. MIN entscheidet dann zusammen mit einem Fachbeirat, welche Projekte oder Einzelpersonen mit Ihren Spenden unterstützt werden sollen. Und wir engagieren uns nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern sind ganzjährig tätig, denn Not und Armut kennen keine Jahreszeit.

Pforzheim

Lohwiesenhof spendet Erlös aus Schätzaktion und Suppenverkauf – für die PZ-Aktion „Menschen in Not“

Wir befürchten – vermutlich leider zu Recht – dass in diesem Corona-Jahr alles noch schlimmer wird. Dass noch mehr tatkräftige und direkte Hilfe vonnöten ist, wenn es gilt, Heizkostenrechnungen zu begleichen oder mit Lebensmittelgutscheinen über die gröbste Not hinwegzuhelfen. Wir denken natürlich auch an die wachsende Zahl alleinerziehender Mütter, die am Monatsende ihre Kinder nicht mehr ernähren können, weil das Konto einfach leer ist, oder an immer mehr alte Menschen, denen die Rente hinten und vorne nicht reicht. Wir begegnen diesen Menschen in der immer noch wohlhabenden Stadt Pforzheim und auch im Enzkreis. Und wir fragen uns, wie sie die Folgen der Pandemie überdauern sollen. Dabei geht es nicht um die medizinische Versorgung, sondern eben um die Grundbedürfnisse: Essen, Wohnen und ein bisschen Freude am Leben. Deswegen wagen wir es, Sie auch in diesem ganz besonderen Jahr um eine kleine Spende zu bitten. Diejenigen am Rande der Gesellschaft werden es Ihnen danken. Uns ist auch klar, dass wir nicht mehr die Rekord-Spendenergebnisse vergangener Jahre von bis zu 600.000 Euro erreichen werden. Und wir werden wegen der Corona-Regeln am kommenden Samstag nicht wie gewohnt in der Fußgängerzone unterwegs sein, um eine Spende zu erbitten. Aber auch in diesem schwierigen Jahr hoffen wir auf Ihr Mitgefühl und Ihre Tatkraft. Das wollten wir Ihnen sagen und schreiben. Dies soll kein Bettelbrief sein, sondern Ausdruck der eigenen Machtlosigkeit in diesem besonderen Jahr. In jedem Fall bedanken wir uns ganz herzlich für Ihre langjährige Treue zu „Menschen in Not“ und Ihre Großzügigkeit. Und wir wünschen Ihnen eine gesunde, ruhige und besinnliche Weihnachtszeit.

Spendenkonto „Menschen in Not“ IBAN: DE72 6665 0085 0000 8888 77 BIC: PZHS DE66 XXX

Pforzheim

PZ-Aktion „Menschen in Not“ stellt Projektbeirat neu auf

Albert Esslinger-Kiefer

Albert Esslinger-Kiefer

Zur Autorenseite
Thomas Satinsky

Thomas Satinsky

Zur Autorenseite
Susanne Knöller

Susanne Knöller

Zur Autorenseite